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Mikroverunreinigung: Hamburg Wasser fordert besseren Trinkwasserschutz

Der Versorger Hamburg Wasser warnt davor, dass Spurenstoffe wie Mikroplastik und Pestizide das Grundwasser verunreinigen können. Das Unternehmen stellt jetzt alle Analyseergebnisse des hauseigenen Labors online.

Ulrich Perrey / Hamburg Wasser

Der Versorger Hamburg Wasser warnt davor, dass Spurenstoffe wie Mikroplastik und Pestizide das Grundwasser verunreinigen können. Das Unternehmen stellt jetzt alle Analyseergebnisse des hauseigenen Labors online.

Mikroverunreinigungen wie Düngemittel, Mikroplastik und Medikamentenrückstände können langfristig die Grundwasserqualität beeinträchtigen. Das teilt der städtische Versorger Hamburg Wasser anlässlich seiner Jahrespressekonferenz Mitte Juni mit.

Das Unternehmen ruft deshalb zum Umdenken beim Umgang mit Schadstoffen auf. Um Transparenz zu schaffen, stellt Hamburg Wasser jetzt alle Analyseergebnisse des hauseigenen Labors auf einem neuen Infoportal zur Verfügung: www.hamburgwasser.de/detailanalysen.

„Mit heutigen Laborgeräten können wir geringste Konzentrationen sogenannter Mikroschadstoffe in Hamburger Gewässern feststellen“, sagt Nathalie Leroy, Sprecherin der Geschäftsführung von Hamburg Wasser. Und Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer, ergänzt: „Zwar ist unser Grundwasser in Hamburg sehr gut geschützt, dennoch müssen wir alles daransetzen, Einträge von Spurenstoffen zu verhindern, damit sich diese nicht irgendwann in unserem Grundwasser anreichern.“

Gelingt das nicht, wird sich die Qualität des Grundwassers verschlechtern. Steigende Kosten bei der Wasseraufbereitung wären nur eine der negativen Folgen. Laut einem Gutachten des Branchenverbands Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), so Hamburg Wasser, drohten allein für das Beseitigen zu hoher Nitratkonzentrationen in einigen Regionen Deutschlands Preissteigerungen von mehr als 60 Prozent.

Hamburger Trinkwasser deutlich unter den Grenzwerten

Um das Vertrauen der Kunden in das Hamburger Trinkwasser zu stärken und um mehr Wasserbewusstsein zu erreichen, erweitert Hamburg Wasser seinen Internetauftritt um ein neues Transparenzportal. Im Bereich „Service“ erhalten Kunden erstmals die Möglichkeit, alle Messdaten einzusehen, die das Labor von Hamburg Wasser im Rahmen seiner Analytik erhebt. Dazu gehören auch jene Untersuchungsergebnisse, die im Hinblick auf ein mögliches Vorkommen von Spurenstoffen ermittelt werden.

Die gute Nachricht, so das Unternehmen: „Die strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden deutlich unterschritten, das Hamburger Trinkwasser ist von einwandfreier Qualität. Ergänzt wird das Angebot durch Hintergrundinformationen zu den Themen Spurenstoffe, Wasserkreislauf und Grundwasserschutz.“

Neues Wasserschutzgebiet für mehr Sicherheit

Um den Schutz des Hamburger Grundwassers zu erhöhen, unterstützt Hamburg Wasser die Umweltbehörde bei der Ausweisung eines neuen Wasserschutzgebiets. Das 8,6 Quadratkilometer große Gelände liegt im Bereich Eidelstedt und Stellingen und ist durch einen Mix von städtischer Infrastruktur und landwirtschaftlicher Nutzung geprägt. Der städtische Versorger betreibt in diesem Gebiet sieben Brunnen für das Wasserwerk Stellingen, die zwischen 51 und 106 Meter tief sind.

„Das Grundwasser im Einzugsgebiet ist nicht ausreichend durch Deckschichten geschützt“, erläutert Ingo Hannemann. „Das Vorhaben der Behörde für Umwelt und Energie, das neue Wasserschutzgebiet noch in diesem Jahr festzusetzen, ist deshalb absolut notwendig.“ Insgesamt dürfe das Wasserwerk Stellingen jährlich rund 4,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser fördern.

Positives Geschäftsjahr 2017

Wirtschaftlich sei das Geschäftsjahr für Hamburg Wasser und seine Tochterunternehmen „äußerst erfolgreich“, teilt das Unternehmen mit. Es sei gelungen, die Erträge aus dem Trinkwasserverkauf um rund eine Million Euro auf 28,8 Millionen Euro zu steigern. Der aus dem Trinkwassergeschäft entstandene Gewinn wird in voller Höhe an die Freie und Hansestadt Hamburg abgeführt.

Der Überschuss der Abwassersparte fällt um 36 Prozent geringer als im Vorjahr aus. Grund dafür seien Einmaleffekte, die das Ergebnis von 2016 äußerst positiv beeinflusst haben. Das „dennoch gute Ergebnis“ von 49,1 Millionen Euro fließe in die Rücklagen des Unternehmens und diene dem Funktionserhalt von Kanalisationsnetz und Klärwerksverbund.

Der Gesamtkonzern weist für 2017 einen Gewinn von rund 78 Millionen Euro aus. Die Konzerntochter Hamburg Energie verbucht zum sechsten Mal in Folge schwarze Zahlen und hat ihr Jahresergebnis im Vergleich zu 2016 um 30 Prozent auf 1,3 Millionen Euro gesteigert.

 

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