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Norddeutsche Händler und Dienstleister spüren den Lockdown – Unternehmen wollen trotzdem weiter investieren und einstellen

Konjunkturumfrage des AGA Unternehmensverbands: Die Stimmung der norddeutschen Groß- und Außenhändler sowie Dienstleister hat sich nach einer kurzen Erholungsphase wieder verschlechtert.

„Den harte Lockdown im Dezember und den Brexit spüren die norddeutschen Händler und Dienstleister stark. Diese und weitere Faktoren haben die im 3. Quartal erreichte Erholung abgebremst. Für 2021 erwarten wir für unsere Wirtschaftsstufe ein geringes Wachstum, das vom Verlauf der Corona-Pandemie abhängt“, sagte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse am 14. Januar bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage.

Die Aussichten auf die nähere Zukunft sind bei Händlern und Dienstleistern zwar besser als im Vorquartal, trotzdem aber noch sehr zurückhaltend: So erwarten nun 31 Prozent der Unternehmen bis 30. Juni 2021 einen höheren Umsatz (Vorquartal: 17 Prozent). Einen höheren Gewinn prognostizieren 17 Prozent der Betriebe, im Vorquartal lag dieser Wert bei 14 Prozent.

Der über viele Jahre so starke Dienstleistungssektor hat im Laufe des vergangenen Jahres ebenfalls deutlich eingebüßt und befindet sich nun mit einem Indikatorwert von 99,6 Punkten sogar knapp unter der 100-Punkte-Marke. Werte unter 100 Punkte deuten auf eine relativ schlechte Geschäftslage hin, Werte über 100 auf eine relativ gute Lage.

Weiterhin hohe Beschäftigung

Trotz der angespannten Lage in Handel und Dienstleistung gibt es aber auch gute Nachrichten: „Selbst Unternehmen, die aktuell zu kämpfen haben, werden 2021 weiter einstellen. Immerhin 29 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen wollen in den kommenden Monaten Personal aufbauen, nur 14 Prozent planen einen Abbau. Die Beschäftigung wird also hoch bleiben“, so AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch. Darüber hinaus ergab die AGA-Umfrage, dass 20 Prozent der norddeutschen Unternehmen in diesem Jahr ihre Investitionen erhöhen wollen, 59 Prozent wollen sie auf dem hohen Niveau beibehalten und nur 21 Prozent verringern.

Zu den nationalen und internationalen Herausforderungen für Händler und Dienstleister sagte Dr. Kruse: „Was wir bei der Krisenbewältigung nicht brauchen, ist ein wohl gut gemeintes, aber völlig praxisfernes Lieferkettengesetz oder ein zusätzliches Unternehmensstrafrecht.“ Positiv hob er hervor: „Mit dem Brexit-Handelsabkommen und dem Investitionsschutzabkommen zwischen China und der EU gab es zum Ende des Jahres zwei gute Nachrichten für unsere Unternehmen. Wir haben nun mehr Planungssicherheit, gleichzeitig müssen wir aber zahlreiche bürokratische Hürden überwinden. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Wirtschaftsstufe erneut flexibel reagiert und sich schnell an die neue Situation anpassen wird.“

Die norddeutschen Bundesländer: Im 4. Quartal 2020 sank in Hamburg der Umsatz um nominal 1,5 Prozent (real: minus 2,9 Prozent), in Niedersachsen sank er um nominal 0,1 Prozent (real: minus1,2 Prozent), in Bremen sank er um nominal 4,1 Prozent (real: 7,0 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern sank er um nominal 1,5 Prozent (real: minus 3,2 Prozent). Einzig in Schleswig-Holstein stieg der Umsatz nominal um 0,2 Prozent (real: minus 1,2 Prozent). <

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