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Führen ohne Hierarchie.

Wie schafft es ein Unternehmen, zu den Marktführern seiner Branche zu gehören, aber weder ausgesprochene Führungsrollen noch eine klare Hierarchie zu besitzen? Die Firma Netlight von Erik Ringertz beschäftigt weltweit über 1.300 Mitarbeiter, die sich über Ländergrenzen hinweg selbst organisieren. Und in dem gemeinsam mit dem Wirtschaftsjournalisten Fredrik Emdén verfassten Buch „Harder, Better, Faster, Stronger. Führen ohne Hierarchie“, berichtet er davon, wie das funktioniert.

Wie schafft es ein Unternehmen, zu den Marktführern seiner Branche zu gehören, aber weder ausgesprochene Führungsrollen noch eine klare Hierarchie zu besitzen? Die Firma Netlight von Erik Ringertz beschäftigt weltweit über 1.300 Mitarbeiter, die sich über Ländergrenzen hinweg selbst organisieren. Und in dem gemeinsam mit dem Wirtschaftsjournalisten Fredrik Emdén verfassten Buch „Harder, Better, Faster, Stronger. Führen ohne Hierarchie“, berichtet er davon, wie das funktioniert.

Pionier des New Work – bevor es den Begriff gab

Am Anfang stand die Krise: Das klingt zwar wie ein Märchen, aber das damals junge Unternehmen Netlight wurde vom Platzen der „Dotcom-Blase“ im Jahr 2004 fast mitgerissen. Eine wichtige Zäsur, gerade für die Gründer. Und die beschlossen, daran zu gehen, jetzt „ihr eigenes“ Unternehmen zu bauen.

Bekanntlich versuchen Manager, Berater und Journalisten gleichermaßen Dinge zu ordnen und zu strukturieren. Gibt es eine neue Entwicklung, dauert es nicht lang, bis ein passendes Etikett geschaffen wird. Und so werden so viele Dinge in die gleichen Schubladen gestopft, bis niemand mehr so recht weiß, was die ursprüngliche Bedeutung eines Begriffs gewesen ist. Diese Gefahr besteht augenblicklich mit der Phrase des New Work. Zu den Pionieren der modernen Arbeitswelt und somit den Vorreitern des New Work zählt ohne Zweifel Netlight. Denn die organisatorische Basis für sich selbst führende Teams wurde dort gelegt, bevor der Begriff geprägt wurde.

An das Individuum glauben

Im Vorwort steht ein wunderschön formulierter Satz. Vorderhand beschreibe das Buch die Geschichte der Organisation von Netlight, im Kern gehe es aber um die Frage, „ob der Glaube an das Individuum gezwungenermaßen dazu führt, dass wir alle zu Individualisten werden“. Im Falle von Netlight ist das wohl zu verneinen.

Spannender Bericht, wie Unternehmen ohne Hierarchie funktionieren

Die Mitarbeiter des Unternehmens agieren völlig frei, wobei es naturgemäß dennoch Grenzen gibt, schließlich können nicht alle Mitarbeiter mit den Kunden telefonieren. Diese Grenzen entwickelten sich ganz natürlich, sie werden von den Mitarbeitern im Rahmen der Unternehmenskultur respektiert.

Ein tragendes Element dieser Unternehmenskultur sind Vorbilder. Jeder Mitarbeiter kann sich eigene Vorbilder wählen. In diesem Zusammenhang gibt es die Anekdote, dass eine Gruppe von Mitarbeitern sich sogar Kaffeetassen mit dem Namen ihres Vorbilds besorgt hat.

Netlight kommt ohne Hierarchiestufen aus, aber es gibt Karrierestufen. Diese basieren auf dem Vorbildprinzip. Der Aufstieg ist die Belohnung für einen Mitarbeiter, der seine Kollegen inspiriert. Die Karrierestufen sind aber von einer Hierarchie entkoppelt. Der Mitarbeiter wird somit nicht in das Korsett der Rolle einer Führungskraft gezwungen.

So kann er Vorbild bleiben, ohne den Druck, diese Rolle tagtäglich übernehmen zu müssen. Was wie eine Utopie aus der Welt der Organisationsformen klingt, funktioniert verständlicherweise nur in einem Unternehmen, das nicht nur auf Vertrauen setzt, sondern Fehler der Mitarbeitenden akzeptiert.

Das kompakte Buch zeichnet den Weg dorthin nach.

Management-Journal-Fazit: Ein fesselnd geschriebenes Buch, das nicht nur Führungskräfte und Manager inspiriert. Aus erster Hand begleitet der Leser die Reise einer Organisation zu einem hierarchielosen Unternehmen.

Das Buch: Erik Ringertz, Fredrik Emdén: „Harder, Better, Faster, Stronger. Führen ohne Hierarchie. Das Netlight-Prinzip der Un-Führung“, Campus Verlag GmbH, ISBN 3593511363

 

Stephan Lamprecht / www.management-journal.de

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Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

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