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Solarmodule im Gewerbe – Strom selbst produzieren, nutzen und verkaufen 

Schwankende Energiepreise umgehen: Immer mehr Hauseigentümer setzen auf Solarstrom, um sich mit Energie zu versorgen. Die sinkenden Modulkosten, die solide Einspeisevergütung und die Chance, einen sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, machen Photovoltaikanlagen zunehmend interessant. 

Solarmodule im Gewerbe

Doch lohnt sich die Investition in die regenerative Energieerzeugung auch für Gewerbetreibende? Was versteht man unter gewerblichen Solarmodulen und welche Vorteile bieten Photovoltaikanlagen für Unternehmen? Was kostet der Umstieg auf erneuerbare Energien und was gilt es bei der Anschaffung zu berücksichtigen? Dieser Artikel liefert Antworten!

Photovoltaik im Gewerbe – das Wichtigste im Überblick

  • Hinter dem Begriff “Photovoltaik” verbirgt sich die Technologie zur Umwandlung von Lichtenergie in elektrischen Strom. Dafür wandelt ein Wechselrichter Gleichstrom in Wechselstrom um.
  • Der elektrische Strom wird zwischen Sonnenaufgang und -untergang gewonnen.
  • Der Strom kann sofort verwendet oder eingespeist werden.
  • Gewerbliche Solaranlagen senken die Stromrechnung: Eine Solaranlage erzeugt durchschnittlich 900 bis 1.100 Kilowattstunden Strom pro Kilowatt Solarleistung.
  • PV-Anlagen können die Geschäftszahlen und den Immobilienwert erhöhen.

Grundsätzliches zu Solarmodulen im Gewerbe

Selbst Strom produzieren und fix kalkulieren: Wer auf gewerbliche Photovoltaik-Anlagen setzt, fördert die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens. Denn mit PV-Modulen auf dem Dach produzieren Unternehmer ihren eigenen Strom und verbrauchen diesen entweder umgehend oder speisen ihn in das öffentliche Netz ein.

Eine komplett autarke Energieversorgung ist zwar noch nicht möglich, allerdings lassen sich derzeit circa 30 Prozent des Bedarfs durch Solarstrom decken.

So funktioniert eine Photovoltaikanlage

Eine Photovoltaikanlage ist in Deutschland netzgekoppelt und besteht aus 10 bis 100 Solarmodulen. Jedes Solarmodul enthält zwischen 36 und 72 Solarzellen, die elektrisch miteinander verbunden sind.

Das Herzstück der Anlage bilden die silizium-beschichteten Solarzellen. Sie verfügen über eine Antireflexionsschicht, die die Sonnenreflexion unterbindet. Fällt Sonnenlicht auf die Zellen, bildet sich eine elektrische Spannung. Denn das Sonnenlicht enthält Photonen, die negativ geladene Elektronen in den beiden Schichten unter der Antireflexionsschicht freisetzen.

Der Rest der Solarzelle enthält kaum Elektronen. Auf diese Weise entsteht ein Minus- und Pluspol. Das positiv geladene Siliziumgitter auf der Rückseite der Solarzelle zieht also die negativ geladenen Elektronen an.

Doch die Elektronen können die Grenzschicht in der Solarzelle nicht einfach überwinden. Stattdessen müssen sie ihren Weg über die Stromleitung nehmen. Diese erkennt man an den weißen Streifen auf der Solarzelle. Hier fließen die Elektronen hindurch und erzeugen durch ihre Bewegung Strom.

Die Spannung wird über Stromleitungen an den Solargenerator weitergegeben. Der Generator wiederum wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um. Diesen Strom verbraucht der PV-Anlagen-Betreiber entweder sofort oder speist ihn über den Stromspeicher der Anlage ein.

Photovoltaikanlagen werden nach ihrem Wirkungsgrad unterschieden: Monokristalline Solarzellen weisen einen Wirkungsgrad von 20 bis 25 Prozent auf. Einen ähnlichen Wert können auch polykristalline Solarzellen erreichen. Beide halten bis zu 30 Jahre. Auf kleinen Dächern werden monokristalline Zellen eingesetzt, während polykristalline Solarzellen auf großen Dächern verbaut werden.

