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Interview mit Christa Box: Sprachbarrieren im Business überwinden

Christa Box

In Kunden- und Mitarbeitergesprächen den richtigen Ton zu finden, fällt schon in der Muttersprache nicht leicht. Christa Box hat sich als English Coach eine Nische auf dem Coachingmarkt gesichert und betreut Unternehmen im In- und Ausland. Susan Tuchel interviewte sie in ihrem Büro in Meerbusch.

business-on: Führungskräfte und Mitarbeiter zu coachen und sie „by the way“ noch im Englischen zu verbessern, das klingt nach zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen …

Christa Box: Wie schön, dass Sie mit einer Redewendung anfangen, die im englischen Sprachraum übrigens „to kill two birds with one stone“ heißt. Und da sind wir auch schon mittendrin in den Unsicherheiten, wenn wir uns in einer Fremdsprache korrekt ausdrücken möchten. Im internationalen Business verkompliziert sich das Problem noch, weil zu den Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern die Fremdsprache on top noch dazukommt.

business-on: Sie sind ausgebildete Sprachtrainerin und Englisch-Dolmetscherin, außerdem Systemischer Business Coach, Fachkraft für Qualitätsmanagement und für betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Entspannungstherapeutin. Was fließt davon in Ihre Arbeit als English Coach mit ein?

Christa Box: Vor allem, dass ich das Schwere mit Leichtigkeit kombiniere und mir immer meinen englischen Humor bewahre. Aber natürlich ist es so, dass in jeden Sprachkurs ein Coach-Anteil integriert ist. Wenn Mitarbeiter wissen möchten, wie sie sich am besten auf ein internationales Meeting vorbereiten oder sich auf einer Messe präsentieren sollen, wenn eine Führungskraft sich auf ein Mitarbeitergespräch vorbereiten möchte oder ein Unternehmer mit seinen internationalen Kunden und Lieferanten verhandeln möchte, dann unterrichte und coache ich immer parallel, das kann ich gar nicht voneinander trennen.

business-on: Wie gut kennen Sie sich denn in der Wirtschaft aus?

Christa Box: Ich bin über die Sprachschiene zur Bank gekommen und habe dort international als Schnittstellenmanagerin gearbeitet. Auch durch die Gründung meines Trainings- und Consultingunternehmens habe ich im Laufe von über 25 Jahren mehr als 600 Kunden als Coach und Veränderungsmanagerin auf Deutsch und Englisch begleitet. Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich. Ich arbeite z. B. mit einem Finanzdienstleister zusammen und coache deutsche Führungskräfte darin, wie sie mit Mitarbeitern aus anderen Ländern besser kommunizieren können. Die Nachfrage ist während der Corona-Pandemie und im Homeoffice sogar noch angestiegen. Die Nerven lagen in manchen Teams ziemlich blank. Es kam zu Konflikten sowohl zwischen der Führungsebene und den Mitarbeitern als auch untereinander. Das ist schon in deutschen Teams schwierig, in Teams mit der Verkehrssprache Englisch ist es noch schwieriger. Kann ich meine englischsprachigen Kollegen online Privates fragen? Ich sitze hier im Home-Office, um mich herum toben die Kinder und da soll ich mich auch noch perfekt auf Englisch ausdrücken? Und außerdem fallen mir immer nur dieselben Vokabeln ein, ich kann überhaupt nicht variieren. Solche Probleme, mit denen sich Mitarbeiter plagen, haben dann auch unmittelbare Auswirkungen auf Projekte. Da waren und sind noch immer verstärkt Einzelcoachings gefragt sowie ein gezieltes Konfliktmanagement in den Teams.

business-on: Neben Führungskräftecoaching und Stressmanagement coachen Sie auch Unternehmensnachfolgen. Braucht man dazu denn auch Englisch?

Christa Box: Natürlich nicht immer. Aber mein USP ist, dass ich als Change Managerin das Coaching für Nachfolgen sowohl in Deutschland als auch im englischsprachigen Raum leisten kann. Ich sorge dafür, dass die Verhandlungen sprachlich gelingen und die Mitarbeiter wissen, welche Änderungen nötig sind und wie sie selbst den Prozess mitgestalten können. Für solche Gespräche müssen sprachliche Nuancen gelernt werden, damit ich das, was ich sage, auch mit der nötigen Empathie rüberbringe.

business-on: Welche Rolle spielen kulturelle Eigenheiten?

Christa Box: Eine immer größere, weil die Teams immer internationaler werden. Wenn ich in Deutschland eine chinesische Führungskraft im mittleren Management habe, dann wird sie sich mit Mitarbeitergesprächen schwertun. In Asien muss man Mitarbeitern eher sagen, was sie zu tun haben, Mitarbeiter in Deutschland möchten wissen, wo sie stehen.

business-on: Können nur Unternehmen Sie als English Coach buchen?

Nein, eine Kundin, die ehrenamtlich unterwegs ist, hat einen Verein in Afrika gegründet und wollte wissen, wie sie sich da ausdrücken kann. Auch in solchen Fällen unterstütze ich gerne.

 

Susan Tuchel

Susan Tuchel, Journalistin, Autorin und PR-Beraterin in Düsseldorf, nimmt gesellschaftliche Trends, politische und wirtschaftliche Entwicklungen ins Visier.

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