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In Hamburg begegnet: inkluWAS? Anastasia Umrik macht Mode zur Inklusion

Anastasia Umrik saß zu Hause in Hamburg vor dem Fernsehgerät, als sie feststellte, dass auf drei Sendern gleichzeitig eine Reportage über Behinderung und Inklusion läuft: „Ich dachte nur: Ständig reden sie, aber sie handeln nicht.“ Mit dem Begriff Inklusion „für etwas sehr Normales“ kann die 27-Jährige ohnehin nicht viel anfangen: „Was ist Inklusion überhaupt? Was bedeutet sie für mich und mein Gegenüber? Warum stehen immer wieder die Kosten im Vordergrund?“ Als Mensch mit Behinderung habe sie bei solchen Debatten oft das Gefühl, sich für ihr Dasein entschuldigen zu müssen.

Anna-Lena Ehlers

Anastasia Umrik saß zu Hause in Hamburg vor dem Fernsehgerät, als sie feststellte, dass auf drei Sendern gleichzeitig eine Reportage über Behinderung und Inklusion läuft: „Ich dachte nur: Ständig reden sie, aber sie handeln nicht.“ Mit dem Begriff Inklusion „für etwas sehr Normales“ kann die 27-Jährige ohnehin nicht viel anfangen: „Was ist Inklusion überhaupt? Was bedeutet sie für mich und mein Gegenüber? Warum stehen immer wieder die Kosten im Vordergrund?“ Als Mensch mit Behinderung habe sie bei solchen Debatten oft das Gefühl, sich für ihr Dasein entschuldigen zu müssen.

Initiative für mehr Leichtigkeit

Anastasia lebt mit spinaler Muskelatrophie und ist auf den Rollstuhl sowie auf 24-Stunden-Assistenz angewiesen. Sie bloggt zu gesellschaftlichen Themen, initiiert Modeprojekte und hält Vorträge. Als Aktivistin zum Thema Behinderung versteht sie sich nicht, aber sie will etwas bewegen: „Als gesetzlich erzwungene Akzeptanz kann Inklusion jedenfalls nicht funktionieren.“

Deshalb entwickelte Anastasia Umrik gemeinsam mit der Hamburger Designerin Kathrin Neumann eine Mode- und Design-Kollektion, mit der sie auf spielerische Weise das Denken in der Gesellschaft verändern will. Ihrer persönlichen Inklusionskampagne gaben die beiden Frauen den Namen „inkluWAS“. Damit wollen sie den sperrigen Begriff ins Humorvolle wenden. „inklu…inklu… was eigentlich?“, lacht Anastasia Umrik.

Mit einem Fotoprojekt den Nerv der Zeit getroffen

Mir ist die junge Frau zuerst in den sozialen Netzwerken aufgefallen. Die Arbeiten, die mit ihrem Namen verbunden waren, haben mir gefallen. Dazu gehört das Fotoprojekt „Stärke braucht keine Muskeln“. Die Bilder zeigen ungewöhnliche Inszenierungen von Frauen, die mit einer Muskelerkrankung leben. Die Ausstellung und die damit verbundene inklusive Modenschau haben 2013 allein in Hamburg mehr als 1.000 Menschen angezogen.

Im Herbst letzten Jahres habe ich Anastasia zu Hause getroffen, um sie für eine Zeitschrift zu porträtieren. Ich lernte einen offenen, feinsinnigen Menschen mit gutem Humor kennen. Seit dieser Begegnung sind wir „Facebook-Freunde“ der bereichernden Art.

Jeder darf so sein, wie er ist – auch mit Macken und Fehlern

Zur Zeit unseres Treffens war gerade das Foto-Shooting für die neue inkluWAS-Kollektion abgeschlossen. Das Design umarmt alle Menschen, wie es dem Grundgedanken von Inklusion entspricht. Auf den ersten Blick sieht man Motive wie eine Krawatte, eine Brille oder einen Fernseher. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass das Bild aus vielen kleinen unterschiedlichen Figuren besteht: Sie sind dick, dünn, groß, klein, stehen, sitzen im Rollstuhl oder schieben einen Rollator. Sogar zusammengewachsene Zwillinge sind dabei.

„Das Motiv macht deutlich: Jeder in der Gesellschaft darf so sein, wie er ist – mit allen Eigenheiten, Macken, Erfahrungen und Fehlern. Wir sind verschieden, aber in der Verschiedenheit sind wir uns gleich. Das ist für uns gelebte Inklusion“, sagt Anastasia Umrik.

inkluWAS-Teile im Online-Shop erhältlich

Die inkluWAS-Kollektion besteht aus T-Shirts, Hoodies (Kapuzenpullis), Bio-Baumwollbeuteln für Kinder, Frauen und Männer. Die Artikel gibt es im Online-Shop unter www.inkluwas.de zu kaufen.

Eine Mode, die Hamburg und den Hamburgern sehr gut zu Gesicht steht, finde ich!

 

Brigitte Muschiol

Bildquellen

  • inkluwas_gruender_0199_web: Anna-Lena Ehlers
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