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Forschungsschiff „Aldebaran“ geht Schad- und Giftstoffen in der Elbe auf den Grund

Auf den Spuren von Schadstoffen in der Elbe ist das Forschungsschiff „Aldebaran“ am 9. Juni 2022 in Dresden erneut zu einer außergewöhnlichen Kampagnen-Fahrt auf Europas zwölftgrößtem Fluss gestartet.

Pressetermin anlässlich des Tourenstarts der Elbe-Expedition in Dresden. In 22 Tagen wird das Forschungsschiff „Aldebaran“ bis Cuxhaven unterwegs sein. Forschende sammeln unterwegs Wasser- und Seidmentproben. Foto: Meeresmüll e.V.

Insgesamt sechs verschiedene Forschungsprojekte sollen auf der 22 Tage und über 700 Kilometer langen Reise auf dem nur 13,5 Meter langen Forschungssegler durchgeführt werden. Dabei wollen die Forschenden ungefähr 250 Wasser- und Sedimentproben entlang des gesamten Elbverlaufes sammeln und anschließend im Labor untersuchen.  Das teilt der Bundesverband Meeresmüll e.V. mit.

 

Auf der insgesamt 22-tägigen und 700 Kilometer langen Expedition von Dresden nach Cuxhaven will die Crew insgesamt sechs verschiedene Forschungsprojekte durchführen. Foto: Meeresmüll e.V.

Wasser- und Bodenproben entlang der Elbe

Auch viele Jahre nach der Wiedervereinigung sei die Elbe in keinem guten Zustand. Eine Mischung aus hochgiftigen Altlasten aus der Vorwende-Zeit und immer noch riesige Mengen von Düngemitteln aus der konventionellen Landwirtschaft machen den Fluss zu einem der dreckigsten in Europa, was sich auch für unsere Ozeane problematisch erweise. Denn alles, was die Elbe in ihrem Verlauf mitführt, landet am Ende in der Nordsee und schadet dort den gerade im Nationalpark Wattenmeer besonders zahlreichen Bewohnern. Um diese komplexe Zusammenspiel wissenschaftlich zu untersuchen und auch auf die Probleme aufmerksam zu machen, hat das Forschungsschiff „Aldebaran“ sechs verschiedene wissenschaftliche Projekte im Gepäck, um eine aktuelle Zustandsanalyse der Elbe zu erstellen.

Unter der Flagge des Bundesverbandes Meeresmüll untersuchen wissenshaftliche Arbeitskäfte an 55 Stellen knapp 250 Wasser- und Bodenproben. Mit dabei sind das Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg (BUKEA), die Universität Koblenz-Landau und die Universität Duisburg-Essen.

Aufklärungsarbeit zum Thema „Kein Müll ins Klo“

In Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung Dresden können endlich auch wieder Schulklassen des Schülerlabors Aquamundi das Forschungsschiff besuchen und der Crew bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Normalerweise lernen diese bei Experimenten und Führungen durch das Klärwerk Kaditz, wie aufwendig Abwasserreinigung ist und welchen Einfluss wir auf die Umwelt haben. Ein wichtiger Aspekt sei die Aufklärungsarbeit zum Thema „Kein Müll ins Klo“: Das betrifft die richtige Entsorgung von Medikamenten, Nahrungsmitteln und Feuchttüchern. Pressesprecher der Stadtentwässerung Dresden Torsten Fiedler erklärt: „Um Mikroschadstoffe, Antibiotika, Mikroplastik und Medikamente aus dem Abwasser zu entfernen, ist die deutschlandweite Einführung einer vierten Reinigungsstufe im Gespräch. Dazu haben wir ein Projekt initiiert mit Partnerunternehmen aus Chemnitz und Plauen und gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU Dresden die Wege dieser Schadstoffe untersucht. Das Modell ist auf andere Regionen übertragbar. Fazit: Eine vierte Reinigungsstufe wird das Problem nicht lösen. Die Eintragswege sind vielfältig, unter anderem über die Landwirtschaft oder die Straßenentwässerung. Wichtiger wäre es, an der Quelle anzusetzen. Dazu bedarf es an Gesprächen zwischen den Vertretern der Pharmaindustrie, Landwirtschaft, Gesetzgeber und Wasserwirtschaft.“

Premiere desMülleinsammel-Bootes „Jellyfishbot“

Außerdem zeigt die Crew des Bundesverbandes zusammen mit dem französischen Unternehmen IADYS die Premiere eines Mülleinsammel-Bootes. Der „Jellyfishbot“ soll künftig vor allem in kleineren Häfen, auch in Deutschland, genutzt werden, um die Gewässer von Müll zu befreien.

Das Mülleinsammel-Boot „Jellyfishbot“, vorne im Wasser, soll künftig vor allem in kleineren Häfen, auch in Deutschland, genutzt werden, um die Gewässer von Müll zu befreien. Foto: Meeresmüll e.V.

Das Forschungsschiff „Aldebaran“ ist bereits zum achten Mal auf der Elbe unterwegs und seit 30 Jahren für die Wissenschaft und ihre Kommunikation im Einsatz. Mehrere tausend Beiträge sind seither von Bord des Schiffsstudios produziert und gesendet worden. Während der Elbe-Expedition begleitet ein Kamerateam die wissenschaftlichen Kräfte und dokumentiert täglich mit einem Video die Ereignisse an Bord.

Am 24. Juni 2022 wird die „Aldebaran“ Lauenburg und Bunthaus passieren, am 25. und 26. Juni Hamburg. Am 27. Juni fährt das Schiff nach Glückstadt und am 28. Juni nach Cuxhaven.

Verfolgen können Interessierte die Elbe-Expedition über verschiedene Kanäle …

 

 

Bildquellen

  • Elbe-Expedition: die Crew: Meeresmüll e.V.
  • Aldebaran-Elbe-Expedition mit Jellyfishbot: Meeresmüll e.V.
  • Elbe-Expedition: Pressetermin zum Tourstart: Meeresmüll e.V.
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Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

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