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Deutscher Kaffeeverband e.V.

"Wir sind die Servicestelle für Kaffee in Deutschland."

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Zum Frühstück, nach dem Mittagessen, im Büro oder beim Treffen mit Freunden – der tägliche Kaffeegenuss ist für die meisten Menschen fester Bestandteil des privaten und beruflichen Alltags. In Deutschland ist Kaffee das beliebteste Getränk, noch vor Bier und Wasser. 146 Liter werden pro Kopf jährlich bundesweit konsumiert. Anlässlich des „Tags des Kaffees“ am 26. September 2008 begab sich hamburg.business-on.de auf die Spuren der deutschen und Hamburger Kaffeewirtschaft und sprach mit Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes e.V.

hamburg.business-on.de: Der Deutsche Kaffeeverband ist die „übergreifende Interessenvertretung der deutschen Kaffeewirtschaft“. Herr Preibisch, welche Aufgaben erfüllt der Deutsche Kaffeeverband e.V.? Wie sieht seine Arbeit im Detail aus?

Holger Preibisch: Der Deutsche Kaffeeverband e.V. ist die Dachorganisation der deutschen Kaffeewirtschaft. Mitglieder sind Unternehmen, die direkt oder indirekt mit dem Kaffee zu tun haben, z.B. Rohkaffee-Agenturen und -Makler, Rohkaffee-Importeure, Entkoffeinierer und Röster, aber auch Kaffeemaschinenhersteller und Seetransportunternehmen. Der Deutsche Kaffeeverband vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene und widmet sich dabei dem gesamten Themenspektrum, das sich im Zusammenhang mit dem Welthandelsgut Kaffee eröffnet, von der Kaffeesteuer über die Rückverfolgbarkeit der Sorten in Kaffeemischungen bis zum Verbraucherschutz. Darüber hinaus versteht sich der Deutsche Kaffeeverband als die Servicestelle für Kaffee in Deutschland, d.h. jeder, egal ob er sich beruflich oder privat mit dem Thema Kaffee beschäftigt, kann sich an uns wenden. Wir bieten Interessierten umfassende Informationen im Rahmen unserer Publikationen, Materialien, Veranstaltungen, elektronischen Medien und im persönlichen Gespräch.

hamburg.business-on.de: Wie kam es zur Gründung des Deutschen Kaffeeverbandes im Jahr 1969 in Hamburg?

Holger Preibisch: Bis zu Beginn der 60er Jahre zählte die deutsche Kaffeewirtschaft tausende Unternehmen. Dann setzte ein großer Konzentrationsprozess in der Kaffeewirtschaft ein, viele Firmen, insbesondere Kaffeeröstereien und Kaffeehändler, mussten ihre Kontore oder Röstereien schließen. Die Kaffeeunternehmen waren bis dahin in verschiedenen Verbänden organisiert gewesen. 1969 wurden sie im Deutschen Kaffeeverband zusammengeführt, der von nun an als übergreifende Organisation alle Bereiche und Belange der Kaffeewirtschaft abdeckte und die Kaffeebranche stärkte.

hamburg.business-on.de: Der Deutsche Kaffeeverband ist Mitglied in europäischen Interessengemeinschaften wie der Association Scientifique Internationale de Café (ASIC) und der European Coffee Federation (ECF). Wie sieht die Zusammenarbeit mit diesen Organisationen aus? Welche Aufgaben erfüllt der Deutsche Kaffeeverband in diesem Rahmen?

Holger Preibisch: Viele Themen, die die deutsche Kaffeebranche betreffen, werden auf europäischer Ebene diskutiert und reguliert. Internationale Kaffee-Organisationen befassen sich vor allem mit den rechtlichen Belangen und Veränderungen innerhalb der Europäischen Union. Für den Kaffeehandel existieren beispielsweise so genannte Standardkontrakte, die jedes Unternehmen, das im internationalen Kaffeemarkt tätig ist, angewendet. Neben den kaffeespezifischen Belangen gibt es natürlich eine Vielzahl von Themen, die das Lebensmittelrecht insgesamt betreffen und im Rahmen der EU-Gesetzgebung auch für die Kaffeewirtschaft zu beachten sind. Der Deutsche Kaffeeverband vertritt die Interessen seiner Mitglieder auch im internationalen Kontext. Da die deutsche Kaffeebranche die stärkste in Europa ist, besitzt sie einen großen Einfluss in den europäischen Organisationen.

hamburg.business-on.de: 37 der derzeit 108 Mitglieder des Deutschen Kaffeeverbandes haben ihren Sitz in Hamburg, darüber hinaus sind 7 der 33 Fördermitglieder in der Hansestadt ansässig? Inwiefern fühlt sich der Deutsche Kaffeeverband in besonderer Weise mit der Stadt Hamburg verbunden?

