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Devisenhandel als Teil der Geldanlage-Strategie

Immer mehr Anleger beschäftigen sich mit Forex Trading. Seit einigen Jahren boomt der Handel mit Devisen und hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie noch einmal kräftig zugelegt.

Weiterhin niedrige Zinsen auf festverzinsliche Geldanlagen, Verwahrentgelte für hohe Geldsummen auf Girokonto und Tagesgeldkonto lässt viele Sparer und Geldanleger umdenken. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um Geld anzulegen und Vermögen aufzubauen – oft mit größeren Renditechancen, aber auch höheren Risiken verbunden: Von Aktien und börsengehandelten Fonds (Exchange Trades Funds, ETF) über Edelmetalle wie Gold und Silber, Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum bis hin zu Immobilien („Betongold“). Anlegende beschäftigen sich zunehmend auch mit Forex Trading.

Handel mit Währungen

Wer die Euro-Zone für Urlaub oder Business verlässt, der kennt Devisen: ausländische Zahlungsmittel in Fremdwährung. So tauscht man etwa bei einem Aufenthalt in den USA seine Euro in US-Dollar, um Bargeld für Einkäufe vor Ort zu haben. Weniger bekannt ist der internationale Devisenmarkt, an dem – jeweils vom inländischen Markt aus betrachtet – mit Fremdwährungen gehandelt wird. Devisen können dabei auch Guthaben in Form von Wertpapieren in einer fremden Währung sein.

Der Devisenmarkt, auch Foreign Exchange Market (Forex oder FX) genannt, ist der größte Finanzmarkt neben dem Geldmarkt, Kredit- und Kapitalmarkt. Laut Statista lag der Umsatz am weltweiten Devisenmarkt im Jahr 2019 pro Handelstag bei rund 6.590 Milliarden US-Dollar. Im Forex-Handel werden ausländische Währungen gekauft und verkauft. Die Akteure am Markt spekulieren auf Währungskursentwicklungen: Sie setzen darauf, ob eine bestimmte Währung im Vergleich zu einer anderen stärker oder schwächer wird. Zu den großen Wechselkursen zählen etwa die Währungspaare Euro und US-Dollar (EUR/USD), US-Dollar und Japanischer Yen (USD/JPY) sowie US-Dollar und Schweizer Franken (USD/CHF).

Baustein zur Geldanlage-Diversifizierung

Forex Trading stellt eine Möglichkeit dar, langsam Vermögen aufzubauen. So kann der Devisenhandel – unabhängig von Aktienmärkten – eine interessante Erweiterung im Rahmen einer Depot-Gesamtstrategie sein, wenn es etwa darum geht, die eigenen Geldanlagen möglichst breit zu streuen. Dank des Internets gibt es mittlerweile viele Online-Broker und Handelsplattformen wie MT4 Broker, die privaten Anlegern den Einstieg in den Devisenhandel ermöglichen. Dabei ist beim Forex Trading vieles zu bedenken: Der Handel mit Währungen erfordert ein belastbares Grundwissen um die Finanzwelt, Kenntnisse über die gehandelten Märkte – politische wie wirtschaftliche Entwicklungen –, viel Übung, Ausdauer und Geduld des Anlegenden. Und nicht zu unterschätzen: Der Handel mit Devisen ist eine sehr risikoreiche Form, sein Geld zu mehren. Die Chance auf hohe Gewinne, auf eine Vervielfachung des eingesetzten Kapitals liegt gleich neben Risiko eines hohen oder totalen Verlustes.

Der weltweite Forex-Markt findet an fünf Tagen pro die Woche rund um die Uhr statt und ist nicht – wie beim Aktienhandel – an Börsenplätze gebunden; er findet meist direkt zwischen den Teilnehmenden am Markt statt. Das können Staatsregierungen, Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank oder die US-Notenbank Fed, Finanzinstitute oder auch Konzerne sein. Als Vorteile des Devisenmarktes gelten die großen Preisschwankungen bzw. Kursbewegungen durch Angebot und Nachfragen der Marktakteure (Volatilität), die zeitliche Flexibilität, und gute Verfügbarkeit über Online-Tradingkonten, der Einsatz schon kleiner Geldsummen und niedrige Kosten im Vergleich zu anderen Geldanlagemöglichkeiten.

Experten empfehlen, den Devisenhandel mit Bedacht strategisch sinnvoll zu planen und ihn sehr konsequent zu betreiben. Das umfasst den Einstieg in den Handelsmarkt, das stetige Dranbleiben am Marktgeschehen ebenso wie den richtigen Ausstieg zu finden. Für den Einstieg bieten Online-Broker vielfach Ratgeber Tutorials und Webinare. Empfehlenswert ist es außerdem, als Neuling mit einem Demokonto zu üben und mit kleinen Summen in den Devisenhandel einzusteigen.

Bei der Auswahl eines Online-Brokers lohnt es sich, die Angebote zu vergleichen: Etwa welche Währungspaare werden im Portfolio angeboten, wie steht es um Einlagensicherung und Kontrollinstanzen – Forex-Broker und der gesamte Markt werden von Regulierungsbehörden überwacht – und gibt es den erwähnten Demozugang, Kundenservice sowie weiteren Support.

Dann kann der Vermögensaufbau – mit den schon empfohlenen wichtigen Grundvoraussetzungen Know-how, Ausdauer und Geduld – gelingen.

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Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

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