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„homespend“: Wie aus Fachkräftemangel eine neue Agentur entstand

homespend-Gründer Mohamed Sabba

Hunderte Werbeagenturen gibt es in Düsseldorf – von „Einzelkämpfern“ bis zu den großen Niederlassungen internationaler Netzwerkagenturen. Unter dem Namen „homespend“ ist nun eine weitere Agentur hinzugekommen – und Gründer Mohamed Sabba verspricht, dass sie einzigartig in der Stadt ist – zumindest für die Geschichte dahinter trifft es zu.

Mohamed Sabba, studierter Media Designer und fest mit Düsseldorf verwurzelt, überlegte für den Schritt in die Selbständigkeit nicht lange: „Ich habe einen klaren Bedarf gesehen und dort möchte ich helfen und Sinn stiften“. Was sich hinter dieser Aussage verbirgt, ist schnell erklärt. Seit Sommer letzten Jahres war seine Nachbarin auf einen Rollstuhl angewiesen. „Es waren minimale bauliche Veränderungen am Haus notwendig“, erzählt Sabba: „doch so einfach war es gar nicht, denn wir fanden einfach keinen Handwerker, der Zeit für sie hatte“. Er berichtet wie Telefonate gar nicht erst angenommen wurden oder es Termine für Kostenvoranschläge gab und der Auftrag abgelehnt wurde, weil der Handwerker größere Aufträge vorrangig bearbeiten müsse.

Sabba, der schon lange für die Rekrutierung von Mitarbeitern zuständig war, schaltete schnell: „Nachdem wieder ein Handwerker erklärte, dass er den Auftrag gern annehmen würde, ihn aber erst in vielen Monaten angehen könnte, machte ich ihm ein Angebot“. Schnell war ein Tauschgeschäft entwickelt. Sabba kümmerte sich um einen weiteren Mitarbeiter für den Betrieb, im Gegenzug sollte der erste Auftrag des neuen Mitarbeiters der kleine Umbau am Haus der Nachbarin werden.

Nach 24 Stunden zehn qualifizierte Bewerber

„Es dauerte keine 24 Stunden und wir hatten über 10 qualifizierte Bewerber auf dem Tisch“. Bereits für den folgenden Monat – also Juli 2021 – konnten zwei Handwerker in dem Betrieb anfangen. „Für mich hat es sich sehr gelohnt – aus Dankbarkeit wurde unser kleiner Umbau vorgezogen und so konnte meine Nachbarin den Sommer noch draußen genießen“. Und auch beruflich ging es für Sabba weiter. Schnell sprach sich seine Fähigkeit rum und nun häuften sich bei ihm die Anfragen. „Bereits nach wenigen Wochen war mir klar, ich hatte hier einen Nerv getroffen“, so Sabba. „Es war schon ein großer Schritt. Erstmal meinem Chef von der Idee zu erzählen, zu kündigen, Werbematerialien, einen Namen und ein Logo zu entwickeln“.

Das Leben im Lockdown gab Sabba und seinem Team die nötige Zeit, das Projekt zu durchdenken und die ersten erfolgreichen Employer Branding Piloten durchzuführen. Mit HR-Expertise, zukunftsweisenden Strategien und moderner Technik will homespend Handwerksbetrieben eine Identität verleihen, neue Zielgruppen erreichen und potenzielle MitarbeiterInnen identifizieren.

Düsseldorf ist für seine Agenturvielfalt bekannt und dafür, große und internationale Werbekampagnen zu entwickeln. Doch Sabba hat seinen Weg gefunden: „Für mich war direkt klar, ich will nur dieses eine Problem lösen und habe damit genug zu tun. Ich kümmere mich nicht um die großen Werbebudgets, die in der Stadt aufgeteilt werden. Mich macht es glücklich, Handwerkern – und damit am Ende allen in der Stadt – helfen zu können. Die Pandemie brachte viele dazu, ihr häusliches Leben mit neuen Augen zu sehen und Handwerksbetriebe zu engagieren. Daher der Name homespend (engl. spend time at home/ Zeit zu Hause verbringen). Es ist eine Hommage an die individuellen Werte von Handwerkern und ihrer Hingabe für den Schaffensprozess.“, sagt Sabba. Nun ist die Agenturlandschaft in Düsseldorf um eine Agentur reicher, die aber nur eine ganz spezielle Kundengruppe mit einem einzigen Problem betreut.

Bildquellen

  • Mohamed Sabba: homespend Mohamed Sabba
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