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Wettbewerb „Hamburg! Handelt! Fair!“

Studenten helfen fairen Produkten auf die Sprünge

Beim Wettbewerb „Hamburg! Handelt! Fair!“ entwickeln Hochschulteams Kommunikationsprojekte für fair gehandelte Produkte. Am Ende gewinnt ein Studententeam – eine Bereicherung ist der Bewerb aber für alle, die mitmachen. Agata Strausa hat sich unter ihren Kommilitonen in der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) umgehört.

Kurz nach Jahreswechsel beschäftigen sich viele Menschen wieder mit ihrer Ernährung. Wie jedes Jahr nehmen sich viele vor, sich in Zukunft gesünder zu ernähren und Zucker zu meiden. Eine Studierendengruppe der HAW Hamburg hingegen will Leute davon überzeugen, mehr Zucker zu essen. Michael Böhme, Florian Graf und Pascal Topalis haben im Rahmen des Hochschulwettbewerbs „Hamburg! Handelt! Fair!“ eine Marketingstrategie für Nusweet überlegt. Nusweet ist eine Hamburger Firma, die Zucker aus Kokosblüten herstellt.

Seit Oktober arbeiten die drei an ihrem Konzept. Damals war zum dritten Mal der Startschuss für den Hochschulwettbewerb „Hamburg! Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für den Fairen Handel“ gefallen. In der diesjährigen Wettbewerbsrunde liegt der Schwerpunkt auf Business-to-Business-Kommunikation. Wie können Handel und Großkunden überzeugt werden, fair gehandelte Produkte in den Verkauf aufzunehmen oder einzukaufen? In diesem Sinne lautete auch die Aufgabe an die Studierenden der HAW: Entwickle eine Kommunikationsstrategie für Nusweet, damit Edeka-Märkte die Produkte listen.

Am 11. Januar 2018 steht nun die große Entscheidung bevor. Dann wird bei der Abschlussveranstaltung im Hamburger Rathaus das Siegerteam aus den sechs teilnehmenden Hochschulen gekürt. Beim Wettbewerb hat jede Hochschule mit je einem anderen Hamburger Unternehmen kooperiert, das fair gehandelte Produkte vertreibt oder diese selber produziert. Vor dem Finale müssen sich die Studierendengruppen einer 10-köpfigen Fachjury aus Wirtschaft und Verbänden stellen. Die HAW wird von Michael Böhm, Florian Graf und Pascal Topalis mit ihrer Idee für Nusweet vertreten. Die drei konnten sich bereits gegen acht weitere Teams aus der eigenen Hochschule durchsetzen.

„Das gesunde Frühstück, das glyklich macht“

Nusweet will vor allem Menschen ansprechen, die sich bewusst ernähren, glauben die drei Studenten. Doch die positiven Eigenschaften für die Gesundheit und die nachhaltige Produktion überzeugen nicht automatisch jeden Filialleiter, das Produkt zu verkaufen: „Edeka-Märkte haben zwar eine Zentralstelle, die bestimmt, welche Produkte in den Regalen der einzelnen Märkte stehen müssen. Doch eigentlich ist jeder Edeka ein einzelner Verkaufsmann und entscheidet selbstständig über Fremdprodukte, die er aufnimmt“, sagt Topalis. Deshalb wollen sie das Besondere an den Produkten von Nusweet betonen: Der Kokosblütenzucker hat einen niedrigen glykämischen Index. Das lässt den Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr nur langsam ansteigen.

„Unsere Idee ist ein Frühstückspaket, das wir an die Edeka-Filialleiter und Mitarbeiter herausgeben“, sagt Graf. „Filialleiter und Mitarbeiter können dann den Kokosblütenzucker im Tee probieren, oder ein Brötchen mit der Nussnougatbutter kosten, die mit Kokosblütenzucker gesüßt wurde.“ Anschließend sollen die Goodie Bags mit Kostproben der Nusweet-Produkte in mehreren Edeka-Filialen an die Kunden verkostet werden.

