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Heine-Platz: Das Kreuz mit dem Loch

Um diese über 16 Meter große Öffnung auf dem Platz dreht sich der Streit. Im Hintergrund der Simulation ist das Wilhelm-Marx-Haus zu erkennen.

Der Graben im Rat zwischen Befürwortern und Gegnern scheint genauso tief zu sein, wie das zukünftige „Loch“ auf dem Heinrich-Heine-Platz. Während die einen auf der Dezember-Ratssitzung von „deutlicher städtebaulicher Aufwertung“ (Alexander Fils, CDU) sprechen, reden die anderen von „Benkos Höllenloch“ (Julia Marmulla, Die Linke). Kontrovers und umstritten bleibt also die Neugestaltung des Platzes. Doch woran liegt es?

In erster Linie ist es der schneckenförmige Abgang, der zu dem Basement des Carschhauses führen und in etwa an die jetzige Stelle des Pavillons treten soll. Zum Hintergrund: Dieser Auf- oder Abgang ist notwendig, hat er doch auch die Funktion des Notausganges. Der schneckenartige Stein des Anstoßes lässt zur Front des Kaufhauses eine Passage von rund neun Metern, was eine deutliche Verbesserung des Durchlaufes zum Wilhelm-Marx-Haus bedeutet. Doch ist ein Loch von einem Durchmesser von über 16 Metern in der Mitte eines derartig zentralen und bedeutenden Platzes in der Innenstadt der Weisheit letzter Planungsschluss? Ja, meint die CDU. Die Umgestaltung des Platzes sei eine „deutliche städtebauliche Aufwertung“, so Alexander Fils (CDU). Und verweist auf die Vorzüge des „deutlich vergrößerten Platzes“ und seiner „Barrierefreiheit“. Die Grünen als Koalitionspartner stoßen in das gleiche Horn. Der „Tiefhof ist nicht optimal“, meinte deren Vertreter Frank Schulz in der Ratssitzung. Aber nach der Fertigstellung wäre der Platz „größer und aufgeräumter“. Und schließlich habe die Stadt mit dem Carschhauseigentümer Signa eine „Rückbauoption“ verhandelt. Eine Option, die bei den Gegnern des Abgangs auf große Skepsis in der Umsetzung trifft, da dies, so Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), womöglich „eingeklagt werden“ müsste.

Zur Verdeutlichung. Bei der Diskussion ging es nicht um oder gegen Signa, es ging nicht um die Chance, das Carschhaus zu alter Blüte zu verhelfen, es ging auch nicht um die Umgestaltung des Platzes in der vorgelegten Form. Es ging ausschließlich um den Krater „mit schönem Geländer“, was den Platz nicht heile, so Markus Raub (SPD). „Dieses Loch ist keine städtebauliche Gestaltung. Ist es notwendig? Nein.“

„Investorenplanung“ auf diesen Begriff fasste Manfred Neuenhaus (FDP) die vorliegenden Pläne zusammen. „Die Treppe lädt zum Abhängen und hinpinkeln ein“, warf dann auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ein. „Wir ahnen, wie schlimm es wird.“

Der Rat nahm mit Mehrheit von CDU und Grünen die vorliegenden Planungen an.

Bildquellen

  • : SIGNA/David Chipperfield Architects
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