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Sommer-Kulturhighlight in Hamburg

Gut besuchte Triennale der Photographie Hamburg 2018

„Breaking Point. Searching for Change“ – so lautet das Motto der 7. Triennale der Photographie Hamburg 2018. In Kooperation mit den großen Hamburger Museen, kulturellen Institutionen, Galerien und weiteren Partnern bietet das Foto-Festival bis in den Herbst 2018 zahlreiche Ausstellungen mit einem umfangreichen Programm. Bereits am ersten Wochenende der „Opening Week“ zählten die Veranstalter rund 25.000 Besucher.

Zum zweiten Mal unter der künstlerischen Leitung von Krzysztof Candrowicz umfasst die diesjährige Ausgabe zahlreiche Fotoausstellungen zum Motto „Breaking Point. Searching for Change“. Beteiligt sind 320 Künstler, rund 50 Kunst- und Kulturinstitutionen nehmen teil und mehr als 250 Veranstaltungen bilden das Programm der 7. Triennale.

„Die Triennale der Photographie zeigt die Kraft der Fotografie – in einer Zeit, in der wir von Bildern umgeben sind. Die Bedeutung des Bildes für die gesellschaftliche Entwicklung deutlich zu machen, ist der Erfolg der Triennale. Darüber hinaus ist in der Stadt ein ‚Festivalgefühl‘ entstanden, an über 80 Orten mit dem Zentrum um die Deichtorhallen und das Oberhafenquartier, so Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien. „Ich kann nur empfehlen, die zahlreichen Ausstellungen zu besuchen und die Chance zu nutzen, großartige Fotografie in sämtlichen Spielarten zu erleben.“

TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE
Das Fotofestival, das auf eine Initiative des Fotografen und Sammlers Prof. F. C. Gundlach zurückgeht, wird seit 1999 alle drei Jahre organisiert, seit 2014 von der Deichtorhallen Hamburg GmbH veranstaltet und zählt heute zu den traditionsreichsten und größten Fotofestivals in Deutschland.

[ENTER], [HOME], [CONTROL] und [SPACE] – ein Klick auf einen Befehl in der Tastatur – und maßgebliche Entscheidungen gehen ihren Weg, helfen die Welt zu verändern – oder befüllen sie einfach nur mit weiterem Datenmüll. Die klassischen Computerbefehle sind längst alltägliche Praxis und täuschen uns simple, effiziente Steueroptionen vor, wenn es darum geht, Informationen zu versenden und zu verarbeiten – und Wirklichkeit mitzugestalten, ob nun online oder offline, ob virtuell oder materiell. Denn die fortschreitende Digitalisierung suggeriert uns zunehmend, die heutige Welt wäre einfach und daher per einfachem Tastendruck beherrschbar. In Wahrheit ist aber das Gegenteil der Fall.

Jenseits von Tasten, Befehlen und Screens verkompliziert sich die Welt gerade extrem, die Entfremdung zwischen Individuum und ihr nimmt im Zeichen expandierender Krisen und Krisenherde extrem zu. Das Festival setzt sich mit den derzeitigen ökologischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen auseinander und reflektiert die Wirklichkeitserfahrung einer Umbruchsituation – eines „Breaking Points“ – durch den Blickwinkel der Fotografie.

„‚Breaking Point. Searching for Change‘ handelt von der grundlegenden Möglichkeit der Fotografie, den Lauf der Zeit für einen Moment zu unterbrechen, potenziell einen Wandel einzuleiten oder eine Veränderung anzustoßen. In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen schnelllebig und voller Widersprüche sind, scheint ein kurzes Innehalten, ein nachdenkliches ‚Im-Bild-Festhalten‘ nötiger denn je. Viele der eingeladenen Fotografinnen und Fotografen gehen mit einem politischen und historischen Hintergrundwissen an ihre Arbeiten. Zugleich blicken sie offen in die Welt, um im Medium der Fotografie ein Bewusstsein vom Heute zu schaffen“, so Dirk Luckow, Intendant Deichtorhallen.

