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Börsen: Kasachstan als gute Alternative für Russland

Die Weltbörsen nehmen die geopolitischen Themen bisher sehr gelassen und reagieren kaum. Das kann sich in den Sommermonaten jedoch ändern, zumal dann auch die Geldpolitik der Notenbanken auf dem Prüfstand steht. Sehr gut schnitten im ersten Halbjahr wieder einmal die Osteuropabörsen ab. Ein Drittel der 30 am besten performenden Börsen der Welt kommt schon wieder aus Osteuropa und einige konnte sogar den deutschen Dax outperformen. Eine gute Alternative zu russischen Aktien, die wegen der Sanktionen weder im Ausland noch für Ausländer an der Moskauer Börse handelbar sind, sind nun Aktien aus Kasachstan, wo jetzt auch der russische Gold- und Silberproduzent Polymetal an der Börse in Kasachstan gelistet ist. Börsenexperte Andreas Männicke mit aktuellen Einschätzungen.

Gerd Altmann / Pixabay.com

Wird das große Nato-Manöver „Air Defender“ bald Realität?

Am 12. Juni startet das große Nato-Flugmanöver „Air Defender“. Geprobt wird der Beistandsfall, also wenn Russland ein Nato-Land angreifen sollte. Währenddessen geht der Ukrainekrieg mit der geplanten Großoffensive der Ukraine in die nächste Runde. Dabei gibt es weitere Eskalationspotentiale. Wer den Staudamm in der Nähe von Cherson gesprengt hat, soll nun untersucht werden. Zunächst wird aber von den meisten westlichen Medien immer nur Russlands Präsident Putin dafür verantwortlich gemacht, was schon bei der Nordischen Pipeline ein Fehler war und zum Bumerang wurde. Wohlmöglich hat die deutsche Bundesregierung sogar über Geheimdienste von der Sprengung der Nordischen Pipeline durch die Ukraine gewusst, was ein Untersuchungsausschuss klären müsste.

Getreideabkommen könnte gekündigt werden

Zudem besteht jetzt die Gefahr, dass das Getreideabkommen von den Russen aufgekündigt wird, wenn die für Russland wichtigen Ammoniak-Pipeline nicht wiederöffnet wird. Die Wiedereröffnung ist zumindest die Bedingung der Russen. Wenn das Getreideabkommen gekündigt wird, dürften die Weizenpreise wieder stark ansteigen, worunter viele Schwellenländer in Afrika leiden würden. Die meisten afrikanischen Länder sind daher auf russischer Seite, nicht nur Südafrika.

Die ukrainische Großoffensive ist gestartet – und nun?

In jedem Fall wird es in diesem Sommer eine große Soldaten- und Materialschlacht im Rahmen der Großoffensive der Ukraine geben, wobei die Verluste bei der Ukraine wahrscheinlich größer sein werden als bei Russland. Viele deutschen Leopard-Panzer wurden schon jetzt von den Russen zerstört oder bleiben im Schlamm hängen. Besser wäre es, der Friedensinitiative der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) zu folgen und einen Waffenstillstand herbeizuführen, bevor der Krieg noch weiter eskaliert. Falls es der Ukraine gelingen sollte, bis an die Krim vorzudringen, wird Russlands Präsident Putin mit modernen Waffen mit einer noch größeren Zerstörungsgewalt wie den neuen Überschallraketen antworten. Wenn sich Polen und die Nato zu sehr militärisch direkt einsetzen, erhöht sich schlagartig die Gefahr eines dritten Weltkriegs. Die westlichen Politiker scheinen sich dieser Gefahr nicht bewusst zu sein. Im Gegenteil: Im Herbst sollen sogar Kampfjets geliefert werden, die jetzt auch beim großen Nato-Manöver „Air Defender“ eigesetzt werden.

Notenbanken im Juni weiter im Fokus

Die Weltbörsen nehmen diese Gefahren bisher sehr gelassen hin und tendieren (noch) stabil seitwärts. Dennoch können Sie jetzt in ein Sommerloch fallen. Ganz entscheidend werden dabei die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed und vor allem der Ausblick sein. Der Markt geht im Moment eher von einer Zinspause im Sommer aus. Werden weitere Zinserhöhungen bei der nächsten Fed-Sitzung in Aussicht gestellt, dürften die Aktienmärkte stark nachgeben. Die Inflationsraten sinken jetzt weltweit, bleiben aber auf einem sehr hohen Niveau, auch durch die Lohn-Preis-Spirale.

