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IKS Hamburg: 10 Jahre Wissenstransfer zwischen Unternehmen und Wissenschaft

Die Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg bringt vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen – und umgekehrt.

Das Team der IKS Hamburg auf einem Archivbild: (v.l.) Alois Krtil, Katharina Keienburg, Monica Mühlberg und Dr. Florian Vogt. Neu im Team, daher nicht auf dem Foto: Dr. Wulf-Erich Damrau.

Seit Januar 2011 eröffnet die Innovations Kontakt Stelle IKS Hamburg Unternehmen der Hansestadt den direkten Zugang zu wissenschaftlichen Einrichtungen und ins „Hamburger Innovationsökosystem“, wie Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, in einer Mitteilung der Wissenschaftsbehörde von Mitte Februar anlässlich des 10-jährigen Bestehens sagt.

Bei ihrer Arbeit legt die IKS Hamburg ihr Augenmerk auch auf nicht-technische Themen wie Unternehmensverantwortung, Nachhaltigkeit, Marketing oder auch aktuell besonders wichtige arbeits- bzw. organisationswissenschaftliche Bereiche wie Home-Office oder digitale Kollaboration.

Ihre Bilanz zeigt, dass das Angebot angenommen wird: Nach eigenen Angaben hat das fünfköpfige Team in den letzten zehn Jahren mehr als 800 Anfragen für Kooperationen bearbeitet und über 1.200 Wissens- und Innovationstransferberatungen durchgeführt. Finanziert wird die Einrichtung von der Freien und Hansestadt Hamburg sowie von der Handelskammer Hamburg.

Unternehmen sucht Wissenschaft

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) könnten eine eigene Forschung und Entwicklung kaum im Alleingang realisieren, so die Wissenschaftsbehörde. Gleiches gelte für das Halten der Produktpalette auf einem zukunftsfähigen Niveau. Auch wenn die KMU im Fokus stehen, können sich Start-up und große Unternehmen an die IKS wenden.

Zwar gebe es in der Hansestadt laut Behörde für die Weiterentwicklung von der Idee bis zu einem marktreifen Produkt oder einer Dienstleistung viele Unterstützungsmöglichkeiten. Doch die Suche nach passenden Kontaktpersonen, Ressourcen und themenbezogenen Angeboten sei zeitaufwendig. Zudem könnten Außenstehende häufig nicht sofort erkennen, welche Vielfalt und Möglichkeiten ihnen tatsächlich zur Verfügung stünden.

An dieser Schnittstelle setzt die IKS mit ihrer Arbeit an. Sie vermittelt Kontakte in die Netzwerke und sucht bei Bedarf darüber hinaus aktiv passende Ansprechpartner. Oft kann das Team oft schon schnell relevante Schlüsseltechnologien erkennen. Dadurch bietet sich den anfragenden Unternehmen häufig die Möglichkeit, Technologien wie Blockchain, 3D-Druck, Industrial IoT (Internet of Things bzw. Industrie 4.0) oder künstliche Intelligenz bereits in einer frühen Phase ihre eigenen Innovationskanäle zu übernehmen.

Bei der Finanzierung der Entwicklung von Innovationen oder Schutzrechtsfragen arbeitet die IKS eng mit Partnern wie der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) oder dem Innovations- und Patent-Centrum der Handelskammer Hamburg zusammen.

Wissenschaft sucht Unternehmen

Parallel unterstützt das Team auch Wissenschaftler aus staatlichen und privaten Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen bei der Suche nach Kooperationspartnern aus der Wirtschaft. Die Zusammenarbeit bietet die Möglichkeit der Umsetzung eigener Forschungsergebnisse, neuen Input für weitere Vorhaben, Drittmittel, aber auch die praxisnahe Ausbildung der Studierenden.

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann sagt zum zehnten Jubiläum der IKS: „Innovationen kommt gerade in der aktuellen Zeit eine besondere Bedeutung zu. Wir wollen die Krise nutzen, um Innovationen weiter voranzutreiben. Dies erfordert ein hohes Maß an Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Dabei gilt es, das in allen Branchen, Wirtschaftszweigen und Forschungseinrichtungen vorhandene Wissen zu bündeln. Nur so kann sich ein Standort effektiv und zukunftsfähig entwickeln.“

Betriebliches Beispiel: Unternehmensgruppe Fehrmann

Henning Fehrmann, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Fehrmann und Regionalvorsitzender der Metropolregion Hamburg im Vorstand des Verbandes der Familienunternehmer, gibt einen Einblick in die Betriebspraxis: „In den letzten neun Jahren hat mir die IKS kontinuierlich als neutraler Sparringspartner bei der Weiterentwicklung meiner Unternehmen in Richtung Zukunftstechnologien zur Seite gestanden. Durch die IKS haben wir verschiedene Kooperationspartner aus der Wissenschaft gefunden, die nicht nur zu erfolgreichen neuen Produkten geführt haben, sondern zum Teil in strategische Allianzen gemündet sind.“

So kooperiert die Fehrmann-Gruppe schon im dritten Projekt mit dem Helmholtz-Zentrum für Materialforschung, Geesthacht, um die weltweit einmalige Aluminiumlegierungen für die Automobil-Industrie und den 3D-Druck zu entwickeln. Zum zweiten Mal unterstützt die IFB mit ihrer Profi-Förderung das Unternehmen. Seit einigen Jahren sind zunehmend Digitalisierungsthemen für die Schifffahrt wie künstliche Intelligenz, Data Science oder Virtual Reality und Augmented Reality für den Betrieb von Bedeutung. Auch hier sei die IKS „ein wichtiger Beschleuniger unseres Innovationsschnellboots”, so Henning Fehrmann.

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