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Otto kündigt Schließung des Retouren-Zentrums in Hamburg 2021 an

Kleinvolumige Retouren, die der Otto-Konzern bislang in der Hansestadt verarbeitet, sollen künftig in Polen und Tschechien erledigt werden. Von der geplanten Schließung des Retourenbetriebs in Hamburg-Bramfeld sind 840 Beschäftigte betroffen.

Kleinvolumige Retouren, die der Otto-Konzern bislang in der Hansestadt verarbeitet, sollen künftig in Polen und Tschechien erledigt werden. Von der geplanten Schließung des Retourenbetriebs in Hamburg-Bramfeld sind 840 Beschäftigte betroffen.

Die Otto Group hat entschieden, den Retourenbetrieb in Hamburg aufzugeben. „Nach Überprüfung aller möglichen Alternativen” werde die mittelfristige Schließung des letzten deutschen Retourenbetriebes der Konzerngesellschaft Hermes Fulfilment in Hamburg angestrebt, heißt es in einer Pressemitteilung des Handelskonzerns vom 3. September. Der innerstädtische Betrieb soll demnach in der zweiten Jahreshälfte 2021 geschlossen werden, um den 840 überwiegend in Teilzeit beschäftigen Mitarbeitenden „ausreichend Zeit zur Neuorientierung” zu geben.

Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit

„Der Retourenbetrieb in Hamburg ist wirtschaftlich – trotz technisch hohem Niveau und hervorragend arbeitender Kolleginnen und Kollegen – nicht mehr rentabel und kann deshalb leider nicht länger aufrecht erhalten bleiben”, teilt die Otto Group mit. Die Entscheidung sichere nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Hermes Fulfilment und der Konzerngesellschaften der Otto Group, sondern sorge für eine zukunftsfähige Gestaltung der logistischen Prozesse.

Schon seit Langem werde in der Otto Group der Großteil der retournierten Waren in den konzerneigenen Betrieben in Polen und Tschechien bearbeitet. Die beiden Länder hätten sich in der Logistikbranche als Standard für die Bearbeitung von Retouren etabliert. Auch die bislang in Hamburg verarbeiteten Retouren sollen künftig in den bestehenden Unternehmenssttandorten im polnischen Lodz und im tschechischen Pilsen erledigt werden.

„Der Vorstand der Otto Group und die Geschäftsführung von Hermes Fulfilment haben diese Entscheidung schweren Herzens getroffen. Notwendige wirtschaftliche Entscheidungen für die Zukunft der Unternehmensgruppe dürfen wir aber gerade in diesen Zeiten nicht auf die lange Bank schieben“, so Kay Schiebur, Vorstand Services der Otto Group, in der Unternehmensmitteilung. „Die Geschäftsführung von Hermes Fulfilment wird in den kommenden Monaten mit den Betriebsräten intensiv ausloten, mit welchen Maßnahmen die Folgen für die Beschäftigten so gut wie möglich abgemildert werden können.“

Die Otto Group halte unabhängig von dieser Planungsentscheidung am Aufbau weiterer Arbeitsplätze am Standort Deutschland und in Hamburg fest, heißt es weiter. Der Konzern investiere weiterhin dreistellige Millionenbeträge in die logistische Infrastruktur in Deutschland.

Gewerkschaft zur angekündigten Schließung

Laut Pressemitteilung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Hamburg hätten die Beschäftigten seit 2006 auf bis zu zwölf Prozent ihres Tarifgehaltes verzichtet und dafür eine Standort- und Beschäftigungssicherung erhalten. Im Frühjahr letzten Jahres sei der bestehende Ergänzungstarifvertrag dazu noch einmal ungekündigt neu verhandelt, teilweise verbessert und die Standortsicherung bis zum April 2021 verlängert worden. „Dass die Beschäftigten auf Gehalt verzichtet haben, war immer mit der Erwartung verknüpft, dass der Standort in Hamburg auch über das Auslaufen der Standortsicherung hinaus erhalten und weiter entwickelt wird”, heißt es in der Verdi-Pressemitteilung vom 3. September. Aus heutiger Sicht entstehe der Eindruck, dass die Otto Group das Zeitfenster zum Ausbau zweier vorhandener Standorte zur Retourabwicklung in Polen und Tschechien genutzt habe.

 

Bildquellen

  • retourenbetrieb_hamburg: Urs Kuester / Otto Group
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