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Händler und Dienstleister im Norden: aufgehellte Stimmung, aber Warnsignale erkennbar

Die wirtschaftliche Lage der norddeutschen Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahen Dienstleister ist stabil, die Sommermonate haben Aufschwung gebracht. Im dritten Quartal 2021 kletterte der Umsatz der Unternehmen nominal um 6,1 Prozent, real sank er um 0,9 Prozent. Unter die insgesamt stabilen Erwartungen der Händler und Dienstleister für das nächste halbe Jahr mischen sich allerdings Vorsicht und Sorgen.  Zudem werden weiterhin Auszubildende gesucht. Das ist das Ergebnis des Wirtschaftstests, den der AGA Unternehmensverband zwischen Ende August und Anfang Oktober 2021 unter den norddeutschen Betrieben durchgeführt hat.

30 Prozent der Händler und Dienstleister gehen in den kommenden sechs Monaten von höheren Umsätzen aus (Vorquartal: 44 Prozent), 56 Prozent erwarten stabile Umsätze. 14 Prozent rechnen mit einem Umsatzrückgang (Vorquartal: 7 Prozent). Einen höheren Gewinn planen 17 Prozent ein (Vorquartal: 24 Prozent), 45 Prozent sind der Meinung, der Gewinn werde stabil bleiben. Allerdings erwarten 39 Prozent weniger Gewinn – im Vorquartal waren dies lediglich 18 Prozent.

Warnzeichen: hohe Energiekosten, fehlende Produkte, teure Frachtraten

Dass der Aufwärtstrend an Fahrt verliert, zeigt auch der AGA-Indikator für den Groß- und Außenhandel: Zwar bewegt er sich mit 122,6 Punkten noch auf einem hohen Niveau, hat aber gegenüber dem Vorquartal mit 135,4 Punkten eingebüßt. Das gleiche Bild zeigt sich im Dienstleistungssektor: Nach 137 Punkten im Vorquartal liegt der Indikator aktuell bei 124,7 Punkten.

AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse zu den Ergebnissen: „Norddeutschlands Händler und Dienstleister haben den Sommeraufschwung nach dem Lockdown genutzt und sind in stabilerem Fahrwasser angekommen. Gemessen am Vorjahreszeitraum hat sich die Stimmung wesentlich aufgehellt. Deutliche Warnzeichen sind aber steigende Energiekosten, fehlende Produkte, teils irrsinnige Frachtraten. All dies belastet die globalen Lieferketten der Unternehmen schwer.“

Wirtschaftsfreundliche Politik und weniger Regulierungen erwartet

Von der nächsten Bundesregierung erwartet der AGA-Präsident eine wirtschaftsfreundliche Politik und weniger Regulierungen: „Die deutschen Außenhändler warten seit Jahren darauf, dass das nationale Erhebungsverfahren zur Einfuhrumsatzsteuer endlich an den europäischen Standard angeglichen wird. Erst das Verrechnungsmodell stoppt den Liquiditätsabfluss für alle, senkt den bürokratischen Aufwand und sorgt für mehr Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Kruse.

Noch freie Ausbildungsplätze vorhanden

Der Wirtschaftstest ergab darüber hinaus, dass 31 Prozent der befragten Unternehmen in diesem Jahr ihre Ausbildungsstellen nicht passgenau besetzen konnten (Vorjahr: 32 Prozent), 26 Prozent der norddeutschen Händler und Dienstleister haben noch freie Ausbildungsplätze (Vorjahr: 29 Prozent). Darüber hinaus zeigt die Umfrage, dass in diesem Jahr bei rund 5 Prozent der Betriebe die Investitionen höher ausgefallen sind als geplant (Vorjahr: 5 Prozent), bei 19 Prozent geringer (Vorjahr: 27 Prozent) und bei 76 Prozent so wie geplant (Vorjahr: 68 Prozent).

 Vergleich der norddeutschen Bundesländer

Im dritten Quartal 2021 stieg der Umsatz in Hamburg um real 0,3 Prozent (nominal: plus 7,9 Prozent), in Bremen fiel er um real 0,2 Prozent (nominal: plus 6,6 Prozent). In Schleswig-Holstein ging er um real 0,3 Prozent nach unten (nominal: plus 4,9 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern sank der Umsatz um real 3 Prozent (nominal: plus 4,9 Prozent) und in Niedersachsen ging er um real 2,6 Prozent zurück (nominal: plus 3 Prozent).

 

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