Die Themen der Triennale der Photographie

Wie eine symbolhafte Themen-Matrix ziehen sich die Steuerbegriffe so über das gesamte Ausstellungsprogramm der Triennale, an dem traditionell die großen Orte der Fotografie und Institutionen der Kunst in Hamburg mitwirken – ebenso wie „Off Spaces“ und Galerien. So wird beispielsweise unter dem Stichwort [HOME] die Erfahrung von Heimat und Heimatlosigkeit in unseren heutigen globalen Gesellschaften befragt. Unter dem Begriff [CONTROL] werden in der Hamburger Kunsthalle die politischen Machtverhältnisse reflektiert. Der Umgang mit öffentlichem Raum und der Entwicklung urbaner Konzepte sind das Thema der Ausstellung [SPACE] in den Deichtorhallen Hamburg. Und [SHIFT] im Kunstverein untersucht, wie das Individuum sich den veränderten Gegebenheiten anpasst.

[SPACE] Street.Life.Photography – Haus der Photograpie | Deichtorhallen Hamburg
Street Photography aus sieben Jahrzehnten: Der „Urban space“ – die unmittelbar erfahrbare städtische Lebenswelt – ist eines der wohl schillerndsten Sujets innerhalb fotografischer Bildwelten. Die Ausstellung umfasst 52 fotografische Positionen mit etwa 320 Arbeiten, die zur 7. Triennale unter dem Motto Breaking Pointin Hamburg gezeigt werden. Die Ausstellung markiert einen Breaking Point in der Street Photography: Alle beteiligten Fotografen haben sich längst von dem Decisive Moment eines Cartier-Bressons emanzipiert und bahnbrechend weiterentwickelt. Laufzeit bis 21. Oktober 2018. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 21 Uhr.

[HOME] Über Zugehörigkeit, Sicherheit, Migration und Nomadentum – Altonaer Museum
Die Gruppenausstellung setzt sich kritisch mit dem Ort und dem Gefühl des „Zuhauseseins“ auseinander. Die gezeigten Arbeiten widmen sich neben alternativen Entwürfen zu Normalvorstellung des Wohnens auch der zunehmenden Verdrängung, Verdichtung, Verteidigung und Zerstörung vieler Formen des Zuhauseseins. Um den Themenkomplex einem breiten Publikum zugänglich zu machen, werden große Teile der Ausstellung im öffentlichen Raum in eigens dafür angefertigten Pavillons gezeigt. Weitere Arbeiten aus einem Fotoprojekt von Studierenden der HAW werden im Altonaer Museum präsentiert. Laufzeit bis 26. August 2018. Öffnungszeiten: im öffentlicher Raum ganztags und im Altonaer Museum Montag, Mittwoch bis Freitag 10 bis 17 Uhr; Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr.

[CONTROL] No Control – Hamburger Kunsthalle
Die Ausstellung präsentiert rund 80 Werke aktueller künstlerischer Positionen aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, aus Privatbesitz und anderen Museen. Im Nebeneinander und in der Konfrontation spiegeln und erfragen die ausgewählten Arbeiten die Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle. Sie zeigen künstlerische Strategien, die der Überwachung Widerstand leisten und die Mechanismen sozialer Kontrolle hinterfragen. Laufzeit bis 26. August 2018. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr.

[SHIFT] Über persönliche Veränderung, Paradigmenwechsel und Abwechslung – Kunstverein in Hamburg
Calla Henkel und Max Pitegoff – sie leben und arbeiten in Berlin – benutzen Fotografie als Werkzeug zur künstlerischen Erforschung der ökonomischen, strukturellen und persönlichen Veränderungen im Kontext heutiger Realitäten. Bei beiden Künstlern findet die Fotografie ihre Erweiterung in der Performancekunst, im Theater und der Herstellung sozialer Räume, etwa im New Theater oder im Grünen Salon der Volksbühne in Berlin. Laufzeit bis 9. September 2018. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr, Donnerstag 12 bis 21 Uhr.

