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E-Commerce

E-Commerce: Branche erwirtschaftet 2021 mehr als 100 Milliarden Euro

Ältere holen bei Online-Käufen auf: Die Altersgruppe der über 50-Jährigen bestellte im letzten Jahr mindestens genauso häufig wie Jüngeren.

Zunehmend Normalität für Kunden und Händler: Der digitale Einkauf. © StockSnap / Pixabay.com

Der E-Commerce scheint zur neuen Normalität für Kunden und Händler geworden zu sein.

Annähernd jeder siebte Euro, der den Deutschen für Haushaltsausgaben zur Verfügung steht, wurde im Jahr 2021 für Waren im E-Commerce ausgegeben. Ein Jahr zuvor war es noch jeder achte. Bereinigt man die Umsätze um Lebensmittel-Einkäufe, hat der E-Commerce mit Waren 2021 sogar jeden fünften Euro auf sich gezogen. Das teilt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) Ende Januar 2022 mit.

Der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce stieg demnach im Gesamtjahr 2021 auf 99,1 Milliarden Euro nach 83,3 Milliarden Euro im Jahr 2020. Das Wachstum zum Vorjahr beträgt entsprechend 19,0 Prozent; 2020 wuchs die Branche um 14,6 Prozent zum Jahr davor. 40,2 Prozent des Umsatzes wurde über mobile Endgeräte erwirtschaftet. Inklusive der digitalen Dienstleistungen, die nochmals leicht auf 8 Milliarden Euro zurückgingen, betrug das Gesamtvolumen mehr als 107 Milliarden Euro, inklusive Umsatzsteuer.

„Die Corona-Pandemie setzt weiterhin Gesellschaft und Handel in einen Ausnahmezustand, aber der digitale Handel bringt mit der sicheren Warenversorgung ein Stück Normalität zurück. E-Commerce wird immer mehr als das Normale und Übliche empfunden. Sein Wachstum stabilisiert sich auf hohem Niveau nach Ausschlägen zum Beginn der Pandemie und zeigt, dass sich seine Vorteile wie größere Auswahl und mehr Service dauerhaft durchsetzen werden. Handel ohne E-Commerce ist schon jetzt nicht mehr denkbar, weder für die Konsumenten noch für Händler“, erklärt Gero Furchheim, Präsident des bevh.

Hohe Zufriedenheitswerte

Der Anteil „zufriedener“ und „sehr zufriedener“ Onlinekäufer erreichte mit 96,3 Prozent einen neuen Rekordwert. Das ergab eine Verbraucherbefragung im Auftrag des bevh zum Thema „Interaktiver Handel in Deutschland“. Rund 40.000 Verbraucher ab 14 Jahren hatten sich dabei laut Angaben zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen wie Reisen oder Ticketing im Jahr 2021 geäußert.

Dabei zeigte sich, dass sich die Bestellfrequenz in den letzten Jahren weiter erhöht hat. 2021 gaben mit 40,9 Prozent gut vier von zehn Befragten an, öfter als einmal in den vergangenen sieben Tagen online bestellt zu haben. Das sind mehr als im Vorjahr, in dem 39,7 Prozent der Befragten diese Bestellfrequenz nannten und noch einmal deutlich mehr als vor der Pandemie: 2019 bestellten 33,2 Prozent laut eigener Aussage öfter als als einmal in den vergangenen sieben Tagen online.

Wie die Befragung zeigt, gilt seit Pandemiebeginn nicht mehr, dass E-Commerce vor allem von Jüngeren genutzt wird. Käufer ab 50 Jahre sind erneut für mindestens die Hälfte aller Kaufakte im Internet verantwortlich.

40 Prozent der Kaufakte laufen über mobile Endgeräte

Innerhalb der vergangenen zwei Pandemiejahre erhöhte sich das Umsatzvolumen des Mobile Commerce um 56,5 Prozent auf 39,9 Milliarden Euro. Das sind gut 40 Prozent des gesamten E-Commerce-Warenumsatzes im Jahr 2021. Vor Jahresfrist lag der mobil generierte Umsatz noch bei 28,1 Milliarden Euro, was anteilig einem Drittel entsprach.

Waren des täglichen Bedarfs legten weiter zu

In der Pandemie wuchsen die einzelnen Warengruppen sehr unterschiedlich. Zum Jahresende 2021 hat sich das Umsatzwachstum der einzelnen Warengruppen laut bevh wieder auf einem Niveau leicht über dem langjährigen Mittel angeglichen. Nach wie vor ausgenommen sind davon Waren des täglichen Bedarfs. Lebensmittel, Drogeriewaren und Tierbedarf konnten mit einem Plus von 36,4 Prozent abermals deutlich und am stärksten zulegen. 2020 lag der Umsatz in diesen Warengruppen bei 40,9 Prozent.

Mit einem Brutto-Umsatz von 50,5 Milliarden Euro machte der Kauf über Online-Marktplätze mehr als jeden zweiten Euro im E-Commerce aus. 2020 lag der Umsatz hier bei 42,1 Milliarden Euro.

Am stärksten zulegen konnte im Vergleich der Versender jedoch der Direktvertrieb (D2C) von Herstellern. Stationäre Händler, die auch im E-Commerce tätig sind und damit Multichannel-Handel betreiben, verzeichneten Umsatzwachstum von 16,7 Prozent. Damit war ihr Wachstum nicht so stark wie das der Internet-Pure-Player mit 18,4 Prozent, die 2020 um 9,5 Prozent zulegten.

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