Holger Preibisch: Hamburg ist neben Bremen die deutsche Kaffeehauptstadt. Der Deutsche Kaffeeverband ist traditionell sehr eng mit der Stadt verbunden. Er ist nicht zuletzt Träger der Hamburger Kaffeebörse, die heute nur noch formal besteht. Unser Geschäftssitz befindet sich im Pickhuben, neben dem Sandtorkai eine der Kaffee-Straßen in Hamburg. Hier ist die gesamte Kaffee-Kompetenz versammelt.

hamburg.business-on.de: Kaffee wird in einigen der ärmsten Ländern der Welt angebaut. Welche Rolle spielen die Themen „Nachhaltigkeit“ und „fairer Handel“ für den Deutschen Kaffeeverband und wie engagiert er sich dafür?

Holger Preibisch: Gemeinsam mit unseren Mitgliedern widmen wir uns intensiv den von Ihnen angesprochenen Themen.So sind unter anderem die Organisationen TransFair und Rainforest Alliance Mitglied im Deutschen Kaffeeverband. Darüber hinaus initiierte der Verband zusammen mit der GTZ im Jahr 2002 den „Common Code for the Coffee Community“, kurz „4C“. Daraus ist eine eigene Einrichtung mit Sitz in Bonn geworden. Sie setzt sich für die Interessen der rund 25 Mio. Kaffeebauern weltweit ein, führt diese schrittweise an die etablierten, hohen Zertifizierungsstandards heran und eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich in einem globalen Netzwerk auszutauschen und ihre Position auf dem Markt zu stärken.

hamburg.business-on.de: In der Kaffeebranche werden wie in anderen Wirtschaftszweigen qualifizierte Fachkräfte gesucht. Der Deutsche Kaffeeverband ist Kooperationspartner des neuen Studiengangs der Northern Business School „Coffeemanagement“. Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Weiterbildungseinrichtung aus?

Holger Preibisch: Gemeinsam mit der Northern Business School hat der Deutsche Kaffeeverband den Studiengang „Coffeemanagement“ initiiert. Ziel des berufsbegleitenden Studiums ist es, Fach- und Führungskräfte der Kaffeebranche weiterzuqualifizieren und Mitarbeiter aus dem Managementbereich anderer Branchen für den Einstieg in ein Kaffeeunternehmen entsprechend auszubilden. Zentrales Anliegen ist es daher, einen starken Praxisbezug innerhalb des Studiengangs zu gewährleisten. Der Kaffeeverband gewährt als Kooperationspartner kompetente Praktiker aus der Kaffeewirtschaft als Dozenten, die im Rahmen eines Lehrauftrags den Studenten des „Coffeemanagement“-Studiengangs das notwendige kaffeespezifische Wissen zu vermitteln. Die grundlegenden BWL-Vorlesungen werden von Professoren gehalten. So entsteht eine sehr ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis.


hamburg.business-on.de: Der „Tag des Kaffees“ findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Was veranlasste den Deutschen Kaffeeverband, ihn im Jahr 2006 erstmals zu veranstalten?

Holger Preibisch: Auslöser für den ersten „Tag des Kaffees“ war die Erfahrung aus unserer täglichen Arbeit, dass viele Menschen sich für Kaffee interessieren, aber wenig darüber wissen. Beispielsweise wurden wir immer wieder gefragt, welche Zusatzstoffe dem Kaffee beigemischt werden. Es gibt in Deutschland, anders als in anderen Ländern, ein gesetzliches Reinheitsgebot wie beim Bier. Der lösliche Kaffee besteht ausschließlich aus der gemahlenen Kaffeebohne. Mit dem „Tag des Kaffees“ möchten wir auch in diesem Jahr wieder aufklären, informieren und allen Interessierten eine Vielzahl aufschlussreicher Veranstaltungen bieten. 2007 haben sich über 100 Unternehmen bei rund 1.500 Aktionen deutschlandweit am „Tag des Kaffees“ beteiligt. Auf ein solches reichhaltiges Angebot können sich die Kaffeefans auch in diesem Jahr wieder freuen.

hamburg.business-on.de: Welche Erfindung in der Kaffeebranche ist für Sie, Herr Preibisch, die revolutionärste?

Holger Preibisch: Diese Frage hat mir interessanterweise bisher noch niemand gestellt. Ich halte die Kaffeeröstmaschine für die revolutionärste Erfindung. Vorher wurden die Kaffeebohnen über dem offenen Feuer geröstet, was natürlich dazu führte, dass sie verbrannten. Die zweite erwähnenswerte Erfindung ist die haltbare Aufbewahrung des Kaffees in Vakuumverpackungen oder anderen luftdichten Behältern, die das Aroma bewahren.

hamburg.business-on.de: Zuletzt möchten wir uns noch eine persönliche Frage erlauben, Herr Preibisch, die wir im Rahmen einer Umfrage auch unseren Lesern stellen: Wie und wo trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?

Holger Preibisch: Ich trinke sehr gerne Espresso und diesen am liebsten im Büro, da sich dann der Duft des Espressos mit den Gerüchen der Speicherstadt vermischt.

hamburg.business-on.de: Wir danken Ihnen für das Interview, Herr Preibisch, und wünschen Ihnen einen erfolgreichen „Tag des Kaffees“.

(Redaktion)



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Deutscher Kaffeeverband e.V.


 

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Coffee Shop Hamburg
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