Beim Frühstück wird zusätzlich ein Video vorgespielt, in dem die Herstellung von Kokosblütenzucker und die gesundheitlichen Aspekte dargestellt und erklärt werden. „Das Wichtigste fanden wir, dass Nusweet-Produkte einen niedrigen glykämischen Index haben”, sagt Böhm. „Die Produkte sind auch vegan, gluten- und laktosefrei. Doch wir haben uns auf den niedrigen glykämischen Index fokussiert. Ein Frühstück im Markt ist eine gute Möglichkeit, Nusweet den Leuten näherzubringen. Deshalb lautet unser Slogan auch: ‚Das gesunde Frühstück, das glycklich macht‘.”

Viele würden Nussnougatcremes nicht unbedingt mit etwas Gesundem assoziieren, aber durch den ungewöhnlichen Twist mit dem glykämischen Index könne man Aufmerksamkeit gewinnen, sagen die Studenten. Sie haben die Nuss-Schoko-Creme von Nusweet probiert und sagen, sie schmecke süß und sehr natürlich. Der Brotaufstrich von Nusweet ist allerdings etwas flüssiger als gewöhnliche Nussnougatcremes. Das liegt daran, dass kein Palmöl enthalten ist. Deshalb sei es sinnvoll, Leute durch Kostproben von Nusweet zu überzeugen.

„Der Fair-Trade-Wettbewerb bietet Studierenden die Möglichkeit, an praktischen Projekten zu arbeiten und die Ergebnisse der Arbeit sichtbar zu machen“, sagt Heike Jochims, die das Team von Topalis, Böhm und Graf betreut. Jochims ist Professorin an der HAW im Studiengang Technische BWL und nimmt mit ihrem Kurs „Marketingmanagement und Markenführung“ bereits zum dritten Mal am Fair-Trade-Wettbewerb teil. Für das Team der HAW hängt die Latte auf jeden Fall hoch, denn in den beiden Vorjahren haben jeweils Teams aus der HAW beim Wettbewerb gewonnen. Jochims sagt, dass sei ein zusätzlicher Ansporn für ihre Studenten. „Wir sind zum Siegen verdammt“, sagt Florian Graf und lacht.

Faire Produkte liegen im Trend

Laut der „Fairtrade-Stadt Hamburg“ gibt es eine große Nachfrage nach fair gehandelten Produkten. Umsatzzahlen würden zeigen, dass fair gehandelte Waren immer beliebter werden. Das sei eine Chance für Unternehmen, sagt die Projektstelle. Durch mehr faire Produkte in den Regalen können sie vor allem bei verantwortungsbewussten Kunden punkten. Dennoch: Der Einsatz vieler Unternehmen für Fair Trade bleibe in der Öffentlichkeit häufig jedoch unerkannt. Der Wettbewerb soll den fairen Handel in den Mittelpunkt rücken und einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen.

HAMBURG! HANDELT! FAIR!
Die Initiatoren des Hochschulwettbewerbs „Hamburg! Handelt! Fair! - Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für den Fairen Handel“ sind die „Fair Trade Stadt Hamburg“ und die Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg. Der Auftakt des diesjährigen Wettbewerbs fand im Oktober 2017 statt. Sechs Hochschulen und ausgewählte Unternehmen aus dem Bereich Großhandel/B2B treten im Wettbewerb an, um Konzepte für die Stärkung des fairen Handels in Hamburg zu entwickeln. Teilnehmende Unternehmen: J.J. Darboven, Goldbek Verlag Nusweet, recolution und Süd-Nord Kontor. Teilnehmende Hochschulen: AMD Akademie Mode & Design, BiTS Hochschule, Brand Academy, EBC Hochschule, HAW Hamburg und Hochschule Fresenius. Quelle: Nachhaltige Uni Hamburg.

(Agata Strausa)


 


 

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