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Norddeutsche Händler und Dienstleister recht krisenfest aufgestellt

Mehr als die Hälfte der norddeutschen Unternehmen aus Handel und Dienstleistung sind direkt und indirekt vom Teil-Lockdown betroffen. Dennoch stemmen sie sich gegen die Corona-Krise und punkten mit einem hohen Grad an Flexibilität. Das ergab eine Umfrage des AGA Unternehmensverbandes unter seinen 3.500 Mitgliedsunternehmen, die zwischen dem 30. November und 3. Dezember 2020 durchgeführt wurde.

Schiffscontainer in Norddeutschland. Foto: Favorit-Media-Relations GmbH

„Der aktuelle Lockdown bremst die Groß- und Außenhändler sowie Dienstleister nicht so hart aus wie noch im Frühjahr“, sagte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse bei der Vorstellung einer aktuellen Umfrage in Hamburg am 7. Dezember 2020. „Wir haben gelernt, mit der Krise zu leben und entsprechend zu wirtschaften.“

Laut Umfrage sind 55 Prozent der befragten Unternehmen direkt und indirekt vom „Lockdown light” betroffen. 11 Prozent gaben an, gar nicht betroffen zu sein. Anders als bei einer AGA-Umfrage im April 2020, als noch 40 Prozent der norddeutschen Händler und Dienstleister den damaligen Lockdown mit umfangreicheren Eingriffen als existenzbedrohend einstuften, gaben diesmal lediglich 11 Prozent an, dass ihr Unternehmen die Krise nicht überleben könne. 88 Prozent der Unternehmen gaben an, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie keine oder nur eine geringe Gefahr für die Existenz ihres Unternehmens seien. „Unsere Befragung zeigt, dass die Unternehmen jetzt vor allem in Sachen Personal und Organisation gefordert sind”, sagt Dr. Kruse. Als größte Herausforderungen sehen die norddeutschen Händler und Dienstleister derzeit den Ausfall von Beschäftigten sowie Planungsschwierigkeiten im weiteren Sinn (jeweils 54 Prozent). Eine geringere Nachfrage nach ihren Produkten erleben aktuell fast die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent).

Kurzarbeitergeld hat sich bewährt

Die Zukunftsaussichten sind im Groß- und Außenhandel sowie im Dienstleistungsbereich besser als in anderen Branchen. Denn mit Blick auf das neue Jahr gaben 87 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie die aktuelle Situation noch mindestens sechs Monate oder länger bewältigen können, knapp die Hälfte davon sogar unbegrenzt (49 Prozent). Im Frühjahr waren es nur 22 Prozent. „Das Kurzarbeitergeld hat sich als bewährtes Instrument erwiesen, um die Unternehmen und ihre Beschäftigten vor den Folgen der Corona-Pandemie zu schützen”, erklärt AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch.

Insgesamt 41 Prozent der Unternehmen haben im Jahresverlauf Kurzarbeit angemeldet, davon sind 12 Prozent aber schon wieder zurück in der Vollbeschäftigung. „Unsere Mitglieder haben mehrheitlich zurückgemeldet, dass nach unserer Erstberatung die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur beim Kurzarbeitergeld sehr gut, unkompliziert und schnell funktioniert hat”, so Tschirch.

Wenig Novemberhilfen beantragt

Während die norddeutschen Unternehmen das Kurzarbeitergeld stark beantragt haben, wurden die „Novemberhilfen“ und Überbrückungsgelder bislang nur wenig abgefordert. 9 Prozent der befragten Unternehmen haben Corona-Hilfen beantragt, 87 Prozent nicht. Lediglich 4 Prozent werden eventuell noch Hilfen beantragen. Kritisiert werden lange Bearbeitungszeiten und ein hoher Verwaltungsaufwand. „Insgesamt bewerten unsere Mitglieder die Maßnahmen in Bund und Ländern positiv. Sorgen bereitet uns die wachsende Staatsverschuldung, deren Finanzierung und Rückführung wir auf die Zukunft verschieben”, erklärt AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse abschließend.

Bildquellen

  • Schiffscontainer: Favorit-Media-Relations GmbH
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