Dünnschichtige Solarzellen dagegen verzeichnen eine Lebensdauer von 20 Jahren und einen Wirkungsgrad von 7 bis 8 Prozent. Sie sind flexibel und können sogar auf statisch schwierigen Flächen montiert werden. Allerdings sind sie teurer als mono- und polykristalline Zellen.

Warum lohnt sich Photovoltaik für Gewerbebetriebe?

Warum sollten Unternehmen auf Solaranlagen setzen - Infografik

Warum sollten Unternehmen auf Solaranlagen setzen

Die politischen Bedingungen und die Erderwärmung verdeutlichen, dass die Zeit reif ist für eine Energiewende. Mit dem Kriegsbeginn in der Ukraine stiegen die Preise an der Strombörse um mehr als 250 Prozent an. Viele Unternehmen greifen nun vermehrt auf alternative Energien zurück.

2021 bewies man zudem, dass sich die Treibhausgas-Emissionen durch die Stromerzeugung durch erneuerbare Energiequellen eingrenzen lassen. So konnten laut Angaben des deutschen Umweltbundesamtes 221 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten verhindert werden.

Gleichzeitig ebnen technische Innovationen, steigende Produktionsmengen und der Abwärtstrend der Anschaffungskosten für Photovoltaikanlagen den Weg, Strom durch Sonnenlicht zu produzieren.

Günstige Rahmenbedingungen können außerdem dafür sorgen, dass das Interesse an Photovoltaikanlagen weiter ansteigt. Unternehmen profitieren hier von reduzierten Energiekosten sowie gesunkenen Preisen für Solaranlagen.

Laut Experten erreichen Firmen tagsüber eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 70 Prozent. In dieser Zeit laufen beispielsweise in produzierenden Unternehmen Klimaanlagen und Maschinen. Gleichzeitig erzeugt die Photovoltaik-Anlage zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang Strom aus Sonnenlicht. Dieser muss weder teuer eingekauft werden noch schwankt der Preis aufgrund aktueller Weltgeschehnisse. Vielmehr wird der Strom genau dann erzeugt, wenn er benötigt wird. 

Dabei gilt: Je mehr Strom sofort genutzt wird, desto höher steigt die Rendite. Aber auch eine Einspeisung ist möglich. Die erzeugte Energie muss also nicht sofort verbraucht werden.

Ausgaben sind so besser kalkulierbar und auch die Einspeisevergütung ist fix. So können Gewerbetreibende in den kommenden 20 bis 30 Jahren mit festen Größen planen. Darüber hinaus amortisiert sich die Anschaffung einer Solaranlage innerhalb weniger Jahre.

Ein weiterer Vorteil besteht hinsichtlich des Unternehmensimages. Verbraucher erwarten heutzutage ein gewisses Maß an Nachhaltigkeit von den Unternehmen ihres Vertrauens. Mit einer Photovoltaik-Anlage kann ein Betrieb somit eine vorbildliche Wirtschaftsweise nach außen tragen.

Doch inwiefern profitieren Unternehmen konkret von PV-Anlagen?

  • Durch Solarenergie können Betriebe ihre gesamte Lüftungs- und Klimatechnik betreiben.
  • Elektrische Boiler ermöglichen es Betrieben, sogar Wasser mit Solarstrom zu erwärmen.
  • Elektroautos können durch Solarstrom aufgeladen werden.

Unternehmen verfügen über große Flächen für PV-Anlagen

Allein in Deutschland existieren mehrere Millionen Gebäude, die nicht privat verwendet werden. Dabei stellen freie Dächer ein ungenutztes Potenzial dar, denn diese Flächen gelten sowohl ökologisch als auch betriebswirtschaftlich als verloren.

Dabei bieten insbesondere Produktions- und Lagerhallen hervorragende Bedingungen, um die wartungsarmen Solarmodule zu installieren. Wie viel Potenzial im Einzelfall besteht, verdeutlicht die Wirtschaftlichkeitsberechnung, die neben der Dachbegehung, der Stromkostenanalyse, der Lastprofilanalyse und der Förderberatung im Rahmen eines Dach-Checks durch eine Fachfirma durchgeführt wird.

