Connect with us

Hi, what are you looking for?

Gesundheit & Sport

Mehr als 100.00 Erwerbstätige in Hamburg mit Herzinfarkt-Risiko durch Depression und Stress

Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Ängste sind laut einer DAK-Studie die häufigste Ursache für eine Krankschreibung.

Bild: Hatice EROL / Pixabay.com

In Hamburg haben einer Studie zufolge hochgerechnet mehr als 100.000 Beschäftigte ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko durch Depressionen, Ängste oder Arbeitsstress. Das teilte die Krankenkasse DAK Mitte Juli unter Verweis auf Ergebnisse ihres Gesundheitsreport 2022 „Risiko Psyche“ mit. Die Betroffenen wiesen demnach auch vermehrt körperliche Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Adipositas auf. Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen steigen laut DAK Hamburg seit Jahren – von 2011 bis 2021 um 43 Prozent.

Jedes Jahr sterben laut DAK-Mitteilung mehr als 5.200 Menschen in Hamburg an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. „Unser aktueller Gesundheitsreport zeigt, dass die Rolle von Stress und psychischen Erkrankungen als Risiko für Herzinfarkte oft unterschätzt wird“, sagt Jens Juncker, Landeschef der DAK-Gesundheit. Expertenstimmen zufolge sei das Risiko für einen Herzinfarkt bei Depressionen „ähnlich hoch wie bei starkem Übergewicht”.

Multiple Risikofaktoren

Für die Studie ließ die Krankenkasse nach eigenen Angaben die Daten von rund 76.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten analysieren. Zusätzlich wurden 200 Beschäftigte in Hamburg befragt. Demnach lebt fast ein Drittel der Befragten mit einem psychischen Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Und diejenigen, die von Depressionen, Angststörungen oder Arbeitsstress betroffen sind, berichten auch häufig von weiteren verhaltensbezogenen oder körperlichen Risikofaktoren. So rauchen sie zum Beispiel häufiger (plus 17 Prozentpunkte) und erhöhter Bluthochdruck sind bei ihnen deutlich verbreiteter (plus fünf Prozentpunkte).

Wechselwirkungen werden oft unterschätzt

„Zwischen Psyche und Herz gibt es eine auffällige Wechselwirkung“, sagt DAK-Landeschef Jens Juncker. „Das sollten Ärzte, Medizinerinnen und Arbeitgeber bei Prävention und Gesundheitsprogrammen im Blick behalten.“

Viele Erwerbstätige mit Depressionen seien auch häufiger wegen der koronaren Herzkrankheit (KHK) in ärztlicher Behandlung. Bei KHK verschließen sich langsam die Herzkranzgefäße und es kann auch schon im mittleren Lebensalter zu einem akuten Herzinfarkt kommen. „Zum einen ist es so, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen häufiger Herzprobleme haben. Zum anderen zeigen unsere Abrechnungsdaten, dass Herz-Kreislaufpatientinnen und -patienten auch häufiger eine psychische Erkrankung entwickeln“, erklärt Jens Juncker. 4,2 Prozent der Männer mit einer Depressionsdiagnose sind gleichzeitig mit KHK in Behandlung, aber nur 2,1 Prozent ohne Depression. Bei den Frauen ist der Unterschied ebenfalls deutlich.

Laut Mitteilung erhalten weniger als 58 Prozent der Erwerbstätigen von Arbeitgeberseite Angebote aus dem Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung.
_________________________

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz: Hamburger Beratungsstelle PAG jetzt auch im Umland

Bildquellen

Anzeige

Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

Anzeige

Weitere Beiträge

Buchtipp

Wie mit der „Kraft des Dialogs“ ein zufriedenes Ich und ein erfülltes Miteinander möglich wird, zeigt Dr. Mirriam Prieß, Ärztin, Coach und Autorin in...

Gesellschaft & Medien

Laut einer Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit weisen rund 700.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland ein mindestens „riskantes” Spielverhalten auf. Während des Lockdowns...

Aktuell

Die Hamburger Angehörigenschule bietet 2020 im Verbund der Diakonie mehr Service, mehr Kurse und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige.

Aktuell

Die Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll hatte zur zehnten Veranstaltung „reden! statt schweigen“ in die Kulturfabrik Kampnagel geladen. Der diesjährige Themenschwerpunkt lag auf psychischen Erkrankungen bei...

Aktuell

Mit Dingen, die wir im Blick haben, können wir relativ stressfrei umgehen. Was unserem Gehirn hingegen wirklich Probleme bereitet, ist unser Backlog.

Aktuell

Es ist an allen modernen (Büro-)Arbeitsplätzen das gleiche Bild. Arbeitnehmer und Selbstständige sind einem regelrechten Dauerfeuer an Informationen ausgeliefert. E-Mails fluten laufend die Mailbox,...

Aktuell

Am häufigsten fehlen Arbeitnehmer nach Erkenntnissen der Barmer am Freitag an ihrem Arbeitsplatz. Das zeigt der Gesundheitsreport 2018 der Krankenkasse.

Aktuell

Ein Bündnis aus 15 Ärzteverbänden, Fachorganisationen und Krankenkassen hat die Bundesregierung in einem offenen Brief vor einer Adipositas-Welle gewarnt und aufgefordert, wirksame Maßnahmen gegen...

Anzeige