[RETURN] Fotografie in der Weimarer Republik – Altonaer Museum
Die Ausstellung setzt sich mit Wurzeln, Erbe und dem Lernen von der Vergangenheit auseinander. Zugleich ist die Ausstellung in das Veranstaltungsprogramm der Stadt Hamburg zum „Gedenkjahr 1918/19: Aufbruch in die Demokratie“ eingebunden. Die wechselvollen Jahre der Weimarer Republik zeichnen sich nicht nur in Politik und Gesellschaft, sondern auch in so unterschiedlichen Gebieten wie Mode und Tanz oder Technik und Industrie durch Revolution und Innovation aus. Die Fotografie begleitet die junge Republik in allen ihren Entwicklungen, wandelt sich als Medium und erfindet sich dabei neu: technisch, thematisch und ästhetisch. Im Altonaer Museum nähert sich die Ausstellung der Epoche in vier Themenkreisen: „Revolution und Republik“, „Vom Slowfox zum Grotesktanz“, „Die Mode der Goldenen Zwanziger“ und „Von der Neuen Sachlichkeit zum Neuen Sehen“ geben Impressionen von Ereignissen und Strömungen der Jahre 1918 bis 1933. Laufzeit bis 13. August 2018. Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch bis Freitag: 10 bis17 Uhr, Samstag und Sonntag: 10 bis18 Uhr.

[DELETE] Über Auswahl und Zensur im Bildjournalismus – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Produktionsbedingungen und Auswahlprozesse, die ein Bild durchläuft, bevor Zeitschriften und Magazine es drucken. Wie wird die Arbeit der Fotografen und die Aussagekraft ihrer Bilder durch Herausgeber, Redakteure oder Grafiker beeinflusst? Unter welchen Auftragsbedingungen entstehen ihre Reportagen? Welche Mechanismen entscheiden darüber, welche Aufnahmen gezeigt werden und welche unsichtbar bleiben? Was wird erinnert, was wird vergessen? Geleitet von diesen Fragen nimmt das Museum vier Reportagen aus der Zeit von 1968 bis 1983 in den Fokus. Gezeigt werden rund 60 Fotografien, vier Bildstrecken aus den Zeitschriften „Stern“, „Playboy“, „Kristall“ und „Der Bote für die evangelische Frau“ und vier für die Ausstellung entstandene Interviewfilme mit den Fotografen. Durch die Gegenüberstellung der gedruckten Bildstrecken, der Kontaktbögen, der von den Fotografen für die Museumssammlung ausgewählten Bilder und ihrer erzählten Erinnerung erfahren die Betrachter Hintergründe über Auswahlprozesse, die Arbeitsbedingungen der Journalisten, über das Anliegen der Fotografen und ihren gestalterischen Freiraum. Laufzeit bis 25. November 2018. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr.

[SHIRANA SHAHBAZI] Special Show – Kunsthaus Hamburg
Die in Zürich lebende Shirana Shahbazi macht sich mit ihrer Arbeit zwei elementare Eigenschaften zu eigen, die das fotografische Bild bis heute so faszinierend machen: die Präzision in der Wiedergabe von Wirklichkeit und das Festhalten des flüchtigen Augenblicks. Gleichzeitig verdeutlicht sie aber auch, dass es sich beim Sehen um einen hochgradig konstruierten Prozess handelt, der die Wirklichkeit nie abbildet, sondern vielmehr in Szene setzt. Der Blick auf das Leben, die Natur und den Raum spiegelt sich bei Shahbazi als immer schon kulturell und sozial geprägte Erfahrung. Die Ausstellung im Kunsthaus Hamburg konzentriert sich thematisch auf das Sujet des Raums – sowohl als abstrakte Konstruktion denn auch als gelebte Urbanität. Laufzeit bis 26. August 2018. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.

[ANTON CORBIJN] The Living and the Death – Bucerius Kunst Forum
Seit über vier Jahrzehnten prägt Anton Corbijn mit seinen ikonischen Porträts maßgeblich das Image von Bands und Musikern wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones. Die im Bucerius Kunst Forum präsentierte Ausstellung umfasst 119 analog entstandene Arbeiten, darunter bisher unveröffentlichte Aufnahmen. Laufzeit bis 6. Januar 2019. Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 11 bis 19 Uhr, Donnerstag und Freitag 11 bis 21 Uhr.

Lesen Sie mehr über die Ausstellung „Anton Corbijn. The Living and the Dead“ in dem Beitrag Anton Corbijn: „Music was the biggest thing for me“.

Das Programm und weitere Information: www.phototriennale.de

(Redaktion)


 


 

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