Alternativ können PV-Anlagen auf freien Flächen in Gewerbegebieten installiert oder an Fassaden angebracht werden. Bei der Fassadenmontage fällt der Ertrag niedriger aus als bei Solaranlagen auf dem Dach. Allerdings können so Gewerbeimmobilien selbst dann eigenen Strom produzieren, wenn die Dachfläche nicht tragfähig ist oder die Dachausrichtung sich nicht für PV-Anlagen eignet.

Bei einer Südausrichtung des Gebäudes und freiem Stand kann so ausreichend Strom produziert werden. Im Schnitt liegt die Ausbeute circa 30 Prozent unter der durchschnittlichen Stromerzeugung durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach.

Anlagekosten und Vergütungssätze für Solaranlagen sind stark gesunken

Neue PV-Anlagen sind längst nicht mehr unerschwinglich. Ebenso stark sind allerdings die Vergütungssätze für neue Solaranlagen gesunken. Trotz niedriger Einspeisevergütungen gelten Solaranlagen dennoch nach wie vor als sichere und zukunftsträchtige Investition.

Denn eine zufriedenstellende Rendite ist bei großen Photovoltaikanlagen bei einer Volleinspeisung gesichert. Diese fällt sogar höher aus als die Rendite bei herkömmlichen Geldanlagen.

Erzeugt ein Unternehmen Strom aus Sonnenlicht und nutzt diesen selbst, erhöht sich die Rendite sogar zusätzlich. Der Grund: Der Strombedarf in Unternehmen fällt konstant aus, sodass die Mehrheit des erzeugten Solarstroms tatsächlich verbraucht wird. So erhöht sich die Volleinspeisung.

So profitiert das Unternehmen vom Solarstrom

Die Energieproduktion aus der Sonne unterstützt nicht nur die Umwelt und spart Energiekosten ein. Vielmehr ergeben sich drei lukrative Geschäftsmöglichkeiten, sofern mehr Energie erzeugt wird als das Unternehmen für die eigenen Zwecken benötigt. Wir stellen drei Möglichkeiten vor, um langfristig von der Installation einer gewerblichen Photovoltaikanlage zu profitieren!

Einnahmen durch Einspeisung

Überschüssigen Solarstrom verwerten und von einer Vergütung profitieren: Wer mehr Strom aus Sonnenlicht produziert als er verbraucht, kann den Überschuss weiterleiten und in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Für jede Kilowattstunde Solarstrom erhalten Unternehmen hier eine Vergütung. Als Abnehmer kommen Energieversorgungsunternehmen (EVU) in Frage.

Wie hoch die Einspeisevergütung ausfällt, steht in Abhängigkeit zu den Vergütungssätzen zum Zeitpunkt der PV-Anlagen-Installation. Aktuell ist bei einer vollständigen Einspeisung von einer Rendite von 6 Prozent auszugehen.

Folgende Preisstaffelung greift:

  • 7,36 Cent pro eingespeister Kilowattstunde für den Anteil 10 kWp
  • 7,15 Cent pro eingespeister Kilowattstunde für den Anteil 10-40 kWp
  • 5,60 Cent pro eingespeister Kilowattstunde für den Anteil 40-100 kWp

Der Verkauf überschüssiger Energie kann für Unternehmen somit einen lukrativen Zuverdienst darstellen. Zudem ist eine vertraglich festgelegte Abnahme der Sonnenenergie eine feste Größe, mit der verlässlich kalkuliert werden kann, denn die Werte werden über einen Zeitraum von 20 Jahren bestimmt.

Einnahmen durch Direktvermarktung

Den Überschussstrom können Unternehmen auch direkt vermarkten. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Strom nicht für den Eigenbedarf verwendet, sondern ausschließlich vermarktet wird. Gehandelt wird der eingespeiste Strom an der Börse.

In diesem Fall erhält der Betreiber der PV-Anlage den Börsenpreis, eine Marktprämie sowie eine Management-Prämie. Folglich beträgt die Rendite auch bei der Direktvermarktung circa 6 Prozent, da der Aufwand und das Risiko durch die Prämien ausgeglichen werden.

Maximale Rendite durch Eigenverbrauch

Die höchste Rendite erzielen Unternehmen mit gewerblichen Photovoltaikanlagen durch den Eigenverbrauch. Der Betrieb spart Energiekosten ein, indem er selbst Strom erzeugt und diesen noch vor Ort verbraucht.

