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25. Juli 2022

Lohnt sich die private Krankenversicherung?

Beruf hat entscheidenden Einfluss auf Kosten

Eine gesetzliche Krankenversicherung ist für Angestellte meist eines: einfach. Für den Versicherungsschutz wird ein bestimmter prozentualer Anteil des Einkommens abgezogen. Doch lohnt es sich nicht auch hier, zu vergleichen und eine private Krankenversicherung in Betracht zu ziehen? Und ist die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche? Abhängig vom gewählten Leistungsumfang kann das möglicherweise sowohl für Angestellte als auch für Selbstständige der Fall sein. Während Angestellte mit Kosten ab 200 Euro monatlich rechnen müssen, zahlen Selbstständige ab 300 Euro im Monat. Die exakten Kosten hängen derweil von unterschiedlichen Faktoren ab. Denn insbesondere jüngere, gesunde Menschen werden nachvollziehbarerweise meist bessere Konditionen in einer privaten Krankenversicherung erhalten als ältere.

Beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung können die anfallenden Kosten über den Selbstbehalt bereits von Beginn an kontrolliert werden. Der Selbstbehalt bedeutet, dass der Versicherte einen bestimmten Anteil seiner jährlichen Gesundheitskosten selbst übernimmt. Eine oft genutzte Höhe des Selbstbehalts von privaten Krankenversicherungen liegt bei 600 Euro im Jahr. Das heißt, bis zu diesem Betrag zahlt der Versicherte sämtliche Rechnungen selbst. Was über den Betrag hinausgeht, wird unterdessen von der Krankenkasse bezahlt. Eingespart werden so durchschnittlich 90 Euro, was insbesondere in weniger berechenbaren Jobs wie zum Beispiel bei Freiberuflern eine höhere Flexibilität bieten kann.

Was ist überhaupt abgesichert?

Beim Vergleich von gesetzlicher und privater Krankenversicherung stellt sich die alles entscheidende Frage: Was ist über den jeweiligen Vertrag überhaupt abgesichert? Grundsätzlich gilt, dass über die private Krankenversicherung ein qualitativ besonders hochwertiger Leistungsumfang, auch für Besonderheiten wie Burnout und Co., gegeben ist. Das heißt zum Beispiel, dass der Versicherte im Krankenhaus seine Behandlung durch einen Chefarzt erhält oder Fachärzte deutlich schneller per Termin aufsuchen kann als etwa gesetzlich Versicherte. Abgesichert ist im Normalfall individuell genau das, was zwischen Versicherer und Versichertem vertraglich ausgemacht wurde. So können sich unterschiedliche Polizzen der privaten Krankenversicherung zum Teil deutlich unterscheiden, weil die versicherten Menschen ihrerseits verschiedene Anforderungen besitzen.

Es gibt allerdings noch weitere Voraussetzungen, die vor einem Wechsel in die private Krankenversicherung erfüllt werden müssen. Denn nicht jeder kann sich automatisch versichern lassen, auch wenn es sich möglicherweise auf den ersten Blick lohnen würde. Möglich ist dies für alle Beamten und Beamtenanwärter. Zugleich können Selbstständige sowie Studenten genauso wie die Beamten ohne jegliches Mindestgehalt eine entsprechende Versicherung abschließen. Bei Angestellten muss allerdings eine bestimmte Grenze erreicht werden. Diese liegt aktuell bei einem Bruttojahresgehalt von 64.350 Euro, dürfte jedoch in den kommenden Jahren weiter ansteigen – der Inflation sei Dank.

Zusammenfassend kann sich die private Krankenversicherung also durchaus lohnen. Das ist im Normalfall von Versichertem zu Versichertem unterschiedlich und vor allem von den finanziellen Voraussetzungen abhängig. Da die private Krankenversicherung nicht prozentual vom Einkommen bezahlt wird, lohnt sie sich vor allem für gut verdienende Angestellte oder Selbstständige. Kosten können z.B. über den Selbstbehalt an die eigenen Wünsche angepasst werden.

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