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Studie: Carsharing erhöht positive Einstellung zu E-Autos

Gute Erfahrungen beim Carsharing mit einem Elektrofahrzeug kann bei den Nutzern die Akzeptanz von Elektromobilität erhöhen. Auch die Bereitschaft, Kaufempfehlungen zu geben, steigt an. Das fanden Forscher der Universität Hohenheim heraus.

Gute Erfahrungen beim Carsharing mit einem Elektrofahrzeug kann bei den Nutzern die Akzeptanz von Elektromobilität erhöhen. Auch die Bereitschaft, Kaufempfehlungen zu geben, steigt an. Das fanden Forscher der Universität Hohenheim heraus.

Trotz zahlreicher Förderprogramme von Bund und Ländern stagniere der Absatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland, so die Universität Hohenheim in einer Mitteilung vom Juni 2020. „Nach wie vor existieren große Vorbehalte in der Bevölkerung“, heißt es darin. Die Reichweite von Elektrofahrzeugen gilt bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern als zu gering, die Fahrzeuge als zu teuer und das Netz der Ladestationen als nicht dicht genug. Der große Durchbruch bleibe daher aus, so die Wissenschaftler.

Eigene Erfahrungen können zur Einstellungsänderung führen

Der Absatz von E-Fahrzeugen sei zuletzt sogar leicht rückläufig gewesen. Und dies, obwohl sie – auch mit staatlicher Förderung – in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden und sowohl die Reichweite als auch die Modell-Vielfalt gestiegen seien.

Eine Möglichkeit, Elektroautos unverbindlich im Alltag zu testen und dadurch eigene Erfahrungen zu gewinnen, sehen die Wissenschaftler in der Nutzung von Carsharing-Angeboten. Sie verweisen auf eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart, die sie in Kooperation mit der Surrey Business School in Großbritannien und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden durchführte. Danach könne Carsharing zu einer breiteren Akzeptanz von Elektrofahrzeugen führen. „Durch die eigenen Erfahrungen verbessert sich die Einstellung der Nutzer gegenüber diesem Fahrzeugtyp nachweisbar und das wiederum führt zu einer erhöhten Weiterempfehlungsbereitschaft“, so einer der Autoren, Dr. Adrian Lehr vom Fachgebiet Unternehmensführung an der Universität Hohenheim.

Viele Carsharing-Anbieter hatten Elektrofahrzeuge schon früh in ihrer Flotte. Die Untersuchung der Universität Hohenheim beschäftigte sich jetzt in einer Feldstudie mit der Frage, ob diese Erfahrungen auch Einfluss auf die Akzeptanz und die Kaufbereitschaft von Elektroautos haben.

Kauf- und Empfehlungsbereitschaft erhöhten sich

Das Forschungsteam befragte die Kunden eines etablierten Carsharing-Anbieters vor und nach der ersten Nutzung eines Elektrofahrzeugs. Die Antworten zeigten: Durch die gemachten Erfahrungen ändere sich die Meinung der Fahrer nachweisbar. „Sie hatten danach eine deutlich positivere Einstellung gegenüber E-Autos. Zudem wollten sie Elektrofahrzeuge fortan auch in stärkerem Maße weiterempfehlen. Sogar die Absicht, die genutzte Fahrzeugmarke zukünftig selbst zu kaufen, hat sich bei den Befragten erhöht.”

„Ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass im Carsharing nicht das Produkt im Mittelpunkt steht, sondern eher die Befriedigung des Mobilitätsbedürfnisses“, erklärt die Hohenheimer Wissenschaftlerin Prof. Dr. Marion Büttgen.

„Die Nutzung kann wie eine unbeabsichtigte Probefahrt angesehen werden, die besonders bei solchen Personen ihre Wirkung zeigt, die bisher noch wenig mit dem Thema Elektromobilität zu tun hatten“, erläutert Dr. Adrian Lehr.

Carsharing-Erfahrung prägender als Probefahrt

Aber gibt es Unterschiede zwischen diesem unbewussten Kennenlernen des Produkts im Rahmen eines Carsharing-Angebots und einer bewussten Probefahrt, zum Beispiel bei einem Autohändler? In einer ergänzenden experimentellen Untersuchung ging das Team dieser Frage nach: „Beides hat grundsätzlich ähnliche Auswirkungen auf die Einstellung. Tendenziell ließen sich Probanden, die durch das Carsharing unbewusst positive Erfahrungen gemacht haben, allerdings eher vom Produkt und der Automobilmarke überzeugen als es bei der klassischen Probefahrt der Fall ist.”

Die Studie ist erschienen in der Zeitschrift Psychology & Marketing: www.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/mar.21335

 

Bildquellen

  • hohenheim_e_auto04_elsner: Dorothea Elsner / Universität Hohenheim
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