Gleichzeitig ist es wahrscheinlich, eine hohe Energieverbrauchsquote zu erzielen, da das Unternehmen den Strom genau dann benötigt, wenn die Solaranlage tagsüber am meisten Strom produziert. So kann eine Rendite von bis zu 12 Prozent realisiert werden.

Ein Rechenbeispiel: Mit einer PV-Anlage, die Anschaffungskosten in Höhe von 811 Euro pro kWp verursacht und eine Gesamtleistung von 285 kWp aufweist, kann innerhalb von 20 Jahren eine Stromkostenersparnis von 929.371 Euro erzielt werden.

Dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Betriebskosten betragen 1,5 Prozent.
  • Die Stromkosten im Jahr der Inbetriebnahme belaufen sich auf 0,18 Euro pro kWh.
  • Die Sonneneinstrahlung ergibt 812 kWh pro kWpa.
  • Die Einspeisevergütung beträgt 6,15 Cent pro Kilowattstunde.
  • Die Eigenverbrauchsquote liegt bei 98,5 Prozent.
  • Die Einspeisung misst 3.470 kWh.

Was kostet eine gewerbliche Photovoltaikanlage?

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage für Gewerbetreibende lassen sich nicht pauschal benennen. Faktoren wie die Art der Solarmodule, der Standort, die Ausrichtung und die Sonnenstunden vor Ort beeinflussen das Ergebnis.

Generell lässt sich festhalten, dass hochwertige monokristalline Photovoltaikanlagen höhere Mengen an Solarstrom produzieren können als polykristalline Anlagen oder Dünnschichtzellen. Somit lassen sich die Energiekosten senken, indem mehr Solarstrom genutzt wird.

Dünnschichtzellen verursachen höhere Anschaffungskosten, können im Einzelfall jedoch die einzige Möglichkeit darstellen, Solarenergie zu erzeugen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Solarmodule aufgrund der Statik nicht auf dem Dach platziert werden können.

Die Stromausbeute steht zudem in Relation zur installierten Leistung. Ein mittleres Unternehmen verbraucht im Durchschnitt 20.000 bis 25.000 Kilowattstunden. Um diesen Bedarf zu decken, sollten circa 20 Kilowatt-Peak installiert werden.

Kilowatt-Peak (kWp) umfasst die Höchstleistung einer Photovoltaikanlage in Kilowatt (kW). Dieses Maß wird ausschließlich zur Leistungsmessung bei Photovoltaikanlagen verwendet. So wird sichergestellt, dass verschiedene Photovoltaik-Module miteinander verglichen werden können.

Eine PV-Anlage für das Dach kostet circa 850 bis 1.000 Euro pro Kilowatt-Peak. Wird die Anlage 20 Jahre lang betrieben, kostet der produzierte Strom circa 7 Cent pro Kilowatt-Peak – inklusive der Wartungs- und Reparaturkosten.

[Infobox] einfügen: “Tipp:

Große Anlagen bieten langfristig die Möglichkeit, einen hohen Anteil des eigenen Energiebedarfs zu decken. Auf eine kleine PV-Anlage zu setzen, um Geld zu sparen, ist demnach nicht rentabel. Zudem fällt die Rendite bei kleinen und großen Anlagen vergleichbar hoch aus.”

Förderung von PV-Anlagen auch für Firmeneigentümer möglich

Unternehmen, die eine PV-Anlage einsetzen möchten, können Fördermittel beantragen. Neben der genannten Einspeisevergütung bietet die KfW-Förderbank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zinsgünstige Finanzierungsmöglichkeiten an. Diese fördert sowohl bestehende als auch neue Photovoltaikanlagen.

So können Unternehmer beispielsweise von dem Programm für Erneuerbare Energien „Premium“ profitieren. Dies ist jedoch nur dann realisierbar, wenn ein Teil der gewonnenen Solarenergie in das öffentliche Netz eingespeist und nicht vollständig für den Eigenbedarf genutzt wird. Die Laufzeit kann zwischen fünf und zwanzig Jahren betragen und flexibel bestimmt werden.

