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Jamin-Kolumne: Schlechte Zeiten für’s private Energiesparen

Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

Mit dem Energiesparen in Privathaushalten wird es in diesem Winter wohl nicht funktionieren. Klimaminister Robert Habeck möchte ja gerne, dass die Bürger*innen rund 20 Prozent ihres Energieverbrauchs zuhause einsparen.

Doch meine Beobachtungen im privaten und beruflichen Umfeld und vor allem auf Facebook zeigen meist großes Desinteresse. Etwa als ich Mitte November auf Facebook ein Foto (oben) mit Weihnachtsbeleuchtung in meinem Lieblingswohnstadtteil Düsseldorf-Oberkassel veröffentlichte mit dem Hinweis: „Das muss nicht sein…“

Empörte Reaktionen

Die Reaktionen der Social-Media-Blase zeigen, dass bis auf sehr wenige Ausnahmen niemand das Energiesparen im Blick hat. Im Gegenteil: Viele fühlen sich angegriffen allein durch den Hinweis, dass eine Weihnachtsbeleuchtung Mitte November doch zu früh und überflüssig ist.

Hier eine Auswahl von Statements mit allen Fehlern, an die wir uns im Social Media ja schon gewöhnt haben:

  • „Wir sollen sparen an allen Ecken und Kanten, ist vielleicht auch sinnvoll, aber sollten da unsere Regierenden mit bestem Beispiel vorausgehen und nicht uns den schwarzen Peter zuschieben. Genauso gut könnte man auch erst einmal erlassen, dass sämtliche Verleiher von E–Rollern-Autos-Scootern-Fahrrädern den Dienst einstellen müssen, ohne diese Dinge hat es ja schließlich vorher auch funktioniert.“
  • „Ich find‘s immer nur traurig, wenn man dem kleinen Mann seine Lichterkette nicht gönnt, sich aber über Kreuzfahrtschiffe ausschweigt. Weil es nämlich niemanden jucken würde, wenn man drüber meckert. Geld regiert die Welt.”
  • „Also sucht man sich als Ersatz die Lichterkette aus, weil sich das viel besser adressieren lässt.“
  • „In 2 Wochen ist der 1. Advent. Freu dich doch. Woanders wird das weggespart. Außerdem ist immer einer der erste.“
  • „Man lebt nur einmal.“
  • „Die Weihnachtskette wird ausgeschaltet und ein e Auto verbraucht auf 100 km 20 bis 25 kW. Ganz mein Humor.“
  • „Dann darfst Du nicht meine Beleuchtung sehen, ich finde es toll.“
  • „Ich sehe es schon kommen. Nächstes Posting: Meine Nachbarin hat Lichterketten, den Weihnachtsbaum beleuchtet und ihre Heizung an, sie läuft nämlich ohne Mantel in der Wohnung herum! So was machen nur Nazis, so unsolidarisch! Die bekommt auch noch an Weihnachten einfach Besuch von ihren Enkeln und kocht für die, mit ihrem Gasherd! Kann ich da das Ordnungsamt informieren oder besser direkt die Polizei? Ruhig mal drüber nachdenken.”
  • „Und die fette Eislaufbahn an der Kö und das schöne beleuchtete Riesenrad am Schlossturm werden von kleinen Hamstern betrieben um Strom zu sparen?“
  • „Ich lass mir von niemandem verbieten wann ich meine Beleuchtung an und aus mache so weit kommt das noch.“
  • „Meine Güte. Immer mit dem Finger auf die anderen zeigen. Lasst das doch einfach jeden selbst entscheiden.“
  • „Ich verstehe was du sagen möchtest. Ich denke momentan versucht jeder schon so gut wie möglich Strom zu sparen. Aber man muss den Leuten nicht jede Freude nehmen, für viele ist eine Weihnachtsbeleuchtung etwas woran sie sich erfreuen und ein paar LED lichterketten sind wirklich nicht verschwenderisch. Ich für meinen Teil hab zum Beispiel einfach genug davon, dass mir für alles ein schlechtes Gewissen eingeredet werden soll, es fühlt sich an, als ob bei allem, woran man sich freuen kann jemand kommt und erzählt, warum es moralisch nicht ok ist sich dran zu erfreuen.“
  • „Gut, dass nun der Klimagipfel im schönen Ägypten ist. Wie die ganzen Politiker da wohl hingekommen sind. Bestimmt ganz umweltfreundlich.”
  • „Habe meine (Weihnachtsbeleuchtung) direkt auch angemacht.“

Bei so vielen negativen Reaktionen kann ich nur sagen: Frohe Weihnachtszeit – hoffentlich gibt es an den Festtagen keinen Black-out, weil wir zu viel Strom verbrauchen.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…

Ihr Peter Jamin

 

Peter Jamin (© Michael Seelbach)

Peter Jamin arbeitet als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte – neben Kolumnen und Artikeln – mehr als 30 Bücher zu gesellschaftlich relevanten wie unterhaltsamen Themen. Darüber hinaus arbeitete er als Autor und Regisseur von Fernsehdokumentationen und -serien. Etliche Bücher schrieb er als Ghostwriter prominenter Zeitgenossen. Mit seinem Schwerpunktthema „Vermisst“ befasst er sich seit rund 30 Jahren; unterhält auch ein „Vermisstentelefon“ zur Beratung von Angehörigen Verschwundener. Ausgezeichnet wurde Jamins Arbeit u.a. mit dem „GdP-Stern“ der Gewerkschaft der Polizei „in besonderer Würdigung seiner herausragenden journalistischen Leistungen“. Infos zum Autor unter jamin.de.

Bildquellen

  • Peter Jamin: Michael Seelbach
  • Weihnachtsbeleuchtung_Düsseldorf_Oberkassel: Jamin
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