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  • 25.09.2020, 07:06 Uhr
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  • Hamburg
Veranstaltungswirtschaft

Umfrage: Hamburger Veranstalter verzeichnen dramatische Umsatzeinbrüche

Eine aktuelle Handelskammer-Befragung unter Mitgliedsbetrieben ergab, dass jedes dritte Unternehmen der Branche dieses Jahr coronabedingt kein Geld verdient hat.

Die Veranstaltungswirtschaft in Hamburg ist durch die coronabedingten Auflagen nach wie vor massiv belastet. Mehr als ein Drittel der in einer Handelskammer-Blitzumfrage vom 18. bis 21. September 2020 befragten Unternehmen hat in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von 100 Prozent zu verzeichnen und somit kein Geld verdient. Das teilte die Kammer mit.

Forderung: Ermöglichungskultur statt Verbotskultur

42,5 Prozent gaben demnach an, in diesem Jahr höchstens ein Viertel ihrer Vorjahreserlöse erwirtschaftet zu haben. Auch die Erwartungen für das gesamte Jahr 2020 sind nicht besser: Fast zwei Drittel rechnen mit höchstens 25 Prozent ihres Vorjahresumsatzes. „Die Veranstalter haben durch die coronabedingten Auflagen ein Tätigkeitsverbot auferlegt bekommen“, sagt Handelskammer-Präses Norbert Aust. „Es geht für viele Unternehmen der Branche um das wirtschaftliche Überleben. Was die Unternehmen jetzt brauchen, ist eine Perspektive und Planungssicherheit.“

Der Handelskammer-Präses sieht nun die Politik in der Pflicht, den betroffenen Betrieben eine Perspektive zu geben. Von den Befragten Unternehmen seien fast zwei Drittel eher oder sehr unzufrieden mit den Regelungen der aktuell gültigen Corona-Verordnung zu Messen, Kongressen und Veranstaltungen, nur dreizehn Prozent seien mit den Regelungen zufrieden. „Wir müssen von einer Verbotskultur zu einer Ermöglichungskultur kommen“, so Aust. Die vorgesehene Durchführung des Winterdoms sei ebenso wie eine pandemiegerechte Durchführung der Weihnachtsmärkte ein wichtiges positives Signal.

Überbrückungshilfe wird wichtiger

Drei von vier Befragten Unternehmen haben nach Kammer-Informationen bereits staatliche Unterstützung in Anspruch genommen. 58 Prozent und damit über die Hälfte plant dies auch in den kommenden Monaten. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass die Hamburger Corona-Soforthilfe zu den wichtigsten Unterstützungsmaßnahmen gehörte. 46 Prozent nannten in diesem Zusammenhang das Kurzarbeitergeld, 45 Prozent die Überbrückungshilfe, gefolgt von den Steuerstundungen mit 20 Prozent der Nennungen. Die Überbrückungshilfe werde durch den Wegfall der Soforthilfe künftig noch wichtiger, sagten 77 Prozent der Befragten.

„Betriebe, die aus einem soliden Geschäftsjahr 2019 kommen und unverschuldet in die Krise geraten sind, brauchen dringend weitere, nicht rückzahlbare Finanzhilfen“, so der Handelskammer-Präses. Der zinsgünstige, aber rückzahlbare ‚Hamburg-Kredit Liquidität‘ reiche beispielsweise für die betroffenen Unternehmen der Veranstaltungsbranche nicht aus. „Die Betriebe können zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehen, wann und in welchem Umfang sie ihr Geschäft wieder aufnehmen können. Das heißt, sie können auch nicht abschätzen, wann und wie sie Kredite zurückzahlen können.“

An der Handelskammer-Umfrage nahmen nach Unternehmensangaben 87 Unternehmen teil. Fast 70 Prozent sind Solo-Selbstständige oder Kleinstunternehmen mit bis zu drei Mitarbeitern, weitere 15 Prozent Kleinunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern und fünf Prozent größere Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten.

(Redaktion)


 


 

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