Auch die Bundesländer, Städte und Gemeinden fördern den Umstieg auf erneuerbare Energien. In diesem Kontext können Unternehmen bezuschusst werden oder Kredite zu günstigen Konditionen erhalten. Darüber hinaus bieten die lokalen Energieversorger in der Regel Zuschüsse auf die Einspeisevergütung an.

Steuerliche Abschreibung der Photovoltaikanlage

Die Anschaffung einer gewerblichen PV-Anlage kann auch zu steuerlichen Vorteilen führen. Nach dem Erwerb zahlt das Finanzamt zunächst die Umsatzsteuer zurück. Weiterhin können Unternehmen alle Ausgaben steuerlich absetzen, die im Zusammenhang mit der Solaranlage entstehen.

Das betrifft sowohl Wartungskosten und laufende Kosten als auch Kosten im Rahmen von Umbauten der Dachfläche. Letztere umfassen zum Beispiel die Werkzeuge, die Sicherheitsmaterialien und die Reinigungsmittel. Zudem können Versicherungsprämien geltend gemacht werden.

Photovoltaikanlagen werden dabei als “selbstständig bewegliche Wirtschaftsgüter” definiert. Aus diesem Grund können Unternehmer drei verschiedene Varianten der Abschreibung nutzen, die sich sogar miteinander kombinieren lassen. Doch welche Abschreibungsformen sind möglich?

Investitionsabzug

Bis zu 40 Prozent des Anschaffungsbetrags einsparen: Seit seiner Einführung im Jahr 2008 ist der Investitionsabzugsbetrag nutzbar. Dieser richtet sich vorwiegend an kleine bis mittlere Betriebe und soll Solaranlagen für Unternehmen attraktiver machen.

Wer plant, die Energiekosten zukünftig durch Solarstrom zu reduzieren, macht den Investitionsabzug ein bis drei Jahre vor dem Erwerb geltend. So lassen sich bis zu 40 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einsparen.

An einem Rechenbeispiel lässt sich belegen, dass sich die Verwendung des Investitionsabzugs lohnen kann: Ein Unternehmer möchte auf erneuerbare Energien setzen und plant die Montage einer PV-Anlage für das Jahr 2024. Im Jahr 2023 macht er deshalb den Investitionsabzug geltend.

Somit spart der Unternehmer 32.000 Euro (40 Prozent) ein. 2024 erfolgt dann die Auflösung der Rücklage – und das gewinnneutral. Wurde die PV-Anlage bis zu diesem Zeitpunkt aus diversen Gründen nicht angeschafft, wird der Investitionsabzug aufgehoben.

Wird der Betrieb neu eröffnet und soll die Photovoltaikanlage von Beginn an Strom produzieren, sollten Unternehmer einen wichtigen Punkt beachten: Der Investitionsabzug greift in diesem Fall nur dann, wenn der Betrag bereits vor dem Ende des vorherigen Geschäftsjahres geltend gemacht wurde.

Lineare Abschreibung

Die lineare Abschreibung basiert auf dem Kaufpreis der PV-Anlage, der auf die Nutzungsdauer umgelegt wird. In diesem Zusammenhang ist Unternehmen das Kürzel AfA (Absetzung für Abnutzung) geläufig. Die Abrechnung erfolgt ab dem Kauftag bis zum Tag der letzten Nutzung.

In der Regel beträgt die Nutzungsdauer einer Photovoltaikanlage circa 20 Jahre. In der AfA-Tabelle des Bundesministeriums der Finanzen gilt dieser Durchschnittswert als Basis für die Berechnung der individuellen Ersparnis. Unternehmen können hier ablesen, dass sie jedes Jahr ein Zwanzigstel des Anschaffungspreises der PV-Anlage absetzen können.

Erwirbt ein Unternehmen also eine Photovoltaikanlage für 36.000 Euro, ergibt sich laut AfA-Tabelle eine absetzbare Summe von 1.800 Euro pro Jahr.  Wird die Anlage jedoch beispielsweise im Dezember angeschafft, wird ein Zwölftel als Absetz-Summe, also 150 Euro, für das erste Jahr veranschlagt.

In den kommenden Jahren greift dann die Summe von einem Zwanzigstel. Im 21. Jahr können die fehlenden Monate auf das volle Jahr angerechnet werden. Hier ergibt sich dann eine Summe von 1.650 Euro.