Die Europäische Zentralbank EZB wird die Zinsen in jedem Fall weiter erhöhen müssen, weil die Inflationsraten im Euroraum wesentlich höher sind als in den USA. Der Gaspreis ist in den USA um fast 80 Prozent eingebrochen und jetzt sogar niedriger als vor dem Krieg. Die Ölpreise haben in einem Jahr um fast 40 Prozent nachgegeben. Von daher dürften auch die Inflationsraten weiter sinken, zumal die Industriemetalle auch eher schwächeln. Hier wird es ganz wesentlich sein, wie die nächsten Konjunkturdaten in der EU, in den USA und vor allem in China im Sommer ausfallen werden. Im Falle einer Rezession dürfte die Nachfragesorgen überwiegend und die Rohstoffpreise nachgeben. Auch Gold und Silber kommen wegen der Zinsängste im Moment nicht von der Stelle. Sogar Kryptowährungen wie der Bitcoin und Ethereum tendieren nur seitwärts. Aber überall liegt was in der Luft.

Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber nur für einige, wenige Tech-Aktien

Im Grundsatz können alle Anleger mit der Wertentwicklung im ersten Halbjahr sehr zufrieden sein. Allerdings gibt es große Unterschiede. Nachgefragt waren nur diejenigen großen Tech-Werte, die etwas mit künstlicher Intelligenz ((KI) weiter entwickeln wollen. Man darf aber gespannt sein, wie lange der Hype mit KI-Aktien wie Microsoft und Nvidia anhält. Die meisten Small und Mid Caps waren wenig nachgefragt und kommen nicht von der Stelle. Der Nasdaq-Index stieg am Freitag, 9. Juni, auf 13.259 Indexpunkte um 27,65 Prozent, während der Dow-Jones-Industrial-Index nur um 2,2 Prozent auf 33.878 Indexpunkte anstieg. Sehr gut läuft es auch in Japan mit einem Anstieg des Nikkei-Index um 25,46 Prozent seit Jahresbeginn. In Asien sind die Inflationsraten wesentlich geringer als in westlichen Industrieländern.

Weiterhin gute Outperformancechancen in Osteuropa

Gute Outperformancechancen haben auch die Anleger in Osteuropa, Der CECE-Index mit Polen, Ungarn und Tschechien im Boot stieg seit Jahresbeginn schon um 19 Prozent und damit weiter mehr als der Dax mit einem Plus von „nur“ 13,37 Prozent. Vor allem Dingen die Aktien an der Warschauer Börse konnten klar zulegen. Der PTX-Index für polnische Aktien stieg um 21,19 Prozent in Euro, wobei es hier ebenso wie in Ungarn auch hohe Währungsgewinne gab. Achten sollten die Anleger jetzt aber auch aus Aktien aus Georgien und Kasachstan, wobei die Bank of Georgia nach der Korrektur weiterhin chancenreich ist.

Polymetal als „Schnäppchen“ handelbar

Mit Polymetal ist nun ein großer Gold- und Silberproduzent auch in Kasachstan handelbar, wobei die Aktien an der Londoner Börse ausgelistet werden soll. Über die Broker Zerich Securities und Freedom Broker (Freedom Finance) können Anleger die Aktie jetzt sehr preiswert erwerben, wobei jetzt noch das geplante Delisting an der Londoner Börse belastet. Später soll ein Aktiensplit erfolgen. Das Erholungspotenzial ist später nach dem Umzug nach Kasachstan enorm.

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ZUM AUTOR

Andreas Männicke ist Journalist, Buchautor, Verleger, Börsen-Experte und Berater (mit Spezialisierung auf Osteuropa) – bekannt aus TV- und Radio-Sendungen wie N-TV, N24, DAF, Bloomberg, Deutsche Welle. Mehr Information: www.andreas-maennicke.de und www.eaststock.de

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