News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
14. Juli 2022

Horváth-Studie: Managementgehälter nur in jedem fünften Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen verknüpft

Bis 2045 soll die Bundesrepublik Klimaneutralität erzielen, ab 2050 negative Emissionen erreichen – also mehr CO2 im Boden binden als neue Emissionen ausstoßen. Bereits in zwei Jahren, also 2024, steht eine Evaluierung der CO2-Bepreisung an. Angesichts der aktuellen Warnungen aus der Wissenschaft, dass bisherige Maßnahmen und Ziele nicht effektiv beziehungsweise ambitioniert genug sind, könnten bisherige Vorgaben und Preise nochmals angezogen werden. Zudem bevorzugen Investoren und Kunden schon heute die Unternehmen, die besonders nachhaltig wirtschaften. Für die Firmen sind das gute Argumente, um sich ehrgeizigere Ziele zu setzen. Im Durchschnitt über alle Branchen wird das sogenannte „Net-Zero“ von den Unternehmen, die sich ein konkretes Ziel gesetzt haben und noch nicht klimaneutral sind, daher bereits im Jahr 2033 angepeilt. Eine Verknüpfung von Nachhaltigkeitszielen mit Gehaltskomponenten der Führungsriege findet bislang erst in jedem fünften Unternehmen statt – bei großen Unternehmen sind es aber fast die Hälfte. Dies sind Ergebnisse einer Horváth-Studie „Spotlight on Sustainability“, für die 280 Topmanager und -managerinnen branchenübergreifend zu aktuellen Herausforderungen und Strategien befragt wurden.

Nach Branchen betrachtet, verknüpfen Logistik- und Energieunternehmen überdurchschnittlich häufig Nachhaltigkeitsziele mit Gehaltsvariablen (47 Prozent bzw. 43 Prozent), gefolgt von der Öl- und Chemiebranche (33 Prozent). Noch stärker zeigen sich Unterschiede in der Betrachtung nach Größe. Bei den Unternehmen mit mindestens 10 Milliarden Euro Jahresumsatz nimmt fast jedes zweite Nachhaltigkeitsziele in die vergütungsrelevanten Zielvereinbarungen auf (47 Prozent).

„Doch auch wenn die Performance des Unternehmens im Bereich Sustainability nicht als Gehaltskomponente festgeschrieben wird, wird das Topmanagement an Nachhaltigkeitserfolgen gemessen werden, da sie in den meisten Branchen inzwischen untrennbar mit der allgemeinen Unternehmensentwicklung verknüpft sind“, so Horváth-Experte Fink. Die Priorität, die die Befragten dem Thema Nachhaltigkeit beimessen, ist seit der letzten Erhebung 2021 nochmals gestiegen. 53 Prozent bezeichnen ökologisches Wirtschaften und eine nachhaltige Unternehmenssteuerung in der aktuellen Befragung als sehr wichtig, im Vorjahr waren es 51 Prozent.

„Big Picture“ für nachhaltige Unternehmenssteuerung benötigt

„Noch wichtiger als eine Verknüpfung von Boni mit Nachhaltigkeitszielen ist die Entwicklung eines handfesten Sustainability-Steuerungsmodells“, sagt der Horváth-Experte. Wie die aktuelle Studie zeigt, werden bisher erst sieben Prozent der Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen ganzheitlich und konsequent entlang konkreter Nachhaltigkeitsziele gesteuert. 22 Prozent orientieren sich bei unternehmerischen Entscheidungen zumindest schon an einem Sustainability-Zielbild. Ein Viertel hat ein solches Zielbild gerade verabschiedet, 28 Prozent befinden sich in der Entwicklung. Nur 18 Prozent haben noch keinerlei Schritte unternommen, um ihr Unternehmen systematisch nachhaltig auszurichten. „Ein konkretes Zielbild für Nachhaltigkeit mit sinnvollen Größen hilft dem Topmanagement, den richtigen Weg zu verfolgen, und der Gesamtorganisation, die „Sustainability Performance“ der Führungsebene zu bewerten“, sagt Heiko Fink von Horváth.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt
Expertentalk
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt

