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Deutsche Möbelindustrie sieht sich auf Erholungskurs

Die Umsatzprognose der Branche für 2020 wurde Ende August von minus 10 Prozent auf minus 5 Prozent angepasst.

Die Coronakrise hat die deutsche Wirtschaft hart getroffen. Doch nicht alle Branchen leiden aktuell gleichermaßen stark. So vermeldete der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) Ende August vermehrte Anzeichen für eine Erholung in der Möbelindustrie.

Zwar brachen die Umsätze der Möbelhersteller aufgrund des fehlenden Auftragseingangs im April um 28,7 Prozent und im Mai um 23,3 Prozent ein. Nach Wiedereröffnung der Möbelhäuser sei es „überraschend schnell” wieder aufwärtsgegangen, teilt der VDM mit. Im Juni lagen die Umsätze bereits um 2,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung im Juni habe den Einbruch im April und Mai aber nicht kompensieren können. So verzeichnet die Branche in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Umsatzminus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Export entwickelt sich schwächer als Inlandsmarkt

Die negativen Auswirkungen der Corona-Krise waren laut VDM-Angaben auch im Auslandsgeschäft deutlich zu spüren. Der Auslandsumsatz der deutschen Möbelindustrie sank im ersten Halbjahr um 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen ging der Inlandsumsatz lediglich um 8,2 Prozent zurück. Das Exportgeschäft litt unter dem Nachfragerückgang infolge der Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen Ländern, den internationalen Reiseeinschränkungen, den negativen Auswirkungen des Brexits und dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Segmente unterschiedlich betroffen

Alle Segmente der deutschen Möbelindustrie entwickelten sich von Januar bis Juni 2020 nach Angaben der amtlichen Statistik negativ, wie der VDM mitteilt. Dennoch gebe es erhebliche Differenzen zwischen den einzelnen Segmenten. So verzeichneten die Küchenmöbelhersteller einen leichten Umsatzrückgang um 2,3 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro und entwickelten sich damit wesentlich besser als andere Segmente.

Die Büromöbelindustrie wies mit einem Umsatz von rund 983 Millionen Euro und einem Minus von 10,9 Prozent ein deutlich negativeres Ergebnis aus. Die Hersteller von Laden- und sonstigen Objektmöbeln lagen um 10 Prozent unter dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund 831 Millionen Euro. Einen überdurchschnittlichen Rückgang registrierten die Hersteller von Polstermöbeln, deren Umsätze von Januar bis Juni 2020 um 11,2 Prozent auf rund 420 Millionen Euro zurückgingen. Auch die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Möbelindustrie – den sonstigen Möbeln und Möbelteilen – fiel mit minus 14,3 Prozent auf drei Milliarden Euro negativer aus als im Branchendurchschnitt. Das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – wies ein Umsatzminus in Höhe von 11,8 Prozent auf rund 350 Millionen Euro aus. Im Juni verbesserte sich die Lage in allen Segmenten wieder deutlich.

Positiver Blick auf die kommenden Monate

Die aktuelle Auftragslage lässt die Hersteller mittlerweile verhältnismäßig optimistisch auf die kommenden Monate blicken. Nach internen Erhebungen der Fachverbände stiegen die Auftragseingänge in der deutschen Wohnmöbelindustrie in den ersten sieben Monaten um 4,5 Prozent und in der Küchenmöbelindustrie um 4,8 Prozent. In der Polstermöbelindustrie wurde dagegen ein leichter Rückgang um 4,1 Prozent registriert. Die im Vergleich zur amtlichen Statistik deutlich positiveren Ergebnisse sind vor allem auf den guten, um einen zweistelligen Prozentsatz verbesserten Auftragseingang im Juli zurückzuführen, welcher sich nach VDM-Einschätzung erst in den kommenden Monaten in den positiven Umsätzen niederschlagen dürfte. Ein weiterer Grund sei die Einbeziehung der ausländischen Produktionsstätten deutscher Hersteller sowie der deutschen Vertriebsgesellschaften ausländischer Hersteller, die von der amtlichen Statistik nicht erfasst werden.

 

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