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In Hamburg begegnet: Dagmar Hirche rückt die Lebensfreude im Alter ins richtige Licht

Wenn sich die Generation Ü65 in Hamburg zum Flashmob trifft und bald auch Senioren anderer Städte nachziehen, ist das vor allem ihr Verdienst: Dagmar Hirche, Geschäftsführerin der Aulis Consult GmbH und Mitgründerin des Vereins „Wege aus der Einsamkeit e.V.“ will das Alter aus der stillen Ecke holen und seine aktiven Seiten in den Blickpunkt rücken.

Wege aus der Einsamkeit e.V./ Hamburg

Wenn sich die Generation Ü65 in Hamburg zum Flashmob trifft und bald auch Senioren anderer Städte nachziehen, ist das vor allem ihr Verdienst: Dagmar Hirche, Geschäftsführerin der Aulis Consult GmbH und Mitgründerin des Vereins „Wege aus der Einsamkeit e.V.“ will das Alter aus der stillen Ecke holen und seine aktiven Seiten in den Blickpunkt rücken.

Anfang Mai ist die Aulis Consult GmbH mit ihren 25 Mitarbeiter in den Alstertower an der Lübecker Straße gezogen. Ihre Etage im 5. Stock ist lichtdurchflutet, aus dem Konferenzraum hat man in der Ferne einen schönen Blick auf die Elbphilharmonie. Das Umzugsprojekt lag in den Händen von Dagmar Hirche, die im Unternehmen für die Geschäftsbereiche Personal und Fundraising verantwortlich ist. „Ich mag neue Herausforderungen“, sagt die 58-Jährige lachend. „Alles, was ich frei gestalten und organisieren kann, zieht mich magisch an.“

Raus aus der Einsamkeit

Deshalb kam 2006, als Dagmar Hirche und Aulis-Gründer Dr. Jan Kurz ein langfristiges soziales Engagement ins Auge fassten, praktisch nur ein eigener gemeinnütziger Verein infrage. So ging bald „Wege aus der Einsamkeit e.V.“, kurz WADE, an den Start. Der Verein befasst sich mit einem Thema, an das damals in Deutschland noch niemand so recht ran wollte: das Alter. WADE hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensfreude der Senioren zu wecken und sie zu Aktivitäten zu ermuntern.

Als überzeugte Netzwerkerin und Social-Media-Nutzerin schaffte es Dagmar Hirche schnell, WADE bundesweit zu etablieren. Sie selbst habe viel Inspiration und Zuspruch aus England, Schottland und den USA erfahren, wo man mit vielen Aspekten des Alters schon viel weiter sei und großes Interesse an Austausch und Kooperation habe. In den letzten Jahren wurde WADE mit zahlreichen Preisen, Awards und Nominierungen bedacht, die viel Aufmerksamkeit auf den Verein lenkten.

Eigene Wettbewerbe vernetzen Akteure miteinander

WADE ruft auch selbst Wettbewerbe ins Leben: Vor kurzem erst war Bewerbungsschluss für die 6. Runde des bundesweiten Wettbewerbs „Zuhause hat Zukunft 2015“. Hier sind Projekte gefragt, die dazu beitragen, dass sich alte Menschen möglichst lange in den eigenen Wänden wohlfühlen können. Im ersten Jahr kamen sechs Bewerbungen; 2014 waren es schon 60. „Das spricht sich rum“, sagt Dagmar Hirche. „Man braucht nur einen langen Atem. Und den haben wir!“

Das „Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“, war für WADE Anlass für einen neuen Wettbewerb. Gesucht und gefunden wurden Projekte, in denen Alt und Jung etwas miteinander machen.

Flashmob-Video bringt auch Senioren in anderen Städten auf die Beine

2014 brachte die Flashmob-Welle zum Hit „Happy“ von Pharrell Williams Dagmar Hirche auf den Gedanken: „Das muss es doch auch fürs Alter geben.“ Sie ließ eine eigene Musik komponieren und dazu mit rund 50 munteren Senioren ein Video drehen  – zu sehen auf Youtube. Zum Weltseniorentag am 1. Oktober hofft Dagmar Hirche auf 200 Hamburger Teilnehmer. Sicher ist schon mal, dass Köln, Bochum und Bremen mit Flashmobs dabei sind und ihre Happenings auf ihren Smartphones vielfach teilen werden.

Vision: Silberne Generation mit Tablet und Smartphone

Und dann will Dagmar Hirche noch das Netz versilbern: „Wer heute 65 Jahre alt ist, hat oft noch 20 aktive Jahre vor sich. Da ist es wichtig, dass die alten Menschen Anschluss an die digitale Welt finden.“ Sie kam auf die Idee, kleine Gesprächsrunden für Senioren ab 65 Jahre anzubieten und dabei spielerisch Tablets und Smartphones vorzustellen. Auf eine kleine Meldung samt ihrer Handynummer darüber im „Hamburger Abendblatt“, dass 2 x 6 Plätze angeboten werden, klingelten 160 Senioren durch. Sie hat dann so viele Gesprächsrunden organisiert, bis alle Interessierten erfahren konnten, was es mit den Begriffen Browser und Provider auf sich hat.

Von einer Spende des Vereins Clubkinder e.V. konnte WADE einige Tablets anschaffen. Inzwischen gibt es mehrere Anfragen, darunter von der türkischen Gemeinde, ob sie die Geräte für ähnliche Runden ausleihen dürften. 40 Senioren stehen bei WADE schon auf der Warteliste für Folgerunden. Dagmar Hirches Vision: Sie würde die „Versilberungsaktion“ gern bundesweit ausrollen. Unternehmer, die dabei mit einer Tablet-Spende mithelfen möchten, sind herzlich eingeladen!

 

Brigitte Muschiol

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