Ob Terrasse, Eingangsbereich oder Parkett im Büro: Oberflächen prägen den ersten Eindruck eines Hauses oder Unternehmens und werden im Alltag stärker beansprucht, als viele Eigentümer annehmen. Verschmutzungen, Bewuchs oder Kratzer lassen sich dabei nicht mit ein und derselben Methode behandeln was im schlechtesten Fall mehr schadet als nützt. Im Interview ordnet REFINUM, ein Betrieb für Oberflächenaufbereitung aus der Region München, ein, welche Fragen vor einer professionellen Aufbereitung geklärt werden sollten, worin sich Innen- und Außenflächen unterscheiden und wo die Grenzen pauschaler Reinigungsversprechen liegen. Material und Verschmutzung zusammen denken business-on.de: Warum lassen sich Naturstein, Terrazzo, fugenlose Flächen und Holz nicht mit derselben Methode reinigen?

6 Min. LesezeitLesen
Hausmeisterdienst aus Passau: Wie zwei Ingenieure mit der PA Grundstein GmbH den Sprung in die Selbstständigkeit wagten
Arbeitsleben
Hausmeisterdienst aus Passau: Wie zwei Ingenieure mit der PA Grundstein GmbH den Sprung in die Selbstständigkeit wagten

Der klassische Bürojob bietet Sicherheit doch nicht jeder findet darin auf Dauer Erfüllung. Zwei Ingenieure aus Passau haben genau diese Erfahrung gemacht und Konsequenzen gezogen: Statt monotoner Abläufe am Schreibtisch wollten sie etwas mit eigenen Händen gestalten und ein eigenes Unternehmen aufbauen. Herausgekommen ist die PA Grundstein GmbH, ein Hausmeisterdienst aus Passau, der Wohnanlagen, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte betreut. Im Gespräch erzählen die Geschäftsführer Anton Ponigl und Julian Tuma, warum sie ihre ursprüngliche Immobilienidee verwarfen, wie sie innerhalb von nur zwei Monaten gründeten und welche Rolle das technische Studium heute im Betrieb spielt. Wer selbst über eine Gründung nachdenkt, findet darin viele vertraute Fragen wieder von der Finanzierung bis zur Frage, ab wann ein Gewerbe angemeldet werden muss. business-on.de: Sie beide haben studiert und standen mitten im Berufsleben. Wie sah Ihre Ausgangslage aus – und was hat Sie schließlich in die Selbstständigkeit getrieben? Anton Ponigl und Julian Tuma: Uns verbindet eine langjährige Freundschaft und schon früh der gemeinsame Wunsch, ein eigenes Projekt zu realisieren. In unseren bisherigen Tätigkeiten waren wir allerdings zunehmend unzufrieden: Der Anteil kreativer, gestaltender Aufgaben war gering, die Arbeitsprozesse überwiegend monoton und wiederkehrend. Möglichkeiten, sich persönlich und fachlich wirklich zu verwirklichen, fehlten. Gleichzeitig hatten wir beide schon lange eine starke Affinität zu eigenen handwerklichen Projekten, etwa in der Schreinerei. Der Wunsch nach unternehmerischer Selbstständigkeit war also schon eine Weile da. Natürlich verlässt man eine feste Anstellung nicht nebenbei wir haben Chancen und Risiken lange abgewogen. Aber irgendwann war klar, dass wir den Schritt wagen wollen.

6 Min. LesezeitLesen
Messestand planen: Welche Entscheidungen vor dem Messeauftritt wirklich zählen
Business
Messestand planen: Welche Entscheidungen vor dem Messeauftritt wirklich zählen

Eine gebuchte Messefläche ist noch kein fertiges Konzept. Bevor Besucher einen Stand betreten, müssen Unternehmen entscheiden, wen sie erreichen wollen, welche Gespräche dort stattfinden sollen und was dafür räumlich und technisch nötig ist. Wer diese Fragen zuerst beantwortet, kann Gestaltung, Budget und Ablauf aufeinander abstimmen. Das erleichtert auch die Wahl zwischen einem Systemstand, einer individuellen Fertigung und einer Kombination aus beidem. Erst das Ziel klären, dann den Stand gestalten

7 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite