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Kleine und mittlere Unternehmen

„Unternehmensberatung für KMU sollte Strategie und operatives Geschäft umfassen“

Die Herausforderungen, denen sich kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland stellen müssen, sind allgegenwärtig. Für die strategische wie auch die operative Seite kann es sinnvoll sein, sich die externe Unterstützung einer Unternehmensberatung zu holen. Im Interview mit hamburg.business-on.de spricht Lars Herlinghaus, Geschäftsführer der bundesweit tätigen UbH Unternehmensberatungs GmbH, über sein Geschäftsfeld.

Gerade vor dem Hintergrund der digitalen Revolution, die uns mit großer Geschwindigkeit ereilt, sind Unternehmen gefordert, sich den wandelnden Rahmenbedingungen zu stellen. Ein Großteil der Mittelständler befinden sich in Familienhand. Dort ist die Firmenleitung meist eng in den Tagesalltag des Betriebes eingebunden und muss gleichzeitig die unternehmerischen Entscheidungen treffen. Beraterfirmen versprechen hier fachliche Hilfe. Während viele große Consultingunternehmen eben die Beratungsleistung in den Vordergrund stellen und es beim Kunden anschließend womöglich an der Umsetzung fehlt, will die in Kiel ansässige Unternehmensberatung diese Lücke schließen.

business-on.de: Herr Herlinghaus, Unternehmensberatungen gibt es viele am Markt. Was sind die Hauptthemen, mit denen Ihre Kunden Sie beauftragen?

Lars Herlinghaus: Wir sind eine Unternehmensberatung für den Finanzbereich der Unternehmen. Unsere Mitarbeiter sind Betriebswirte, Bilanzbuchhalter und Industriekaufleute. Seit unserer Gründung im Jahr 2006 unterstützen wir unsere Kunden in Buchhaltungsfragen. Aufbauend darauf, oder auch separat entwickeln wir für unsere Kunden Controllingkonzepte und setzen diese um. Komplettiert wird unser Angebot durch die Entwicklung und Umsetzung von Unternehmensstrategien. Diese Kombination haben unsere Kunden sehr positiv aufgenommen, da wir den gesamten Wertschöpfungsprozess begleiten können.

business-on.de: Sind Sie auf bestimmte Branchen oder Unternehmensgrößen spezialisiert?

Lars Herlinghaus: Mit dieser Frage haben wir uns sehr lange beschäftigt – und dazu entschlossen, branchenunabhängig zu arbeiten. Unsere Kunden überzeugt dabei vor allem, dass wir zwar feste Beratungsansätze haben, diese jedoch individuell anpassen, denn jedes Unternehmen ist einzigartig und sollte operativ und strategisch auch so beraten werden. Für uns ist es wichtig, dass wir nicht für eine Branche betriebsblind werden. Denn wir sehen unsere Aufgabe darin, mit unseren Kunden auch neue, erfolgreiche Lösungen zu entwickeln, die ihnen bisher verschlossen geblieben sind.

business-on.de: Sie sind autorisierter Berater der Offensive Mittelstand. Was steckt hinter dieser Initiative?

Lars Herlinghaus: Die Offensive Mittelstand ist eine nationale Initiative, die durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gegründet wurde. Durch diese Interessengemeinschaft, der unter anderem staatliche Einrichtungen, Sozialversicherungen, Forschungsinstitute und Beratungsunternehmen angeschlossen sind, werden kleinen und mittelgroßen Unternehmen Möglichkeiten geboten, um die eigene Arbeit nachhaltig erfolgreich zu machen.

business-on.de: Wie funktioniert das genau?

Lars Herlinghaus: Es wurden durch die Initiative Leitfäden in Form von Fragebögen erarbeitet, die verschiedene Bereiche des Unternehmens, wie zum Beispiel die Liquiditätssituation oder die Kundenpflege, intensiv beleuchten. Der Unternehmer kann durch gezielte Fragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten sein Optimierungspotenzial und seine Stärken genau benennen. Dieses dauert in der Regel nicht einmal zwei Stunden.

Wir empfehlen jedoch, diesen Check zusammen mit einem Beratungsunternehmen wie unserem durchzuführen. Wir kennen das Gesamtkonzept, sodass dieser Check schneller, aber vor allem unvoreingenommen durchgeführt wird. Außerdem kann unmittelbar im Anschluss daran, wenn nötig, ein Maßnahmenpaket evtl. im Rahmen einer Strategieentwicklung erarbeitet werden.
Auch kennen wir passende Fördermöglichkeiten, die der Unternehmer in solch einem Fall nutzen kann und helfen bei der Antragstellung.

business-on.de: Stichwort Strategieentwicklung: Wird das Thema in kleinen und mittleren Unternehmen oftmals unterschätzt?

Lars Herlinghaus: Unsere bisherigen Beratungen zeigen leider immer wieder, dass Unternehmen ihre Stärken nicht nutzen, um die Arbeitsplätze und das Unternehmen zu sichern oder (wieder) erfolgreich zu machen. Eine strategische Ausrichtung des Unternehmens ist dabei eine unschätzbare Hilfe. Dieses Thema wird aber leider aus Zeitmangel durch das intensive Tagesgeschäft oder durch Fehleinschätzung, was eine Firmenstrategie leisten kann, nicht angegangen. Oftmals bestehen Vorbehalte oder gar eine Angst vor den Inhalten einer Strategieentwicklung.

business-on.de: Warum ist es so wichtig, eine Strategie zu haben? Was passiert Unternehmen, wenn sie ohne Strategie arbeiten?

Lars Herlinghaus: Unternehmen, die ziellos vorgehen, sehen sich unserer Erfahrung nach mit vielen Herausforderung konfrontiert: Dadurch, dass ein Unternehmenskonzept fehlt, kann auch der Vorteil für den Kunden nur ungenau beschrieben werden, den das Unternehmen durch seine Leistung bietet. Das führt wiederum zu unspezifizierter Werbung und zu hohen Streuverlusten. Es herrscht dadurch ein hoher Konkurrenzdruck, der zu viel Stress, aufwändigem Vertrieb, hektischer Auftragsbearbeitung und unzufriedenen Kunden führt. Ein Teufelskreis.

Eine Unternehmensstrategie hat den Zweck, die Stärken und die Chancen des Unternehmens zu erkennen und einzusetzen. Das ermöglicht eine stärkere oder neue Positionierung, oder sogar eine Spezialisierung des Unternehmens. Wird diese Strategie im Unternehmen umgesetzt und vor allem „gelebt“, kann es sich klar vom Wettbewerb abgrenzen. Es wird von zukünftigen Kunden besser wahrgenommen. Dass dieses zu einem größeren Unternehmenserfolg und damit zu einem gesicherten Fortbestand führt, ist eine logische Folge.

Natürlich werden durch strategische Maßnahmen in Verbindung mit einem Controllingkonzept weitere Vorteile generiert. Zum Beispiel beurteilen Banken Unternehmen, die strategisch und operativ gut aufgestellt sind, mit einem besseren Rating.

business-on.de: Wo sehen Sie die Chancen für kleine und mittlere Unternehmen?

Lars Herlinghaus: KMU sollten wesentlich kunden- und serviceorientierter sein als große Unternehmen. Durch ein gutes Unternehmenskonzept können sie hier wichtige Marktanteile gewinnen oder sichern. Eine Strategie ist dabei der „Fahrplan“, welche Tätigkeiten das Unternehmen unternimmt, um dieses Ziel zu erreichen. KMU können wesentlich flexibler und schneller agieren als große Unternehmen.

business-on.de: Sie erwähnten die „Angst“ vor der Strategieentwicklung. Kann es sein, dass sich Unternehmen nicht auf Jahre festlegen wollen?

Lars Herlinghaus: Eine Strategie ist in der Regel nicht unumstößlich. Eine Unternehmensstrategie hängt von der Geschwindigkeit der Märkte, der Kundennachfrage, des Produktlebenszyklus und natürlich von der Vision des Unternehmens ab. Sie hat deswegen keine definierte Laufzeit. Des Weiteren kann es immer wieder zu Umständen kommen, die eine Anpassung der Strategie erfordern, zum Beispiel Gesellschafterwechsel oder Betriebsübernahmen. Eine Strategie ist also mehr als ständiger Prozess zu sehen.

business-on.de: Gibt es aus Ihrer Erfahrung heraus typische Fehler, die KMU bei der Erarbeitung und Umsetzung einer Unternehmensstrategie machen?

Lars Herlinghaus: Die Koordinierung von Tagesgeschäft und strategischen Überlegungen ist sicherlich ein schwieriges Thema. Außerdem betrifft eine Strategie sämtliche Bereiche des Unternehmens: vom Marketing über die Kundenpflege bis zu den Arbeitsabläufen und muss von der Belegschaft mitgetragen werden. Sie ist also in die Strategieentwicklung und -umsetzung einzubeziehen.

Viele KMU sehen strategische Überlegungen hingegen als reine Chefsache an. Des Weiteren ist die fehlende Zeit und das nicht ausreichende Projektmanagement ein Grund dafür, dass die beschlossenen Strategien nicht umgesetzt werden.

Der größte Fehler ist aber wohl, mit dem Thema gar nicht erst zu beginnen.

business-on.de: Haben Sie abschließend noch einen Praxistipp für KMU?

Lars Herlinghaus: Ihre Buchhaltung ist kein notwendiges Übel. Fordern Sie von Ihrem Berater, dass er Sie umfangreich über Ihre wirtschaftliche Lage informiert. Sofern die Situation nicht Ihren Erwartungen entspricht, sollten Sie die aktuelle Lage analysieren und Verbesserungsmaßnahmen einleiten. Die ideale Lösung ist jedoch, sich mit dem Thema Controlling und Strategie auseinanderzusetzen, solange die Lage noch entspannt ist.

Dann kann ohne zeitlichen Druck ein nachhaltiges Konzept für die Unternehmenssicherung und eine neue Qualität der Arbeit umgesetzt werden. Nutzen Sie dabei auch unsere Erfahrungen aus zehn Jahren Beratung für KMU. Fordern Sie uns, wir sind gerne für Sie da!

business-on.de: Vielen Dank für das Interview, Herr Herlinghaus!

(Tanja Königshagen)


 


 

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