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Deloitte-Studie: Konsumklima trübt sich ein

Unternehmensberatung analysiert den Einfluss der Corona-Pandemie auf das Verbraucherverhalten in 19 Ländern. Die Deutschen halten ihr Geld zusammen.

Die steigenden Infektionszahlen zum Herbst hin verunsichern die Verbraucher und beeinflussen deren Konsumverhalten. Wie genau wie genau, analysiert der „Global Consumer Pulse Tracker“ der Unternehmensberatung Deloitte. Die aktuellen Ergebnisse zeigen laut Pressemitteilung, dass die Verunsicherung und Anspannung weltweit zunimmt und sich das Konsumklima langsam eintrübt.

„Vor allem in den Bereichen Gesundheit und wirtschaftliche Lage zeichnet sich aktuell eine erneute Unsicherheit ab“, fasst Egbert Wege, Partner bei Deloitte und Leiter von Monitor Deloitte, zusammen. „Die Zahlen geben einen Vorgeschmack auf das, was bei einem weiteren Anstieg in den nächsten Monaten auf uns zukommen könnte. Das aufgehellte Konsumklima der letzten Monate scheint sich bereits jetzt wieder zu verdüstern.“

Die aktuellen Ergebnisse basieren nach Unternehmensangaben auf einer repräsentativen Befragung im Zeitraum vom 29. September bis 3. Oktober mit mehr als 19.000 Verbrauchern aus 19 Ländern, darunter rund 1.000 aus Deutschland.

Deutschland vergleichsweise weniger besorgt

Demnach sind in ganz Europa sind aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens die durchschnittlichen gesundheitlichen und finanziellen Sorgen im Vergleich zum Vormonat gestiegen. In Italien und Großbritannien verzeichnen die Studienautoren beispielsweise einen Anstieg der gesundheitlichen Bedenken um jeweils sechs Prozentpunkte. In Deutschland liege die negative Stimmungslage unter dem europäischen Durchschnitt. In Ländern wie Italien, Frankreich oder Spanien sei die allgemeine Besorgnis um bis zu 20 Prozentpunkte höher als in Deutschland.

Deutsche achten auf ihre Ausgaben

Die Studie zeigt zudem, dass nur wenige Deutsche in den letzten Monaten in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind: Bei lediglich 14 Prozent lagen die monatlichen Haushaltsausgaben über dem Einkommen. Außerdem macht sich nur einer von fünf Befragten Gedanken darüber, dass anstehende Zahlungen wie etwa die Miete nicht beglichen werden können.

Doch auch wenn mehrheitlich bislang keine spürbaren finanziellen Engpässe bestehen, bleiben die deutschen Konsumenten zurückhaltend: Die Sparquote steigt seit Juni stetig an. Grundsätzlich aber bleiben sie weitgehend dem Prinzip treu, mehr Geld für den Grundbedarf auszugeben, dafür aber den weniger notwendigen Konsum zu reduzieren. Zudem planen sie laut Deloitte höhere Ausgaben für Medikamente ein, um für die Erkältungs- und Grippesaison gewappnet zu sein.

Vor allem der Autokauf wird verschoben

Im Vergleich zu den vorherigen Monaten lässt sich erkennen, dass viele deutsche Verbraucher größere Anschaffungen häufiger auf einen späteren Zeitpunkt verschieben wollen. Das betrifft beispielsweise das Autosegment: Knapp die Hälfte der Befragten will das eigene Fahrzeug länger nutzen als geplant. Dabei spielen verschiedene Gründe eine Rolle. 50 Prozent der Befragten führen die unveränderte Alltagstauglichkeit des jetzigen Autos an. Für 27 Prozent ist diese Entscheidung eine reine Kostenfrage. Ein knappes Drittel gibt eine Prioritätenverschiebung bei größeren Ausgaben an und 19 Prozent warten auf bessere Angebote der Autohersteller.

Abwartende Haltung bei Restaurantaufenthalten und Urlaubsreisen

In der Alltagsgestaltung erkennen die Studienautoren eine zunehmende Beunruhigung: Obwohl knapp zwei Drittel der Deutschen kaum Bedenken bei einer Rückkehr zum Arbeitsplatz hätten, arbeiten 52 Prozent der Befragten mindestens gelegentlich von zu Hause aus, davon 16 Prozent sogar täglich. Remote-Working scheint sich in Deutschland also zu etablieren. Bei Freizeitaktivitäten schwindet das sichere Gefühl teilweise. Dies ist auf die sinkenden Temperaturen im Herbst zurückzuführen, da sich die Konsumenten wieder vermehrt in Innenräumen mit erhöhtem Infektionsrisiko aufhalten müssten. Lediglich 40 Prozent fühlen sich sicher, in ein Restaurant oder in eine Bar zu gehen. Im Vormonat lag der Wert noch bei 43 Prozent.

Geht es um die Urlaubsplanung, zeigt sich ebenfalls eine erneute Zurückhaltung: Die Bereitschaft, mit Zug oder Flugzeug zu reisen, ist seit dem Sommer kontinuierlich zurückgegangen und hat im Herbst wieder das Frühjahrsniveau erreicht. Immerhin 37 Prozent wollen lieber mit ihrem nächsten Urlaub warten, bis sich die Lage beruhigt.

Bereitschaft, örtliche Wirtschaft zu unterstützen

„Trotz der zunehmenden Besorgnis in Deutschland möchten viele Verbraucher weiterhin ihre lokalen Händler und Geschäfte unterstützen und ihren Grundbedarf vor Ort decken. Bei dem Konsum von Luxusgütern, größeren Anschaffungen oder der Freizeitgestaltung ist allerdings eine zunehmende Zurückhaltung bemerkbar“, resümiert Karsten Hollasch, Partner und Leiter Consumer Business bei Deloitte. „Angesichts der steigenden Infektionszahlen bleibt abzuwarten, welche Trends sich wirklich durchsetzen und mit welchen neuen Verhaltensänderungen die Händler rechnen müssen.“

Die kompletten Studien gibt es hier zum Herunterladen.

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