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Konjunkturbefragung: Vorsichtiger Optimismus unter norddeutschen Händlern und Dienstleistern – Fachkräfte werden wieder gesucht

Die wirtschaftliche Lage im norddeutschen Groß- und Außenhandel bleibt weiterhin angespannt: Der Umsatz der Unternehmen stieg im ersten Quartal 2021 um nominal 0,1 Prozent, real wurde ein Umsatzminus von 4,0 Prozent verzeichnet. Im Vorquartal fiel der Umsatz nominal über alle Branchen hinweg um 0,9 Prozent, real lag das Umsatzminus bei 2,1 Prozent. Der Blick in die nähere Zukunft stimmt zuversichtlich. Das ist ein Ergebnis der Befragung, die der AGA Unternehmensverband zwischen Mitte März und Anfang April 2021 unter den norddeutschen Unternehmen durchgeführt hat.

Der AGA-Indikator für den Groß- und Außenhandel konnte sich gegenüber dem vierten Quartal 2020 deutlich erholen und stieg von 98,2 auf jetzt 118,5 Punkte. Auch der Gesamt-Indikator für Handel und Dienstleistung erhöhte sich von 104,4 auf 111,1 Punkte. Einkaufs- und Verkaufspreise stiegen. Für die nähere Zukunft planen Händler und Dienstleister vorsichtig optimistisch: So erwarten 31 Prozent der Unternehmen bis Ende September 2021 einen höheren Umsatz (Vorquartal: 31 Prozent). Einen höheren Gewinn prognostizieren 22 Prozent der Betriebe, im Vorquartal lag dieser Wert bei 17 Prozent.

„Die norddeutsche Kaufmannschaft arbeitet sich mit hoher Flexibilität und ausgeprägtem Unternehmergeist durch den anhaltenden Lockdown“, sagte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage am 14. April. „Die erfreulichen Perspektiven der Wirtschaftsstufe insgesamt dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass zahlreiche Unternehmen richtig leiden und Existenzen gefährdet bleiben“, erläuterte Kruse. Die derzeit stabilen Werte basierten unter anderem auf der Weitergabe erhöhter Einkaufspreise und es würden weiterhin Unsicherheiten wahrgenommen. Der spürbare Optimismus sei dennoch begründet, weil mit dem Ende der Pandemie erhebliche Nachholbedarfe bei Unternehmen und Verbrauchern die Binnenkonjunktur antreiben werden. „Wir müssen uns aus der Pandemie freiimpfen, darauf müssen sich die staatlichen und alle weiteren Akteure jetzt konzentrieren“, forderte der AGA-Präsident.

Im Vergleich zum Vorquartal hat sich der Dienstleistungssektor in den ersten drei Monaten des Jahres wieder stabilisiert. Nach 99,6 Punkten im Vorquartal liegt er aktuell mit einem Indikatorwert von 116,6 deutlich über der 100-Punkte-Marke. Werte unter 100 Punkte deuten auf eine relativ schlechte Geschäftslage hin, Werte über 100 auf eine relativ gute Lage.

Ergänzend zur Konjunkturanalyse hat der AGA seine Mitglieder nach den Personalplänen befragt. Zwei Drittel der Unternehmen suchen aktuell Fachkräfte. Im Vorjahreszeitraum waren es 29 Prozent. Dazu passt der Trend bei der Zahl der neu zu besetzenden Stellen: Sollten zu Beginn der Krise im Durchschnitt pro Unternehmen noch 2,4 Stellen neu besetzt werden, sind es nun bereits 5,3 Stellen. „Die Unternehmen benötigen im Durchschnitt 13 Wochen für die Besetzung einer vakanten Stelle. Den Fachkräftebedarf im Lockdown zu decken, bleibt eine große Herausforderung. Vor allem im technischen Bereich und im Vertrieb suchen Händler und Dienstleister qualifiziertes Personal“, so AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch.

Die norddeutschen Bundesländer

Laut AGA stieg Im ersten Quartal 2021 in Hamburg der Umsatz um nominal 0,9 Prozent (real: minus 2,6 Prozent), in Niedersachsen stieg er um nominal 2,7 Prozent (real: minus 0,6 Prozent) und in Bremen stieg er um nominal 3,3 Prozent (real: minus 5,3 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern sank der Umsatz um nominal 2,8 Prozent (real: minus 3,3 Prozent) und in Schleswig-Holstein sank er nominal um 2,6 Prozent (real: minus 6,7 Prozent).

Bildquellen

  • Container im Hamburger Hafen: Favorit-Media-Relations GmbH
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