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E-Commerce

Analyse: 30 Online-Shops in Europa auf Nachhaltigkeit geprüft

Nur Otto und Zalando bieten unter den untersuchten E-Commerce-Unternehmen einen ökologischen CO2-Ausgleich für den Versand an.

anncapictures / Pixabay.com

Das Umweltbewusstsein der 30 beliebtesten Onlineshop-Unternehmen in Europa ist noch ausbaufähig. Das ist das Fazit einer Analyse des European Circular Bioeconomy Fund (ECBF). Der europäische Risikokapitalgeber für Bioökonomie hat die fünf größten Online-Shops der fünf größten Volkswirtschaften Europas plus Großbritannien hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit untersucht. Parameter waren die CO2-Kompensation für den Paketversand, die Art des Verpackungsmaterials, die Rücknahme gebrauchter Produkte und der Verkauf von Secondhandwaren.

Unter 30 Versandhändlern: Nur Otto und Zalando bieten CO2-Ausgleich an

Um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, können Unternehmen ihren Kundinnen und Kunden einen ökologischen Ausgleich für den Versand anbieten. Diese Möglichkeit werde aber laut ECBF-Mitteilung nur selten genutzt: Lediglich die Versandhändler Otto und Zalando offerieren demnach eine CO2-Kompensation. Diese schlage bei Zalando allerdings mit 0,25 Euro zu Buche. Die beiden genannten deutschen Unternehmen seien im internationalen Vergleich die einzigen, die ihrer Kundschaft diese Möglichkeit böten.

„Alleine dieses Ergebnis zeigt, dass beim Onlineshopping ein Großteil der Unternehmen bisher nur wenige Maßnahmen für eine nachhaltigere Zukunft umsetzt. CSR-Richtlinien hinsichtlich der Nachhaltigkeit spielen zumindest auf den ersten Blick nur eine untergeordnete Rolle“, kommentiert Michael Brandkamp, Managing Partner des ECBF, die Analyse. „Spätestens dieses Jahr werden E-Commerce-Unternehmen jedoch mit strengeren Anforderungen konfrontiert sein und ihren Fokus in Sachen Umweltbewusstsein nachjustieren müssen. Denn 2022 wird die Einhaltung von Environment, Social und Governance-Kriterien, also der ESG-Kriterien, unumgänglich. Zwar können Verbraucherinnen und Verbraucher den nachhaltigsten Anbieter auswählen, jedoch sind vorwiegend die Unternehmen in der Pflicht, den Status quo zu verbessern.“

Noch häufig im Einsatz: Plastik im Versand

Nicht nur der Transportweg kann ausgeglichen werden: Bereits bei der Verpackung können Unternehmen etwas für die Umwelt tun. Beim Versandmaterial setzen 18 der 30 beliebtesten Onlineshops in Europa dabei auf Papier oder Pappe. Ebenfalls 18 Unternehmen wählen Plastik als ihr Versandmaterial. Neun der beliebtesten Webshops in der EU nutzen gleichermaßen Papier beziehungsweise Pappe sowie Plastik, um Produkte an Kundinnen und Kunden zu verschicken.

Wird ein neuer Gegenstand angeschafft, muss der alte nicht gleich entsorgt werden. Viele Produkte können ein zweites Leben finden. Verkäufer von Elektrogeräten müssen alte Geräte bis zu einer äußeren Abmessung von 25 Zentimetern ab einer Lagergröße von 400 Quadratmetern wieder zurücknehmen. Zumindest bei Elektrogeräten sind also alle untersuchten EU-Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, diese für ein sachgerechtes Recycling wieder zurückzunehmen. Unabhängig von Elektrogeräten nehmen nur die spanische Supermarktkette Mercadona und Zalando alte Produkte, die von ihren Besitzerinnen und Besitzern nicht mehr gebraucht werden, wieder zurück. Ein weiteres Unternehmen nimmt lediglich dann Produkte wieder zurück, wenn diese noch ungeöffnet und damit neuwertig sind.

Von den 30 größten Webshops bieten vier Plattformen Secondhandprodukte über die eigene Internetseite wieder an. Lediglich das französische Unternehmen Auchan vertreibt gebrauchte Produkte in zehn eigens für diesen Zweck geschaffenen Läden.

Michael Brandkamp, Managing Partner des ECBF, kommentiert die Analyse: „Die immer stärker wachsende Nachfrage nach ESG-Konformität sowohl bei vonseiten der Regierungen, Investoren und Konsumenten werden hier jedoch in Zukunft zum Handeln anregen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass sich die Unternehmen nicht auf diesen Standards ausruhen, sondern eigene Konzepte umsetzen. Diese dürfen auf keinen Fall als Greenwashing verenden, sondern müssen aktiv evaluiert und kontinuierlich optimiert werden. Dabei kann auch die Zusammenarbeit mit innovativen Jungunternehmen helfen, bspw. bei der Einführung umweltfreundlicher Textilien oder biologisch abbaubarer Plastikalternativen.”

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