Sonderabschreibung

Sonderabschreibungen bieten eine lohnenswerte Möglichkeit, um abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter innerhalb eines Zeitfensters von bis zu vier Jahren nach dem Erwerb steuerlich abzusetzen. So können Unternehmen 20 Prozent des Kaufpreises geltend machen und die Verteilung dieser 20 Prozent sogar frei wählen.

Dies ist jedoch nur unter den folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Es handelt sich um einen Gewerbebetrieb.
  • Das Anlagevermögen am Wirtschaftsjahresende beträgt maximal 235.000 Euro.
  • Die Solaranlage muss mindestens ein Jahr genutzt werden.
  • Der Eigenverbrauch wird als Sachentnahme gewertet.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen entscheidet sich im Jahr 2022 für eine gewerbliche PV-Anlage im Wert von 120.000 Euro. 20 Prozent der Anschaffungskosten macht der Betrieb im Jahr 2023 voll geltend. Auf diese Weise ergibt sich eine Summe von 24.000 Euro. Im Jahr 2023 können so größere Einnahmen steuerlich minimiert werden.

Was ist bei der Anschaffung von Solarmodulen zu beachten?

Bei dem Erwerb von Photovoltaikanlagen setzen Unternehmen im Idealfall auf eine individuelle Lösung durch einen Fachbetrieb. Die Bedingungen vor Ort fallen einzigartig aus, so dass eine Bewertung der Gegebenheiten im Rahmen eines professionellen Beratungsgespräches erfolgen sollte.

In diesem Kontext wird zunächst der Zustand des Daches beurteilt. Daran schließt sich eine Bedarfsberechnung sowie die Erstellung eines individuellen Stromlastprofils an. Bereits hier können Interessierte Fragen zu den Installationskosten, der Einspeisevergütung und den Fördermöglichkeiten stellen. So profitieren Unternehmen langfristig von den Vorteilen der Photovoltaikanlage.

Vorbild Agrophotovoltaik für Gewerbebetriebe

Getreide und Solarmodule auf dem Acker: Agrophotovoltaik eignet sich zwar nicht für Industrie- oder Gewerbeanlagen, revolutioniert jedoch die Landnutzung. Auf diese Weise lassen sich landwirtschaftliche Flächen doppelt nutzen. 

Zu diesem Zweck installiert der landwirtschaftliche Betrieb Module in 5 Metern Höhe auf einem Feld, das bepflanzt wird. Die Solarmodule überragen die Ernte, sodass der Landwirt wie gewohnt pflanzt, ackert und erntet.

Liegt der Acker brach, wird dieser weiterhin effizient genutzt. Außerdem sind Freiflächen-Installationen eine gewinnbringende Alternative für ungenutzte Flächen wie Bauland.

Das Fazit – Die Anschaffung einer PV-Anlage lohnt sich auch für Gewerbebetriebe und Unternehmen

Photovoltaikanlagen sind Solaranlagen zur Erzeugung von Strom durch Sonnenlicht. Sie können auf den Dächern, an den Fassaden oder auf ungenutzten Flächen montiert werden.

Für einen Gewerbebetrieb lohnt sich die Anschaffung einer gewerblichen PV-Anlage, um die CO₂-Emission zu senken und durch den Beitrag zum Klimaschutz das Unternehmensimage zu fördern. Außerdem ist es dadurch möglich, die Energieeffizienz und damit den Umsatz zu steigern und zusätzliche Gewinne durch die Vermarktung der überschüssigen Energie zu erzielen. Durch die Einspeisevergütung entsteht hier zum Beispiel eine sichere und langfristige Einnahmequelle.

Die Anlagekosten sind dank des technischen Fortschritts gesunken. Ebenso verhält es sich jedoch mit den Vergütungen. Dennoch lässt sich mit einer gewerblichen Photovoltaikanlage in einem üblichen Zeitraum von 20 Jahren ausreichend Solarstrom erzeugen, um die Gesamtenergiekosten eines Unternehmens massiv zu senken. Zudem können die PV-Anlagen steuerlich abgesetzt werden.

Bei der Anschaffung gilt: Professionelle Fachbetriebe beraten Unternehmen bei der Wahl der passenden Solaranlage und realisieren die Montage.

Quelle: Erneuerbare Energien in Zahlen | Umweltbundesamt

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