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Zoologisches Museum in Hamburg mit neuem Foyer als „Schaufenster zur Stadt“

Barrierefrei, multimedial und zukunftsweisend – so präsentiert das Zoologische Museum des Centrums für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg seinen neuen Eingangsbereich an der Bundesstraße.

Philipp Reiss / UHH/CeNak

Barrierefrei, multimedial und zukunftsweisend – so präsentiert das Zoologische Museum des Centrums für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg seinen neuen Eingangsbereich an der Bundesstraße.

Museen müssen heute mit vielen Freizeitangeboten konkurrieren und das tun sie auf höchst interessante Weise. So erweist sich das neue Foyer des Zoologischen Museums, das Ende April wiedereröffnet wurde, bereits als spannender Erlebnisbereich, der nach CeNak-Informationen als „Schaufenster zur Stadt“ konzipiert worden ist.

Mit der Ausstellung „MenschenZeit – NaturWelt“ im Foyer wolle man „einen exemplarischen Einblick in Ausstellungsideen für eine ‚Vision Evolutioneum‘, ein künftiges Naturkundemuseum des 21. Jahrhunderts in Hamburg“ geben.

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Die Neugestaltung des Foyers ist ein exklavischer Schritt in eine zukünftige Richtung: Die Stadt benötigt für ihre zahllosen naturkundlichen Exponate, insbesondere der Universität, endlich wieder einen hervorragenden Ort, um diese der Öffentlichkeit der Stadt und darüber hinaus darbieten zu können.“

Exemplarische Teilausstellung

„So wie wir das 2014 gegründete CeNak als Zwischenstation auf dem Weg zu einem wieder zu errichtenden Naturkundemuseum in Hamburg verstehen, so soll diese Teil-Ausstellung zugleich einige Inhalte und Mittel exemplarisch vorführen, mit denen im ‚Evolutioneum‘ Naturkunde auf neuartige Weise präsentiert werden könnte“, erklärt Prof. Dr. Matthias Glaubrecht, Wissenschaftlicher Direktor des CeNak. „An ausgewählten Exponaten bzw. Objektgruppen und Themen zeigen wir, wie sich aktuelle Aspekte der naturwissenschaftlichen Forschung und der Umweltgeschichte zeitgemäß und medial vermitteln lassen.“

Multimedialer Schauraum

Die Einrichtung der notwendigen Infrastruktur im Zoologischen Museum wie zum Beispiel ein barrierefreier Besuchereingang und sanitäre Anlagen, Empfangstresen und Garderoben hat die Universität Hamburg durch eine inhaltliche Ebene ergänzt: Auf einer Teilfläche von 200 der derzeit 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche ist ein multimedialer Schauraum entstanden, mit neuen Ausstellungsaspekten, einem Blick in die Geschichte der naturkundlichen Forschung und Sammlung in Hamburg und einer Vorausschau in die Zukunft. Eine Sonderausstellung der Academy for Architectural Culture zeigt erste Architektur-Ideen für ein „Evolutioneum“.

Ausstellung MenschenZeit – NaturWelt

Leitmotiv der neuen Ausstellung ist die Rolle des Menschen als Evolutionsfaktor und die daraus resultierende Spannung zwischen ursprünglicher und der vom Menschen erheblich beeinflussten und veränderten Natur. Im Anthropozän, der neuen Epoche „Menschenzeit“, kommt dem Menschen als größter Naturgewalt eine zentrale Rolle zu, die in der Ausstellung im Zusammenspiel von Bevölkerungsentwicklung, Urbanisierung, Artenschwund und Klimawandel beschrieben wird.

Einzelne Schau-Objekte werden im neuen Foyer im Forschungskontext und in naturkundlichen Zusammenhängen inszeniert, um exemplarisch auf die Auswirkungen von menschlichen Einflüssen aufmerksam zu machen. Während der Eisbär nicht länger als Streicheltier präsentiert wird, sondern sich als Umweltopfer zum Angreifer entwickelt, entsteht mit Nashorn „Nepali“ (das Panzernashorn stammt aus Nepal und lebte von 1930  bis 1955 in Hagenbecks Tierpark) in der neukonzipierten Gruppe der „Big Five“ ein Bild vom Ende der Safari und der Bedrohung von Großwild durch Jagd und Wilderei.

Leidensgeschichte des Finnwals „Finni“

Der 20 Meter lange Finnwal „Finni“ wird erstmals vollständig in der Ausstellung gezeigt, auch wenn der Platz nicht reicht. Seine spektakuläre Leidensgeschichte beleuchtet zugleich das letzte Kapitel des Hamburger Walfangs. Mittels moderner medialer Technik werden die Besucher und Besucherinnen hier zu Zeugen eines globalen Umwelt-Krimis.

Glaubrecht: „Trotz des neuen Foyers können wir hier im CeNak nur einen kleinen Bruchteil der zehn Millionen Forschungsobjekte zeigen. Um Naturkunde im 21. Jahrhundert zu erzählen, brauchen wir ein ‚Evolutioneum‘ für Hamburg, in dem Kindern und Erwachsenen auf sinnliche Art und Weise die Bedeutung der biologischen Vielfalt auch für unser Leben unmittelbar vermittelt werden könnte.“

Das Zoologische Museum des Centrums für Naturkunde (CeNak), Bundesstraße 52, 20146 Hamburg, hat dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

Bildquellen

  • cenak_eroeffnung_2_phiipp_reiss: Philipp Reiss / UHH/CeNak
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