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Startups

Bluu Seafood kommt in die Altonaer Marzipanfabrik

Das Food-Tech-Unternehmen, Berlin, stellt zellbasierten Fisch her. Erste marktreife Produkte wurden kürzlich vorgestellt. Mit der ersten Zulassung wird 2023 gerechnet. In Hamburg eröffnet Bluu Seafood einen neuen Standort.

Das Führungsteam von Bluu Seafood: (v.li.) COO Dr. Chris Dammann, Co-Gründer und CEO Dr. Sebastian Rakers sowie Co-Gründer und Managing Director Simon Fabich. Foto: Bluu GmbH / Henrik Gergen

Die Überfischung der Meere führt unbestritten nachhaltig zur Zerstörung des Ökosystems. Das Start-up Bluu Seafood, zuvor Bluu Biosciences, ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen Europas, das sich auf die kommerzielle Herstellung von zellbasiertem Fisch spezialisiert hat. An der Schnittstelle von Bio- und Lebensmitteltechnologie wolle es Fischprodukte nachhaltig und kosteneffizient produzieren „und damit einen deutlichen Beitrag zur Sicherung der zukünftigen Versorgung der Menschheit mit tierischem Protein zu leisten“.

Kultivierte Fischzellen plus pflanzliche Proteine

Entstanden ist das Unternehmen 2020 als Ausgründung des Fraunhofer-Entwicklungszentrums für Marine und Zelluläre Biotechnologie (EMB) in Lübeck. Im August dieses Jahres präsentierte das Food-Tech-Unternehmen erste marktreife, direkt aus Fischzellen gezüchtete Produkte: Fischstäbchen und Fischbällchen aus Forellenzellen, die mit pflanzlichen Proteinen angereichert wurden.

Jetzt eröffnet Bluu Seafood in Hamburg mit 25 Mitarbeitenden in der Marzipanfabrik am Friesenweg in Altona auf etwa 2.000 Quadratmeter einen neuen Standort. Wo Ende des 19. Jahrhunderts in den backsteinroten Industriebauten L.C. Oetker Confiserie-Spezialitäten produzierte und die Sternwoll-Spinnerei ihren Betrieb aufnahm, ist inzwischen ein modernes, urbanes Quartier entstanden.

Dr. Sebastian Rakers, Mitgründer und CEO von Bluu Seafood, erklärt: „Die Prozesse zur Herstellung von kultiviertem Fisch beherrschen wir mittlerweile sehr gut. Jetzt geht es um die Skalierung der Produktion jenseits des Labormaßstabs. Hamburg bietet uns ein attraktives Wachstumsumfeld und mit der Marzipanfabrik den Platz, den wir dafür brauchen. Außerdem werden wir von der Lebensqualität Hamburgs auch bei der Gewinnung weiterer qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren.“

Erste Zulassung Ende 2023 erwartet

Das Unternehmen rechnet mit einer ersten Zulassung von Produkten und Markteinführung in Singapur bis Ende 2023. Dort sei der Zulassungsprozess am weitesten ausdefiniert. Darüber hinaus will Bluu Seafood die Zulassung in den USA, in Großbritannien und in der EU beantragen.

Was den neuen Standort in Altona betrifft, verweist Wirtschaftssenator Michael Westhagemann auf ein „vielfältiges Netzwerk von Hightech-Unternehmen, renommierten Forschungseinrichtungen und Universitäten im Bereich Biotechnologie“, die in Hamburg und der Metropolregion an der Umsetzung innovativer Ideen in marktfähige Produkte arbeiteten. Gleichzeitig gebe es große Kompetenzen in der Ernährungswirtschaft. „Bluu Seafood findet hier das ideale Umfeld, um die nächste Wachstumsphase anzugehen.”

Weitere Mieter aus dem Bereich Gesundheitswirtschaft bzw. Life Sciences in der Marzipanfabrik sind seit Frühjahr 2022 bereits AstraZeneca und AmpTec. Die Firma AmpTec ist nach Angaben ein Auftragshersteller und -entwickler von mRNA und Zulieferer im Bereich der Diagnostik und der Impfstoffherstellung.

Bildquellen

  • Bluu-Seafood-Führungsteam: Bluu GmbH / Henrik Gergen
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