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Change Management im modernen Management

Veränderungen sind nicht immer erwünscht, aber oft notwendig. Das Change Management befasst sich mit Veränderungen in Unternehmen und bedient sich verschiedener Modelle, mit deren Hilfe die Umsetzung auf den jeweiligen Bedarf optimal zugeschnitten werden kann.

Veränderungen sind nicht immer erwünscht, aber oft notwendig. Das Change Management befasst sich mit Veränderungen in Unternehmen und bedient sich verschiedener Modelle, mit deren Hilfe die Umsetzung auf den jeweiligen Bedarf optimal zugeschnitten werden kann.

Phasenmodelle geben Rahmenhandlung vor

Zunächst die generelle Definition von Change Management: Unter diesem Begriff werden alle Maßnahmen, die zu einer umfassenden Veränderung in Unternehmen oder Organisationen führen, zusammengefasst. Das Change Management bezeichnet somit die Veränderungen auf makroskopischer Ebene; im Detail finden schließlich fortlaufend Veränderungen statt, doch die meisten davon haben keine allzu großen strukturellen, finanziellen oder organisatorischen Konsequenzen.

Dem Change Management ist somit stets eine Analyse vorgelagert. So kann beispielsweise im produzierenden Gewerbe festgestellt werden, dass eine Effizienzsteigerung nur durch neue Fertigungsstätten erreicht werden kann, was aus Kostengründen jedoch mit der aktuellen Personalstruktur kollidiert. In diesem Fall würden die notwendigen Veränderungen mehrere Ebenen betreffen – ein klassisches Beispiel von Change Management also. Denn von der Finanzbuchhaltung über das Marketing bis hin zum Projektmanagement können alle Unternehmensbereiche vom Change Management berührt werden. Und daraus ergibt sich eine hohe Komplexität.

Um dieser gerecht zu werden, existieren mittlerweile mehrere Change-Management-Modelle. Die Change-Management-Phasen spannen in vielen Modellen den Rahmen auf, innerhalb dessen Grenzen die Umsetzung stattfindet. Dabei ist zu beachten, dass das Change Management auch psychologische/emotionale Aspekte miteinbezieht – der Faktor Mensch ist schließlich das Fundament eines jeden Unternehmens und der Erfolg des Change Managements hängt essenziell davon ab.

Streichs 7-Phasenmodell als Beispiel

Richard K. Streich liefert dazu ein anschauliches Beispiel. Laut seinem Modell laufen die Reaktionen bei Veränderungen in sieben Phasen ab:

  1. Schock: Die Veränderung wird aus emotionalen Gründen abgelehnt.
  2. Ablehnung: Die Notwendigkeit einer Veränderung wird mit rationalen Argumenten angezweifelt.
  3. Rationale Einsicht: Die Sinnhaftigkeit der Veränderung wird erstmals in Betracht gezogen.
  4. Emotionale Akzeptanz: Nach der rationalen Einsicht folgt nun auch die emotionale Bereitschaft.
  5. Lernen: Die Bereitschaft, die Veränderung aktiv anzugehen und daraus zu lernen.
  6. Erkenntnis: Die positiven Effekte des Change Managements werden deutlich und bestätigen das Erwartete.
  7. Integration: Die positiven Resultate führen dazu, dass Veränderungen künftig als selbstverständlich und notwendig betrachtet werden.

Streichs sieben Phasen sind nur eins von vielen Modellen, doch sie zeigen, wie strukturiert das menschliche Verhalten aufgeschlüsselt wird. Unternehmer, Manager oder Führungskräfte, die in absehbarer Zeit weitreichende Veränderungen planen, sind deswegen gut beraten, die Kommunikation nicht zu vernachlässigen. Diese spielt eine entscheidende Rolle im Change Management und ist mindestens ebenso wichtig wie die Maßnahmen des Change Management selbst.

Auch im Change Management: Kommunikation ist (fast) alles

Diese These wird von Niklas Luhmann (1927–1998) unterstützt. Der Soziologe hat die Systemtheorie entwickelt, laut der die Mitarbeiter das Herzstück des Unternehmens darstellen und alle Elemente dieses sozialen Systems aus Kommunikationsprozessen bestehen. Darüber hinaus werden Mitarbeiter über ihre Handlungen definiert, und dazu gehören auch die Kommunikationsprozesse. Das Unternehmen wird also als organisches Konstrukt zusammengefasst und damit gehen zwangsläufig immer wiederkehrende Spannungsfelder und unvorhersehbare Aktionen – Reaktionen einher. Dies gilt besonders bei Veränderungen – die Schnittstelle zum Change Management wird damit offensichtlich.

Es unterliegt der Verantwortung von Führungskräften, die Qualität der Kommunikation auf ein hohes Niveau zu bringen und dort zu etablieren. Das gilt nicht nur im Change Management, sondern auch im Allgemeinen, unter anderem im Sinne der Mitarbeitermotivation. Nicht ohne Grund gehört das Kommunikationstalent zu den wichtigsten Soft Skills im modernen Management und macht sich auch beim Networking bezahlt.

Die Qualität des Change Management hängt damit von vielen Faktoren ab, die nicht nur im Change Management zum Tragen kommen. Dort allerdings umso stärker: Veränderungen beinhalten stets ein chaotisches Element, dem Manager mit strukturierten Handlungen entgegentreten können.

 

Bildquellen

  • business_on_1: nzphotonz / istock.com
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