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Buchtipp

Etwas gegen die Gefahren von Big Techs tun

Wissen Sie, was ein Einhorn ist? Also nicht das Fabelwesen aus der Mythologie, sondern im Zusammenhang mit Wirtschaft? Dort werden als „Unicorns“ die Unternehmen bezeichnet, deren Börsenwert die Grenze von einer 1 Milliarde Dollar überschreitet. Darunter sind international immer mehr Startups zu finden, die häufig (noch) nicht einmal profitabel arbeiten, durch Aktientausch dennoch Traditionsunternehmen kaufen könnten. Und unter der Liste der Einhörner stehen eine ganze Reihe von Tech-Unternehmen, vorzugsweise aus den USA. Google, Facebook und Amazon sind die bekanntesten Vertreter. Sie alle verbindet nicht nur ihr Marktwert – die „Big Techs“ nehmen zugunsten ihrer Umsatzsteigerung in Kauf, dass ihre „Produkte“ unserer Gesellschaft schweren Schaden zufügt. Wir werden von diesen Einhörnern niedergetrampelt und müssen jetzt handeln, schreibt Maëlle Gavet in ihrem Buch „Niedergetrampelt von Einhörnern“ .

Desinformation, Hass und Monopole

Der Wahlkampf für die Präsidentschaft in den USA, die Verbreitung falscher Informationen rund um die Pandemie sind Beispiele dafür, welche verheerende Rolle eine Plattform wie Facebook oder allgemeiner die „sozialen Netzwerke“ inzwischen spielen. Negative und beleidigende Kritik an der Person, Hassreden, Mobbing und Body Shaming erleben dort viele Menschen. Und die Tech-Unternehmen werden immer mächtiger.

Das gilt auch für Amazon, das uns mit Bequemlichkeit ködert, aber mit „smarten“ Lautsprechern Abhörgeräte in unseren Wohnungen platziert. Mit Maëlle Gavet hat sich eine Autorin gefunden, die ihr Thema nicht nur aus der Theorie kennt, sondern selbst Tech-Unternehmen geführt und begleitet hat. Hier schreibt jemand, der tief in der Materie steckt und das Gefühl hat, uns alle warnen zu müssen.

Big Tech ist empathielos

Vorweg: Greifen Sie zu diesem Buch, selbst wenn Sie sich mit Big-Tech-Unternehmen und deren negativen Wirkungen beschäftigt haben. Denn Gavet bringt viele neue Aspekte und Fakten hervor, von denen selbst Eingeweihte noch nicht gehört haben werden.

Die Autorin diagnostiziert schonungslos, dass es Big Tech schlicht an Empathie fehlt. So werden reine Appelle an soziale Verantwortung ungehört verhallen. Die Autorin betreibt keine Maschinenstürmerei, sondern erkennt die positiven Auswirkungen der Digitalisierung vorbehaltlos an. Nur verdeutlicht sie eindrucksvoll, dass es so nicht weitergehen kann. Und damit sich etwas zum Positiven verändert, sind wir alle gefragt. Die Unternehmen, die Politik, die Regularien finden muss, und letztlich auch wir „User“, die wir in vielen Fällen das eigentliche Produkt der Unternehmen sind. Und das können wir am besten, wenn wir um die drohenden Gefahren wissen. Wie der Weg zu einem positiven Wandel aussehen kann, steht in diesem lesenswerten Buch.

Management-Journal-Fazit: Ohne Übertreibung gewährt uns die Autorin einen Blick hinter die Kulissen der Tech-Industrie. Ihr Buch rüttelt auf und ist ein wichtiges Plädoyer dafür zu handeln und etwas zu verändern. Damit aus Dystopien nicht weiter bittere Realität wird. Ein Buch, das Sie nur schwerlich aus der Hand legen werden!

Das Buch: Maëlle Gavet, „Niedergetrampelt von Einhörnern. Die verheerenden Nebenwirkungen von Big Tech – ein Aufruf zum Handeln“, Wiley-VCH GmbH, 2021, ISBN 3527510729

— Stephan Lamprecht —

Bildquellen

  • Niedergetrampelt von Einhoernern: Wiley-VCH GmbH
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Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

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