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Hamburger Mietenspiegel 2013

Wohnen in der Hansestadt – Mietpreise sind auf nahezu gleichem Niveau geblieben

Die aktuelle Mietenentwicklung in der Hansestadt liegt über der allgemeinen Preisentwicklung. Das ist das zentrale Ergebnis des Hamburger Mietenspiegels 2013, den Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau, am Dienstag vorstellte. Erstmals wurde im Mietenspiegel die energetische Komponente berücksichtigt.

Die Netto-Kaltmieten (ohne Heizung und Betriebskosten) im frei finanzierten Wohnungsbestand betrugen demnach zum Erhebungsstichtag 1. April 2013 durchschnittlich 7,56 Euro pro Quadratmeter. Sie sind damit seit dem Mietenspiegel 2011 im Schnitt um insgesamt 0,41 Euro pro Quadratmeter bzw. 5,7 Prozent gestiegen. Der Mietenanstieg in diesem Zeitraum bewegt sich auf annähernd gleichem Niveau wie zwischen dem Mietenspiegel 2009 und 2011 (damals 5,8 Prozent). Dagegen lag die allgemeine Inflationsrate im Vergleichszeitraum bei 3,3 Prozent.

„Mit einem Mietenanstieg von 5,7 Prozent liegen wir knapp unter dem Preisanstieg beim Mietenspiegel 2011. Eine Trendwende ist das noch nicht. Aber wir sind auf einem guten Weg. Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, haben wir die Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus erheblich ausgeweitet, sagte Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau. So 2011 und 2012 konnten jeweils mehr als 2.000 Sozialwohnungen gefördert werden. Das Programm werde auch 2013 und 2014 in diesem Umfang fortgesetzt. Gemeinsam mit den Bezirken und dem Bündnis für das Wohnen in Hamburg sorge der Senat auch dafür, dass viele neue Wohnungen entstehen. 2012 waren in Hamburg 5287 neue Wohnungen im Bau. Bis Ende Oktober 2013 hätten die Bezirke in diesem Jahr bereits 7912 neue Wohnungen genehmigt. Der Senat sei dabei, seine Zielzahlen im Wohnungsbau zu erreichen und so für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt und damit auch bei den Mieten zu sorgen, so Blankau weiter.

Relevant für den Mietenspiegel 2013 waren etwa 542.000 Wohnungen. Erhoben wurden nur die Mieten, die innerhalb der letzten vier Jahre erhöht oder neu vereinbart worden sind. 38 Prozent der erhobenen Mieten waren Neuvertragsmieten.

Erstmalig Differenzierung nach energetischen Gesichtspunkten

Der Mietenspiegel 2013 enthalte – und das sei ein Novum – eine energetische Komponente. Im Gegensatz zum Mietenspiegel 2011 sei es im Rahmen der Erhebung 2013 gelungen, repräsentative Ergebnisse für die Einführung einer energetischen Komponente zu erzielen. Repräsentativ heiße dabei insbesondere, dass Daten der freien Wohnungsunternehmen, von SAGA GWG und den Genossenschaften in einem Verhältnis eingeflossen seien, das dem jeweiligen Marktanteil entspreche.

Mit der Ausweisung energetischer Referenzkennwerte differenziert nach Größe der Wirtschaftseinheit und Baualter des Gebäudes nehme Hamburg im Vergleich mit anderen bundesdeutschen Städten, die eine ähnliche Darstellungsweise gewählt haben, eine führende Position ein, so die Senatsinformation.

Im Städtevergleich nimmt Hamburg demnach im Vergleich zu westdeutschen Metropolen eine Position im Mittelfeld ein. Vergleichswerte gemäß Mietenspiegel: München: 10,13 Euro pro Quadratmeter (2013); Berlin 5,54 Euro pro Quadratmeter (2013), Stuttgart: 7,61 Euro pro Quadratmeter (2012), Frankfurt: 7,78 Euro pro Quadratmeter (2012).

Im Jahr 2012 waren 5287 neue Wohnungen im Bau

Im Rahmen der Präsentation des Hamburger Mietenspiegels 2013 legte Senatorin Jutta Blankau auch neue Zahlen zur Bautätigkeit in Hamburg vor. Entsprechend der Bauüberhangsstatistik des Statistikamtes Nord, befanden sich im vergangenen Jahr (zum 31. Dezember2012) 5287 Wohnungen im Bau. Das sei die höchste Zahl der Bauüberhänge – das sind genehmigte Bauvorhaben, die am Ende eines Kalenderjahres noch nicht fertiggestellt sind – seit Mitte der 90er-Jahre. Waren Ende 2012 knapp 6000 Wohnungen im Bau, dann sei für 2013 damit zu rechnen, dass wesentlich mehr Wohnungen fertig gebaut sein werden als 2012. Zum Vergleich: 2011 hätten sich lediglich 2592 Wohnungen im Bau befunden.

Hamburg stärkt Mieterrechte

Der Hamburger Senat hat gestern eine Rechtsverordnung erlassen, mit der die Kündigungsschutzfrist für Wohnraum nach Paragraph 577a Absatz 2 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches von drei auf zehn Jahre verlängert. Diese Verordnung gilt bis zum 31. Januar 2024 und flächendeckend in Gesamt-Hamburg. Damit profitieren alle Mieterinnen und Mieter von dieser Maßnahme. Nach der am 27. Januar 2004 vom Senat erlassenen Verordnung zur Verlängerung der Kündigungsschutzfrist für Wohnraum gilt eine Kündigungsschutzfrist von zehn Jahren, wenn eine vermietete Wohnung nach der Überlassung an den Mieter in eine Eigentumswohnung umgewandelt und veräußert wird. Diese Verordnung durfte nur zeitlich befristet für maximal zehn Jahre in Kraft gesetzt werden und läuft am 31. Januar 2014 aus. Sie wurde nun um weitere zehn Jahre verlängert.

Der Hamburger Mietenspiegel
Der Hamburger Mietenspiegel erscheint seit 1976 alle zwei Jahre. Er gibt einen Überblick über die ortsübliche Vergleichsmiete für frei finanzierte Wohnungen jeweils vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage. Der Mietenspiegel hat seine Grundlage im Bürgerlichen Gesetzbuch. Auch für die Mietenspiegelerhebung 2013 wurden nach den gesetzlichen Vorgaben nur Mieten berücksichtigt, die in den letzten vier Jahren neu vereinbart oder angepasst wurden und keinerlei Preisbindung unterliegen. Die Erstellung erfolgt unter der Federführung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und wird von einem Arbeitskreis begleitet, dem unter anderem Vertreter der Mieter- und Vermieterorganisationen sowie der Gerichte angehören.
Unter www.hamburg.de/mietenspiegel ist der neue Mietenspiegel online verfügbar. Mit dem hier angebotenen Online-Rechner können Interessierte sich ganz einfach per Klick die ortsübliche Vergleichsmiete für eine Wohnung ermitteln. Die Broschüre zum Hamburger Mietenspiegel 2013 soll in ein paar Wochen erscheinen.

(Redaktion)


 


 

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